Home
http://www.faz.net/-gqm-syu1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Telekommunikation Bundesnetzagentur diktiert künftig Mobilfunk-Gebühren

30.08.2006 ·  Die Bundesnetzagentur schreibt den Mobilfunkanbietern künftig die Gebühren vor, die sie für die Weiterleitung von Gesprächen aus anderen Netzen verlangen dürfen. Die Höhe der Entgelte wird sich wohl an den niedrigeren Tarifen in den Nachbarländern orientieren.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach dem Scheitern einer freiwilligen Einigung in der Branche schreibt die Bundesnetzagentur den Mobilfunkanbietern künftig die Gebühren vor, die sie für die Weiterleitung von Gesprächen aus anderen Netzen verlangen dürfen.

Die Regulierungsverfügung sei den vier Mobilfunknetzbetreibern zugestellt worden, teilte der Regulierer am Mittwoch in Bonn mit. Wie bereits angekündigt, müssen die sogenannten Terminierungsentgelte künftig von der Agentur vorab genehmigt werden.

Anbieter müssen Kosten offenlegen

Offen ist nach wie vor die Höhe der Gebühren. Die Anbieter müßten ihre Kosten offenlegen, auf deren Grundlage die Behörde dann über die Höhe der Gebühren entscheide, sagte Netzagenturchef Matthias Kurth.

Die Entgeltregulierung auf Basis der Kosten der Betreiber war von T-Mobile und Vodafone als zu aufwendig kritisiert worden. Kurth argumentiert hingegen, sie sei am besten geeignet, den Schutz von Verbraucherinteressen zu gewährleisten und eine Reduzierung der Endkundentarife zu ermöglichen. Mit den Terminierungsentgelten machen die Mobilfunknetzbetreiber einen großen Teil ihres Umsatzes.

Keine Einigung unter den Betreibern

Sowohl die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile als auch Vodafone D2 hatten für eine Orientierung der Gebühren am Niveau in anderen Ländern plädiert. Sie schlugen eine Senkung der Gebühren um gut 14 Prozent auf rund 9,4 Cent die Minute vor. Eine freiwillige Einigung in der Branche kam aber nicht zustande, weil sich E-Plus sperrte. Die KPN-Tochter beharrt darauf, daß für sie und O2 wegen technischer Besonderheiten der Aufbau des Netzes teurer gewesen sei als für T-Mobile und Vodafone. E-Plus präferiert daher die kostenbasierte Regulierung.

Kurth hatte jüngst gesagt, Tarife in Nachbarstaaten seien ein guter Maßstab. Ziel sei es, auch in Deutschland binnen zwei Jahren auf das Niveau zu kommen, das verschiedene europäische sich für 2008 vorgenommen haben: Entgelte von sechs bis sieben Cent.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 11

30.05.2012 09:36 Uhr
  Vortag
Dax 6.337,10 −0,93%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.380,90 −0,95%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2447 −0,33%
Rohöl Brent Crude 105,95 $ −0,84%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.