06.03.2006 · Ging es früher um die Verwaltung der Technologie selbst, gilt es heute, mit der IT einen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten. Marktführer Microsoft setzt dabei auf Windows und Office.
Von Carsten KnopIm Laufe der vergangenen Jahre hat sich der Schwerpunkt des Managements von Informationstechnologie und damit auch der Forschungsanstrengungen verschoben: Ging es früher um die Verwaltung der Technologie selbst, gilt es heute, mit der IT einen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten. Die Unternehmen bemühen sich um die Unterstützung ihres Geschäftsmodells durch IT-Lösungen und betrachten ihre interne Computerabteilung - oder jeden anderen Technologiepartner - als „Service Provider“.
Er ist ein Dienstleister, der dem Unternehmen einen Nutzen bieten muß. Die sogenannten serviceorientierten Architekturen (SOA), die als Konsequenz dieser neuen Wünsche entstehen, erlauben die Aufteilung der bislang einzeln für sich stehenden Softwareanwendungen in unterschiedlich kombinierbare Bausteine. Das treibt die Innovation in der Softwarebranche an.
Kostengünstigste und effiziente Möglichkeit
Technisch ist dazu eine sogenannte Integrationsplattform notwendig. Eine solche Architektur läßt sich mit vergleichsweise neuen Programmen wie „SAP Netweaver“, die „Websphere“ von IBM oder der „.net“-Plattform von Microsoft aufbauen. Infrastrukturspezialisten wie Bea Systems und Sun Microsystems mischen in diesem Markt ebenfalls mit. Eine serviceorientierte Architektur gilt allgemein als kostengünstigste und effiziente Möglichkeit, ungleiche Informationssysteme zu integrieren.
Eine durchdachte Lösung kann dabei helfen, schon vorhandene technische Einrichtungen und Softwaresysteme wirksam einzusetzen, die Transaktionskosten zu senken und gleichzeitig die Geschäftsprozesse transparenter zu steuern. Das Kürzel SOA und der dahinter stehende Begriff haben besonders in den vergangenen drei Jahren große Verbreitung gefunden.
Serviceorientierte Architekturen auf der Prioritätenliste
Für jedes fünfte Unternehmen stehen die serviceorientierten Architekturen in diesem Jahr auf der Prioritätenliste ihrer IT-Wünsche ganz oben. Höhere Bedeutung hat nur das Thema „Business Intelligence“. Zu diesem Ergebnis kommt das IT-Barometer 2006 der Zeitschrift Computerwoche und der IT-Beratung Capgemini. Der Privatmann merkt von diesen Entwicklungen freilich nichts.
Er wird hingegen schon am Marketingaufwand ablesen können, daß Microsoft in den vergangenen Jahren viel Geld in die neueste Version seines Betriebssystems Windows mit dem Zusatznamen „Vista“ und eine Überarbeitung seines Büroprogrammpakets „Office“ investiert hat. Andere wissen zu schätzen, daß der Computerhersteller Apple die Entwicklung von Hard- und Software nie voneinander getrennt hat und damit nun beim Verkauf von Musik über das Internet und seiner „iPod“-Musikspieler profitiert. Doch bei solchen Standardprogrammen finden Innovationen nur noch im Ausland statt.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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