Home
http://www.faz.net/-gqe-7fdyy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

SSL-Verschlüsselung Telekom und United Internet schließen E-Mail-Sicherheitslücke

Die Telekom und United Internet haben öffentlichkeitswirksam verkündet, den E-Mail-Verkehr sicherer zu machen. Doch Netzaktivisten lachen nur darüber. Es sei ein „Unding“, dass die angepeilten Maßnahmen nicht längst existierten.

© REUTERS Vergrößern E-Mail made in Germany: Die Initiatoren sagen, sie machen den Mailverkehr für die Kunden sicherer. Netzaktivisten sagen, das sei eine PR-Aktion.

Die Deutsche Telekom und United Internet, Betreiber der E-Mail-Dienste Web.de und GMX, wollen ihren Kunden gemeinsam mehr Sicherheit im Mailverkehr anbieten. Unter dem Motto „E-Mail Made in Germany“ stellten die Chefs der beiden Konkurrenten am Freitag eine entsprechende Initiative vor. Dabei werden Mails auf ihrem Weg zwischen den Rechenzentren der Unternehmen mit dem Netzwerkprotokoll SSL verschlüsselt. Zudem würden alle Daten „in sicheren Rechenzentren in Deutschland“ gespeichert, erklärten die Unternehmen. „Wir machen den Transport des Mail-Verkehrs in Deutschland sicherer“, sagte Telekom-Chef René Obermann.

Zwei Drittel der Internetnutzer in Deutschland verwendeten eine E-Mail-Adresse von T-Online, Web.de oder GMX als ihr zentrales Mail-Konto. Die meisten Nutzer schickten ihre Mails bereits über eine SSL-gesicherte Verbindung an die Server der Unternehmen. Von 2014 an soll das Pflicht werden.

Ein Sicherheitsmanager der Telekom verglich den Transportweg mit einem Rohr, durch das eine Mail geschickt werde. Dieses Rohr sei nun undurchsichtig. Allerdings werden die Mails weiter unverschlüsselt auf den Rechnern der beiden Telekomanbieter gespeichert. Von dort können deutsche Ermittlungsbehörden sie mit einem richterlichen Beschluss anfordern.

Netzaktivisten sind skeptisch

Die Initiative von Telekom und United Internet trifft auf wachsende Verunsicherung bei Nutzern nach den Enthüllungen über umfassende Ausspähmöglichkeiten der Geheimdienste. Die Internetbranche verzeichnete seit Beginn der Berichte über die Überwachung von Internetverkehr und Telefondaten einen deutlichen Vertrauenseinbruch.

Netzaktivisten kritisierten das Angebot als Marketing-Aktion. Die beiden Unternehmen „schließen lediglich zwei existierende Sicherheitslücken“, schrieb das Blog „Netzpolitik.org“. Das allein mache die E-Mail-Kommunikation nicht sicherer. Das einzig neue sei die Verwendung einer Verschlüsselung auf dem Transportweg zwischen Sender und Mail-Server sowie zwischen den Mail-Servern der zwei Firmen untereinander. Dass das Versenden von Mails vom Client an den Server überhaupt noch auf unverschlüsselten Verbindungen möglich war, sei ein „Unding“.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Der heimliche Chef im Haus Das müssen Sie über Router wissen

Der Router ist die Schaltzentrale für nahezu sämtliche Elektronik in der Wohnung oder im Haus. Im Smart Home wird er wichtiger denn je. Was die Alleskönner alles können. Mehr Von Michael Spehr

19.03.2015, 11:25 Uhr | Technik-Motor
Argentinien In diesen Ruinen könnten sich Nazis versteckt haben

Archäologen haben tief im argentinischen Dschungel Ruinen und Gegenstände entdeckt, die als Zufluchtsort für NS-Mitglieder gedacht gewesen sein könnten. Unter den Fundstücken befinden sich deutsche Münzen, die offenbar aus den 1940er Jahren stammen, sowie Porzellan mit dem Aufdruck Made in Germany. Mehr

24.03.2015, 14:16 Uhr | Gesellschaft
Nur ein Strichcode Der Betrug mit Guthabenkarten ist ein Kinderspiel

Kriminelle freut es, dass Prepaid-Karten nur ein Sicherheitsmerkmal haben: den Strichcode. Diebe können den leicht kopieren. Den Schaden haben dann die Beschenkten. Mehr Von Hanno Mußler

21.03.2015, 10:53 Uhr | Finanzen
Virus zum Kuscheln Plüsch-Ebola ist im Internet ausverkauft

Im Internet kann man Ebola-Viren aus Stoff kaufen - wären die Plüsch-Objekte nicht bereits vergriffen. Mehr

21.10.2014, 10:51 Uhr | Aktuell
Probleme des Internets Regeln für die schöne neue Welt

Für Kriminelle bietet das Internet ein Feld unendlicher Möglichkeiten, deshalb brauchen wir einen Gesellschaftsvertrag. Der Einzelne muss dafür auch bereit sein, Freiheiten aufzugeben. Mehr Von David Omand

19.03.2015, 12:50 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.08.2013, 13:33 Uhr


Aktienkurse
Name Kurs Änderung
  Nasdaq 100 --  --
  Facebook --  --
  Google --  --
  Apple --  --
  Zynga --  --

Heikle Geheimnisse

Von Joachim Jahn

Der Flugzeug-Absturz über Südfrankreich hat eine Debatte um die ärztliche Schweigepflicht entfacht. Eine Idee klingt bedenkenswert. Mehr 1 1

Grafik des Tages Gründer auf dem Rückzug

Der Sprung in die Selbständigkeit übt hierzulande einen immer geringeren Reiz aus. Immer seltener gründen Deutsche einen eigenen Betrieb. Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --