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Spielekonsolen Microsoft lüftet Geheimnis um „Xbox 360“

13.05.2005 ·  Microsoft hat seine neue Spielekonsole „Xbox 360“ präsentiert. Die Hoffnung: endlich an Marktführer Sony und dessen Playstation vorbeiziehen zu können. „Der erste Schuß im Konsolen-Krieg“, glaubt ein Analyst.

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Heftige Spekulationen und Gerüchte um die neue Spielekonsole von Microsoft kursierten trotz strenger Geheimhaltung seit Wochen im Internet. Am Freitag hat der weltgrößte Softwarekonzern nun das Geheimnis um die neue Xbox gelüftet. In einer halbstündigen Show auf dem TV-Sender MTV präsentierte der Softwaregigant sein neues Produkt: Die „Xbox 360“ soll mit völlig neuem Design, starker Rechenleistung und umfangreichem
Spieleservice die nächste Generation der Spielekonsolen einläuten. Vor allem erhofft sich Microsoft, endlich an Sony und dessen Playstation, dem traditionellen Marktführer im 6,2 Milliarden schweren Videospiele-Markt, vorbeizuziehen.

„Das ist der erste Schuß im Konsolen-Krieg“ kommentierte Michael Gartenberg, Analyst bei Jupiter Research in New York. Microsoft sei fest überzeugt, dass die Playstation 2 nur wegen ihres damals 18-monatigen Zeitvorsprungs erfolgreicher als die Xbox war, ist sich Gertenberg sicher. Nun enthüllte der Softwarekonzern sein neues Produkt sogar Tage vor dem zuletzt erwarteten Termin, der Spielefachmesse E3 in Los Angeles (18. bis 20. Mai). „Warum sollten wir die neue Xbox 360 erst auf der E3 zeigen, da sind ja keine Konsumenten“, begründet Xbox-Chef Robbie Bach den vorgezogenen Launch. Wann Sony mit einer neuen Konsole auf den Markt kommen will, stand bislang noch nicht fest.

Microsoft entwickelt auf Apple

Die Xbox 360 entstand in einem kleinen Entwicklungslabor auf dem Microsoft-Campus in Redmond (Bundesstaat Washington) unter Führung von Microsoft-Manager J Allard. Hier wurde vom Design über den Namen bis hin zur Marke alles erschaffen. Eine kleine Besonderheit im Microsoft-Reich: Die Entwickler-Software der Konsole lief auf Apple Macintosh G5-Rechnern.

Mit ihrer Vorgängerin in ihrem Kastengehäuse, das einem PC deutlich mehr ähnelte als einem High-Tech-Spielzeug, hat die neue Xbox 360 kaum noch Ähnlichkeit. Das vorwiegend weiße, leicht konvexe Gehäuse kann auch hochkant gestellt werden. „Das glaubt hier kaum einer, daß das Design der Xbox 360 aus Amerika kommt“, sagt Microsoft-Mitarbeiter Jeff Handshaw stolz. Ein Leuchtring um den an der Frontseite angebrachten An-Aus-Knopf hat mehrere Funktionalitäten und signalisiert zum Beispiel, ob eine E-Mail eingegangen ist.

Mit drei Prozessor-Kernen

Herzstück der neuen Konsole ist ein schneller PowerPC-Prozessor von IBM mit drei Prozessor-Kernen (multicore), die jeweils eine Leistung von 3,2 Gigahertz erreichen sollen. Die 20 Gigabyte Festplatte ist abnehmbar und läßt sich auch an den PC anschließen. Über einen an der Frontseite angebrachten USB-Anschluss lassen sich Daten von einem MP3-Player oder der Digitalkameras übertragen oder der drahtlose Controller aufladen. „Drahtlos wird der Schlüssel zum Erfolg sein“, meint Allard.

Vor rund dreieinhalb Jahren war Microsoft erstmals in den Markt der Spielekonsolen eingedrungen, den sich traditionell die japanischen Unternehmen Sony und Nintendo geteilt hatten. Nach Angaben von Anthony Gikas, Analyst bei Piper Jaffray & Co., dominiert die Playstation 2 von Sony den US-Markt mit 56 Prozent (47,3 Millionen verkaufte Konsolen), Microsoft kommt danach mit 25 Prozent auf Platz zwei. Nach Angaben von Robbie Bach wurden innerhalb der letzten drei Jahre weltweit 20 Millionen Xbox-Konsolen verkauft. In Deutschland soll der Marktanteil der Playstation 2 nach Angaben von Sony zuletzt im Herbst 2004 auf 75 Prozent geklettert sein.

Für das erste Gerät habe Microsoft lediglich 19 Monate Entwicklungszeit gehabt, sagte J Allard. „Und wir mußten erst herausfinden, wie man sich eine breite Zielgruppe schafft“, betont Bach. Für die neue Generation zeigen sich die Entwickler zuversichtlich. Nach Angaben des „Wall Street Journal“ verzeichnete die Xbox-Division des Softwaregiganten in den vergangenen beiden Jahren rund 1,2 Milliarden Dollar jährlichen Verlust.

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