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Tarifkonflikt Telekom hofft auf ein Ende des Streiks

 ·  Nach wochenlangen Streiks wird die Gewerkschaft wieder mit der Telekom verhandeln. Das hat die Große Tarifkommission in Bonn entschieden. Vor einer Woche hatte die Telekom ein verbessertes Angebot in Aussicht gestellt. Ein Wendepunkt im Tarifstreit scheint wieder möglich.

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Bei der Deutschen Telekom scheint ein Ende des Arbeitskampfs in Sicht. Nach mehr als vier Wochen Ausstand ist die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und den Streik vorerst abzumildern. Die Gespräche sollen schon an diesem Mittwoch wieder aufgenommen werden. Das hat Verdi nach einer Sitzung der großen Tarifkommission in Bonn mitgeteilt.

Die Telekom will zum 1. Juli rund 50.000 Service-Beschäftigte in konzerneigene Untergesellschaften versetzen, wo sie weniger Einkommen erhalten und länger arbeiten sollen. Vergangene Woche hatte das Bonner Unternehmen angekündigt, die geforderten Lohnkürzungen nochmals zu überdenken. Zudem bot die Telekom eine Erfolgsbeteiligung und eine allgemeine Bonuszahlung an. Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte, es sei erkennbar, dass sich die Telekom auf die Gewerkschaft zubewege. Jetzt gehe es darum, die „Ernsthaftigkeit und Substanz“ des neuen Angebots zu prüfen.

„Ebenso störrisch wie uneinsichtig“

Die Telekom hatte angedroht, den Betriebsübergang notfalls auch ohne Zustimmung der Gewerkschaft durchzusetzen. Dazu sollten gegebenenfalls noch im Laufe dieser Woche die notwendigen Informationsschreiben an die Beschäftigten verschickt werden. Der Verdi-Verhandlungsführer erklärte sich bereit, die Härte der Streiks während der neuen Gespräche zu milden, wenn die Telekom vorerst auf ein Schreiben an die Mitarbeiter zum Betriebsübergang verzichte. Eine „Deeskalation des Konfliktes“ setze jedoch einen erfolgreichen Verhandlungsverlauf voraus.

Erstmals deutete Schröder an, dass die Gewerkschaft vorübergehend geringere Entgelte hinnehmen könne. Leider halte der Konzern „ebenso störrisch wie uneinsichtig“ an der Auslagerung der Beschäftigten fest. Ziel der Verhandlungen sei es nun, die Einkommen „gegebenenfalls unter Berücksichtigung zukünftiger Tarifrunden zu sichern sowie negative Wirkungen beim Betriebsübergang zu minimieren“.

Die Telekom hatte zuletzt eine Gehaltskürzung um 9 Prozent und eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 auf 38 Stunden gefordert. Im Gegenzug verspricht sie den Beschäftigten, bis Ende 2011 auf Kündigungen zu verzichten. Zudem stellt der Konzern die Schaffung mehrere Tausend neuer Arbeitsplätze in Aussicht, wenn die Einstiegsgehälter für neue Mitarbeiter verringert werden.

„Verdi-Verhandler muss abtreten“

Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Telekom und Verdi muss Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder sein Amt als Aufsichtsrat des Unternehmens niederlegen. Zu diesem Schluss kommt der Bonner Rechtswissenschaftler Marcus Lutter in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. Anderenfalls müsse Schröder auf seine Position als Verhandlungsführer verzichten, schreibt Lutter. Derzeit verletze der Gewerkschafter seine Rechtspflichten als Aufseher, weil er durch sein Eintreten für den aktuellen Streik die Telekom schädige. „Man kann nicht Diener zweier verfeindeter Herren sein“, argumentiert Lutter. Schröder laufe ein „hohes persönliches Risiko“ auf Schadensersatz verklagt zu werden. Dem Aufsichtsratschef des Konzerns, Klaus Zumwinkel, wirft Lutter vor, er hätte diese Frage zu Beginn des Arbeitskampfs mit Schröder klären müssen. Schröder ist nach Lutters Angaben stellvertretender Aufsichtsratschef der Telekom.

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