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Technologie Apple und Ebay enttäuschen die Wall Street

19.01.2006 ·  Die am Mittwoch nach Börsenschluß veröffentlichten Bilanzzahlen der Wall-Street-Schwergewichte Apple und Ebay sind am Markt im nachbörslichen Handel überwiegend negativ aufgenommen worden. AMD steht besser da.

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Die am Mittwoch nach Börsenschluß veröffentlichten Bilanzzahlen von Wall-Street-Schwergewichten Apple und Ebay sind am Markt im nachbörslichen Handel überwiegend negativ aufgenommen worden. In Deutschland könnten die Zahlen von AMD für einen Dreh des gesamten Sentiments sorgen, so ein Händler. Sie würden Befürchtungen entkräften, der Branche gehe es schlecht. Stattdessen seien die Umsatzeinbußen bei Intel auf Marktanteilsverluste an AMD zurückzuführen.

Die Aktien von Ebay gaben nach Veröffentlichung der Quartalszahlen des weltweit größten Auktionshauses um sechs Prozent von einem Schlußkurs von 44,44 Dollar nach. Die Aktien des Computerherstellers Apple verloren ebenfalls. Die Aktie fiel um 5,4 Prozent nach einem Schlußkurs von 82,49 Dollar. Die Titel des zweitgrößten Herstellers von Mikroprozessoren, Advanced Micro Devices, waren nachbörslich vom Handel ausgesetzt. Der Konzern hatte nach Börsenschluß seinen Quartalsbericht vorgelegt. Das Unternehmen hatte im vierten Quartal einen Gewinn erwirtschaftet, der jedoch geringer ausfiel als von Analysten erwartet.

Apple bleibt hinter ehrgeizigen Umsatzerwartungen

Durch Rekordverkäufe des digitalen Speichermediums iPod hat der Computerkonzern Apple seinen Gewinn fast verdoppeln können: Apple verkaufte nach eigenen Angaben vom Mittwoch (Ortszeit) im Weihnachtsgeschäft 14 Millionen iPods und konnte damit seinen Gewinn im vierten Quartal um 95 Prozent auf 565 Millionen Dollar (466 Millionen Euro) steigern. Apple-Chef Steve Jobs sagte, dies sei „das beste Quartal in der Geschichte von Apple“. Dank iPod hat sich der Konzern seit dem Marktstart des Musikspielers 2001 vom Nischen-Computerhersteller zum führenden Hersteller digitaler Medien gemausert.

Im nachbörslichen elektronischen Handel stürzte die Apple-Aktie dennoch um mehr als fünf Prozent auf rund 78 Dollar ab. Grund ist der Ausblick für das laufende Quartal. Apple erwartet Umsätze von 4,3 Milliarden Dollar, Analysten hatten dagegen mit 4,63 Milliarden gerechnet.

Ebay: Mehr Gewinn, verhaltener Ausblick

Das Internet-Auktionshaus Ebay hat mit seinem Quartalsgewinn die Erwartungen übertroffen, die Analysten jedoch mit einem unveränderten Ausblick enttäuscht (siehe auch: Ebay-Aktie kein Schnäppchen). Für das vierte Quartal gab der Konzern einen Nettogewinn von 279,2 Millionen Dollar oder 20 Cent je Aktie nach 205,4 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum bekannt. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 18 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz lag 42 Prozent höher bei 1,33 Milliarden Dollar. Besonders stark sei das Umsatzwachstum in den beiden wichtigsten Märkten Vereinigte Staaten und Deutschland gewesen. Auch die jüngsten Zukäufe Skype und Shopping.com hätten sich besser als erwartet entwickelt.

Ebay-CFO Rajiv Dutta bestätigte den Umsatzausblick für das laufende Jahr zwischen 5,7 Milliarden und 5,9 Milliarden Dollar. Analysten machten allerdings den unveränderten Ausblick für den nachbörslichen Einbruch der Aktie verantwortlich. „Das Quartal war in Ordnung“, sagte Scott Devitt von Stifel, Nicolaus& Co. „Die Firma hat aber ihren Ausblick für 2006 nicht erhöht und ich glaube, das wird negativ gesehen.“ Martin Pyykkonen von Hoefer und Arnett sagte, er bleibe zurückhaltend. „Daß sie den Ausblick nicht ändern heißt, daß die Schätzungen der Wall Street zu hoch sind“, sagt er.

AMD macht wieder Gewinne

Der zweitgrößte Hersteller von Mikroprozessoren, Advanced Micro Devices, ist im abgelaufenen Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. AMD führte den Gewinn am Mittwoch nach Börsenschluß in Amerika vor allem auf höhere Marktanteile bei Servern, Desktop-Computern und mobilen Produkten zurück. Bei PCs ging das wohl zu Lasten des Konkurrenten Intel - der hatte am Dienstag Analysten mit seinem Quartalsergebnis enttäuscht und bekannt, AMD habe bei PCs „vielleicht einen Punkt Marktanteil abnehmen können“. Die Wall Street belohnte die AMD-Ergebnisse nach Börsenschluß mit einem kräftigen Kursanstieg um 10,6 Prozent auf 37,76 Dollar. Dann wurde sie nachbörslich vom Handel ausgesetzt. Den offiziellen Handel hatte sie fast vier Prozent im Plus bei 34,15 Dollar beendet (siehe auch: Für einen Einstieg in die AMD-Aktie könnte es zu spät sein).

Im vierten Quartal habe sich ein Nettogewinn von 95,6 Millionen Dollar oder 21 Cent je Aktie ergeben nach einem Verlust von 30 Millionen Dollar oder 13 Cent je Aktie im Vorjahr, teilte AMD mit. Der Umsatz kletterte um 45 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 27 Cent je Aktie gerechnet. Beim Umsatz rechneten sie mit 1,65 Milliarden Dollar.

Die Aktie von Intel hatte nach Bekanntwerden der Geschäftszahlen deutlich nachgegeben und die Aktienmärkte belastet (siehe: Amerikanische Technologiewerte enttäuschen). Analysten deuteten indes an, Intel werde gegenüber AMD wohl wieder zulegen können in diesem Jahr. Sie verwiesen auf eine Reihe leistungsstarker Chips, die der Konzern 2006 herausbringen will.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AFP, dpa, Dow Jones
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