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Telekommunikation Die Deutsche Telekom baut ihre Festnetzsparte um

07.03.2005 ·  Durch den schärferen Wettbewerb bröckelt ihr Umsatz seit geraumer Zeit ab. Jetzt richtet die Deutsche Telekom ihre Festnetz- und Breitbandsparte T-Com neu aus - ohne „radikalen Personalabbau“.

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Die Deutsche Telekom AG richtet ihre im Geschäftsfeld T-Com zusammengefaßte Festnetz- und Breitbandsparte neu aus. "Wir werden uns radikal ändern müssen, denn wir stehen in einem harten Wettbewerb", sagte der T-Com-Vorstand Walter Raizner auf seiner ersten Pressekonferenz in diesem Amt in Bonn. Er kündigte einen tiefgreifenden Umbau in Organisation und Führungsstrukturen an, der die T-Com schlagkräftiger und schneller machen soll. Gleichzeitig sollen technische Innovationen, neue Angebote und ein besserer Service die Kunden bei der Stange halten.

Durch den schärferen Wettbewerb im Festnetz bröckelt der T-Com-Umsatz seit geraumer Zeit ab. Im vorigen Jahr hat die Sparte ein Minus von rund 5 Prozent hinnehmen müssen. Die Anfang März in Kraft getretene Tarifreform sei ein erster Schritt gewesen, um sich im Wettbewerb besser behaupten zu können, sagte Raizner. Nach seinen Angaben haben sich inzwischen mehr als 400 000 Kunden für die Umstellung auf einen der neuen Tarife entschieden. In Kürze werde der Konzern überdies ein "Bündelangebot" für Mobilfunk und Festnetz präsentieren.

Nicht weniger als eine "Kulturrevolution"

Raizner sagte, bei T-Com stehe durch das Reformprogramm "Re-Invent", mit dem die Produktivität innerhalb von drei Jahren um zehn Prozent gesteigert werden soll, eine "Kulturrevolution" bevor. Es gebe im Konzern zu viel Verwaltung und zu viele Kontrollen: "Das macht uns schwerfällig, behindert Eigeninitiative und verhindert Risikobereitschaft". Als entscheidendes Manko sieht der ehemalige IBM-Manager, der seinen Posten bei T-Com Anfang November 2004 übernommen hatte, die unscharfe Trennung zwischen operativen Aufgaben einerseits und Steuerungs- und Planungsfunktionen andererseits. Operative Aufgaben will er deshalb aus der Zuständigkeit der Zentrale auslagern. Dort arbeiten zur Zeit 7000 Menschen, verteilt auf 175 Standorte in ganz Deutschland. Die neue Strategie bedeute aber nicht, daß nun ein "radikaler Personalabbau" bevorstehe, versicherte Raizner. Produktivitätsgewinne ließen sich auch durch eine Straffung des Produktsortiments und die Durchforstung der Prozessen herbeiführen. Dazu soll die Zahl der T-Com-Produkte von bisher rund 300 auf weniger als hundert verringert werden. Keinen Zweifel ließ Raizner daran, daß bei der T-Com ein schärferer Wind weht. Er habe den Führungskräften klar gemacht, daß ein höheres Tempo angeschlagen werden müsse. "Wer dieses Tempo nicht mitgehen kann oder nicht mitgehen will, der kann in dieser Liga nicht mitspielen".

In einer für die Telekom ungewöhnlich selbstkritischen Weise beschrieb er die Festnetzsparte als "zu schwerfällig und zu wenig markt- und kundenorientiert". T-Com werde in vielen Punkten "schnell und effektiv handeln müssen", um erfolgreich zu bestehen. In technische Innovationen und neue Produkte sollen in diesem Jahr bis zu 250 Millionen Euro investiert werden. Im Mittelpunkt steht der weitere Ausbau des Breitbandangebotes. Bis 2007 will T-Com die Zahl ihrer DSL-Kunden von derzeit rund sechs auf 10 Millionen steigern. Dazu beitragen soll eine neue Anschlußtechnik (DSL-AMs), mit der rund zwei Millionen Haushalte zusätzlich mit dem Breitbandnetz erreicht werden können. Auch die WiMAX-Funktechnologie sollen eingesetzt werden, um die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen zu verbessern. Erste Pilotprojekte sind von Mitte des Jahres an in Siegburg und Rheinbach bei Bonn geplant. Dann will T-Com auch mit einem leistungsfähigeren DSL-Angebot für Anschlüsse mit einer Übertragungsrate von bis zu sechs Megabit (MB) je Sekunde auf den Markt gehen.

Engere Zusammenarbeit mit T-Online

Für den Vertrieb setzt er auf die engere Zusammenarbeit mit dem Internetanbieter T-Online, der künftig auch Internet-Telefonie anbieten will. Für DSL und Internet-Dienste werde es für die Kunden nur noch einen Ansprechpartner geben. Um die Verzahnung zwischen beiden Sparten zu verbessern, wird die Telekom die seit drei Jahren börsennotierte T-Online in den kommenden Monaten wieder vollständig in den Konzern eingliedern. An diesem Dienstag entscheiden die Aufsichtsräte der beiden Gesellschaften über das Verhältnis, zu dem die Aktien der T-Online in T-Aktien umgetauscht werden. Gemeinsam kommen T-Com und T-Online auf 13 Millionen Online-Kunden, sechs Millionen DSL- und 35 Millionen Festnetzkunden.

Quelle: bü., F.A.Z., 08.03.2005, Nr. 56 / Seite 15
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