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Telekommunikation Aus T-Com und T-Online wird T-Com

08.06.2006 ·  Kai-Uwe Ricke bläst zum Angriff: Seine neue T-Com will mit aggressiven Preisen den Kundenschwund stoppen, Anteile am DSL-Markt zurückgewinnen und Internetfernsehen wohl auch über das ADSL-Netz übertragen. T-Online hat dabei nicht mehr viel zu sagen.

Von Holger Schmidt
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T-Com, die Festnetzsparte der Deutschen Telekom, wird nach dem Zusammenschluß mit der Internetsparte T-Online die Führung im neuen Geschäftsbereich Breitband/Festnetz der Telekom übernehmen. Die neue Sparte wird künftig nur noch T-Com heißen. Der bisherige T-Com-Chef Walter Raizner wird wie erwartet den gemeinsamen neunköpfigen Bereichsvorstand leiten, dem mit Burkhard Graßmann (Marketing) und Andreas Kindt (Informationstechnik) nur zwei ehemalige T-Online-Vorstände angehören, teilten Raizner und der Telekom-Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke in einer Telefonkonferenz mit.

Jens Becker, bisher Finanzvorstand und in den letzten Tagen von T-Online als eigenständige Aktiengesellschaft auch Vorstandschef, wird keinen Platz im Bereichsvorstand erhalten, sondern nur im Segmentvorstand der T-Online in Darmstadt. Achim Berg, der bisher für Marketing und Vertrieb in der Festnetzsparte zuständig war, soll seinen Fokus im neuen Bereichsvorstand auf den Vertrieb legen, sagte Raizner, der auch den Segmentvorstand in der Darmstädter T-Online-Zentrale leiten wird.

Anteile im DSL-Geschäft zurückgewinnen

Die Integration von T-Online in den Konzern soll der Telekom helfen, die Umsatzverluste und den Kundenschwund in der Festnetzsparte zu stoppen. "Wir werden nicht mehr hinnehmen, daß wir 500 000 Anschlüsse im Quartal verlieren", sagte Ricke. Vor allem der hohe Anteil, den T-Online-Konkurrenten wie United Internet im Geschäft mit dem Wiederverkauf (Resale) der schnellen DSL-Anschlüsse der Telekom unter eigenem Namen erreicht haben, ist dem Telekom-Chef ein Dorn im Auge. Allein im ersten Quartal wurden nach Angaben von Ricke 85 Prozent der DSL-Anschlüsse von den T-Online-Konkurrenten vertrieben. "Dieser Wert ist nicht akzeptabel. Der Anteil der Konkurrenten am DSL-Markt ist zu groß. Unser Marktanteil muß wieder gestärkt werden", sagte Ricke. Mit kombinierten Telefon- und Internetprodukten aus einer Hand, aber auch mit Zugeständnissen an den Preis sollen die Kunden künftig im Konzern gehalten werden. Die Kunden sollen künftig einen Ansprechpartner haben.

Aus „Triple Play“ wird „Quadruple Play“

Allerdings wird die vollständige Integration von T-Online noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "In den nächsten drei bis vier Monaten werden wir beginnen, den Integrationsfahrplan umzusetzen", sagte Raizner. Allein die "technischen" Aspekte der Verschmelzung sollen sechs bis neun Monate dauern. "Die Komplettintegration, vor allem das Zusammenwachsen der Unternehmenskulturen, wird aber wesentlich länger als diese sechs bis neun Monate dauern", sagte Raizner. Im Juli sollen aber erste Bündelprodukte aus Telefon und Internet angeboten werden. Weitere sogenannte "Triple-Play" Angebote aus Telefon, Internet und Fernsehen sollen im vierten Quartal auf den Markt kommen. Das Bündel soll auch um eine vierte Komponente, den Mobilfunk, zum "Quadruple Play" erweitert werden.

Internetfernsehen auch über ADSL

Erste Fernsehsendungen über das Internet will die Telekom so schnell wie möglich anbieten. Sieben Städte seien bisher an das VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen; drei weitere Städte sollen in den kommenden Wochen folgen. Ricke bestätigte sein Ziel, bis Ende 2007 rund eine Million Kunden für das VDSL-Netz gewonnen zu haben. "Aber es wird sich bei uns niemand erschießen, wenn wir das Ziel nicht erreichen". Zur Übertragung der Fußball-Bundesliga denkt das Unternehmen darüber nach, neben dem neuen VDSL-Netz auch das herkömmliche ADSL-Netz mit 16 Megabit je Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit zu nutzen, damit mehr Menschen schnell einen Zugang zum Internetfernsehen bekommen. Die notwendigen Investitionen in die technische Aufrüstung des ADSL2+-Netzes werden zur Zeit geprüft, sagte Raizner. Dies könnte auf Druck des Partners Premiere geschehen, der Bundesliga-Fußball nur noch per DSL-Netz übertragen darf. Allerdings ist nicht davon auszugehen, daß die Technik schon zum Start der Bundesliga-Saison zur Verfügung steht.

Einen konkreten Starttermin für das Internetfernsehen wollte Raizner nicht nennen. Bisher hat der Konzern für sein “T-Home“ Angebot den Sommer als Starttermin genannt. Zum Marktstart sollen 100 Sender zu empfangen sein, davon 60 frei empfangbare Sender und 40 Bezahlsender. Auch das gesamte Programm des Senders Premiere soll von Sommer an über das VDSL-Netz der Telekom gezeigt werden.

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