02.04.2007 · Einen Tag vor der zweiten Tarifrunde bringt Personalchef Eick die Gewerkschaft gegen sich auf. Einsteiger verdienen künftig 10.000 Euro weniger, die übrige Belegschaft soll länger arbeiten. Verdi droht weiter mit Streik.
Die Deutsche Telekom will die Gehälter für Berufseinsteiger deutlich beschneiden. Um seine Wettbewerbsposition zu verbessern, schlage das Unternehmen für die Bereiche Service, Kundendienst und Netzproduktion ein Jahresgehalt von 20.000 Euro vor, sagte Personalvorstand Karl-Gerhard Eick.
Bislang liegen die Einstiegsgehälter bei 30.000 bis 34.000 Euro. Gleichzeitig soll die Arbeitszeit von 34 auf mindestens 38 Stunden verlängert werden.
Kosten wie bei der Konkurrenz
Die geplanten Einschnitte sind Teil eines Sparprogramms, das die Verlagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in Servicegesellschaften unter dem Namen T-Service umfasst.
Laut Konzernchef Rene Obermann will das Unternehmen die Beschäftigten in eine neue Einheit mit dem Namen "T-Service" ausgliedern. Dort sollen sie länger arbeiten und weniger verdienen.
Telekom-Personalchef Karl-Gerhard Eick sagte nur durch die drastische Verringerung der Personalkosten sei es möglich, die betroffenen Arbeitsplätze in Call-Centern und im technischen Service im Konzern zu erhalten. Ziel des Konzerns sei es, die Kostenstrukturen an die der Konkurrenten anzunähern, betonte der Manager.
Vier Stunden länger arbeiten
So müssen sich Telekom-Mitarbeiter künftig auf längere Arbeitszeiten einstellen. Sie sollen ohne Lohnausgleich statt bislang 34 Stunden künftig 38 Stunden arbeiten.
Je länger die Arbeitszeit ausfalle, desto weniger Einschnitte seien darüber hinaus bei der Bezahlung
notwendig, meinte Personalchef Eick. Doch sei auch hier eine Annäherung an das allgemeine Marktniveau unvermeidlich.
Im Gegenzug zu den Einsparungen stellt die Telekom der Gewerkschaft eine Verlängerung des Kündungsverzichts über 2008 hinaus in Aussicht. Außerdem könnten tausende von Arbeitsplätzen, die in den vergangenen Jahren von der Telekom outgesourct worden seien, ins Unternehmen zurück geholt werden.
Ver.di lehnt das Gesamtkonzept zum Konzernumbau ab und hat mit Streik gedroht.
Eick: Wir halten Streiks im Zweifel aus
Der Telekom-Personalvorstand zeigte sich unbeeindruckt. Eick verwies darauf, dass ver.di bei Telekom-Konkurrenten Tarifverträge akzeptiert hätte, die sogar Einstiegsgehälter von lediglich 17.000 Euro vorsähen - bei deutlich höherer Wochenarbeitszeit. Diese Kluft sei auf Dauer nicht tragbar.
Außerdem habe die Gewerkschaft die gleichen Forderungen beim T-Mobile-Kundenservice bereits akzeptiert. Dann fügte er noch hinzu: „Wenn ein Streik sein muss, muss er sein. Es ist nicht das, was wir anstreben. Aber wir halten es im Zweifel auch aus.“
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
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