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Sportsponsoring Ein neuer Name: „Postbank-Bundesliga“

17.05.2006 ·  Die Deutsche Postbank prüft die Möglichkeit einer Partnerschaft mit der Fußball-Bundesliga. Die DFL hat nach eigenen Angaben drei ernsthafte Angebote, will die Bank aber nicht nennen. Dabei sollen die Verhandlungen weit gekommen sein.

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Auf der Suche nach einem Sponsor und Namensgeber für die Fußball-Bundesliga prüft die Deutsche Fußball Liga (DFL) derzeit drei konkrete Angebote. Das bestätigte der Vizepräsident des Ligaverbands, Wolfgang Holzhäuser, am Mittwoch.

In einem Telefonat mit DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte sich Holzhäuser zuvor auf den aktuelle Kenntnisstand gebracht. „Wir sind jetzt in der Entscheidungsphase“, betonte Holzhäuser. Perfekt sei aber noch nichts. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen.“

DFL froh über „drei ernsthafte Kandidaten“

Zuvor hatte die Deutsche Postbank bestätigt, die Möglichkeit einer Partnerschaft mit der Bundesliga zu prüfen. „Ich weiß, daß ein Unternehmen der Finanzdienstleistungs-Branche dabei ist. Aber ich kann nicht bestätigten, daß es die Postbank ist“, sagte Holzhäuser dazu. Grundsätzlich würde der Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen einen baldigen Abschluß der Verhandlungen begrüßen. „Ich bin froh, daß es gelungen ist, drei ernsthafte Kandidaten zu finden.“

Das auf das Geschäft mit dem Sport spezialisierte Fachmagazin „Sponsors“ berichtete, die Postbank führe mit der DFL weit fortgeschrittene Gespräche über ein Namenssponsoring der Bundesliga von 2006/07 an. Die größte deutsche Filialbank werde dafür 30 Millionen bis 35 Millionen Euro auf den Tisch legen.

„Entscheidungen sind nicht getroffen“

„Es ist durchaus vorstellbar, daß die Bundesliga demnächst Postbank-Bundesliga heißt“, zitierte das „Hamburger Abendblatt“ (Mittwochausgabe) den Sprecher der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Tom Bender. „Wir machen keinen Hehl daraus, daß wir mit aller Ernsthaftigkeit die Optionen prüfen, eine Partnerschaft einzugehen“, sagte er.

Die deutsche Bundesliga hat im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ligen noch keinen Namensgeber. Ein Postbank-Sprecher sagte nur, das Institut prüfe, wie sich sein Engagement im Fußball nach der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland fortsetzen lasse. „Es gibt dafür mehrere Optionen, die wir prüfen.“ Eine davon sei die DFL. „Entscheidungen sind nicht getroffen“, betonte der Sprecher.

Psychologe: Es kommt auf die Konstanz an

Eine mögliche Werbe-Partnerschaft der Deutschen Postbank mit der Fußball-Bundesliga könnte aus Sicht eines Werbepsychologen das Image des Unternehmens aufpolieren. „Die Postbank könnte so für den Kunden spannender und interessanter werden“, sagte Martin Scarabis vom Psychologischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität-Münster. Um sich langfristig im Gedächtnis der Fußballfans zu verankern, müsse die Partnerschaft allerdings mehrere Jahre bestehen. „Es kommt auf die Konstanz an, denn Menschen verlernen Dinge“, sagte Scarabis. „Eine Umbenennung der Liga in Postbank-Bundesliga hätte mit relativ großer Sicherheit auch den gewünschten Bekanntheitseffekt.“

Die Postbank ist ein „nationaler Förderer“ der am 9. Juni beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft. Zugleich ist die Tochter der Deutschen Post „Premium Partner“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im Zuge der Diskussion um Altersvorsorge hatten in den vergangenen Jahren viele Finanzdienstleister das Fußball-Publikum als Zielgruppe entdeckt. Auf den Trikots oder als Namensgeber von Stadien der Bundesliga-Fußballer sind unter anderem die Commerzbank, die Versicherer SignalIduna, Gerling, Victoria und Winterthur, die Finanzmakler AWD und DVAG sowie die Fondsgesellschaften DWS und Adig vertreten.

Zuletzt hatten fast alle Vereine der Fußball-Bundesliga die traditionsreichen Namen ihrer Stadien an Sponsoren verkauft. Bei der WM dürfen diese aber nicht verwendet werden. Bayern München mußte den Schriftzug „Allianz-Arena“ vom Stadion abmontieren. In Nürnberg war die Umbenennung des Frankenstadions in „easyCredit-Stadion“ bei vielen Fans auf Protest gestoßen. Sie schlugen vor, die Spielstätte nach dem früheren Nationalspieler und Weltmeister von 1954, Max Morlock, zu benennen.

Postbank-Sprecher Joachim Strunk sagte Sponsors: „Es ist richtig, daß wir uns derzeit Gedanken machen, wie wir uns im Anschluß an unser Engagement als nationaler Förderer der Fußball-WM 2006 im Sponsoring ausrichten wollen. Es hat auch Gespräche mit der DFL bezüglich des Liga-Sponsorings gegeben. Daß wir kurz vor Vertragsabschluß mit der DFL stehen, stimmt allerdings nicht. Wir prüfen derzeit vielmehr weitere Optionen im Sport.“

Europäische Fußball-Ligen mit Namensgeber
Belgien: „Jupiler League“ (Bier)
Dänemark: „SAS Ligaen“ (Airline)
England: „Barclays Premiership“ (Bank)
Frankreich: „Ligue 1 Orange“ (Mobilfunk)
Irland: „Eircom League“ (Telekommunikation)
Island: „Kvenna Landsbankadeild“ (Landesbank)
Kroatien: „HNL Ozujsko“ (Bier)
Nordirland: „Daily Mirror Premier Division“ (Tageszeitung)
Norwegen: „Tippeligaen“ („Norsk Tipping“, Wettanbieter)
Österreich: „T-Mobile Bundesliga“ (Telekom)
Polen: „Orange Ekstraklasa“ (Mobilfunk)
Schweiz: „Axpo Super League“ (Energiedienst)
Schottland: „Bank of Scotland Premierleague“ (Bank)
Slowakei: „Corgon Liga“ (Bier)
Slowenien: „SI-Mobil League“ (Telekom)
Tschechien: „Gambrinus Liga“ (Bier)
Türkei: „Turkcell Süper Lig“ (Telekom)
Ungarn: „Borsodi Liga“ (Bier)
Wales: „Vauxhall Masterfit Retailers Premier League“ (Autos)

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa, sid
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