09.01.2004 · Der Softwarekonzern Microsoft will es bis zum Jahresende möglich machen, in einem Haushalt existierende Fernseher drahtlos mit dem Personalcomputer zu verbinden.
Der Softwarekonzern Microsoft will es bis zum Jahresende möglich machen, in einem Haushalt existierende Fernseher drahtlos mit dem Personalcomputer (PC) zu verbinden. Wie der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates zur Eröffnung der "Consumer Electronics Show" (CES) in Las Vegas sagte, werden entsprechende Geräte von Herstellern wie Dell, Hewlett-Packard (HP), Gateway, Samsung und anderen auf den Markt kommen.
Die Set-top-Boxen verwandeln den Fernseher mit Hilfe der Microsoft-Software "Media Center Extender" in einen Monitor. Verbraucher können dann auf dem Fernseher, gesteuert über eine Fernbedienung, bequem Inhalte aus dem Computer abrufen, zum Beispiel Fotos, Videos oder Musik. Computer und Set-top-Box müssen nicht im selben Zimmer stehen.
Keine hohen Investitionen für Zusatzgeräte
Hohe Investitionen sind für dieses Netzwerk, das den PC zum zentralen Netzwerkrechner (Server) macht, nicht erforderlich: Die günstigsten Zusatzgeräte sollen lediglich knapp 200 Euro kosten. HP und Gateway werden Fernseher auch mit integrierter Extender-Technologie anbieten.
Allerdings funktioniert das System nur, wenn auf dem heimischen PC eine neuere Variante des Microsoft-Betriebssystems Windows XP läuft, die "Media Center Edition". Für die von Microsoft schon seit geraumer Zeit angebotene Videospielkonsole "Xbox" wird es einen Adapter geben, der aus der Konsole ebenfalls eine Set-top-Box für das Mediennetzwerk macht.
Computer soll zum Zentrum im Haushalt werden
Das neue Produkt ist Teil der von Gates schon häufiger vorgestellten Strategie der nahtlosen Computernutzung ("seamless computing"). Danach arbeiten verschiedene Geräte im Haushalt zusammen und tauschen Informationen untereinander aus. Ziel von Microsoft ist es, den Computer zum Technologie- und Unterhaltungszentrum im Haushalt zu machen.
Zu Beginn der CES zeigt sich damit, daß die Vermutungen richtig waren, daß die Messe die Umarmung der Unterhaltungselektronik durch die Informationstechnologie perfekt machen wird (F.A.Z. vom 6. Januar). So hat auch der Chiphersteller Intel angekündigt, 200 Millionen Dollar in Unternehmen investieren zu wollen, die Hard- und Softwaretechnologien für das "Digitale Zuhause" entwickeln.
Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, will auch Intel die Konvergenz von PC und Unterhaltungselektronik in einem drahtlosen Heimnetzwerk fördern, was besonders Microsoft in die Hände spielen dürfte. "Immer mehr Menschen möchten ihre Inhalte zu jeder Zeit, an jedem Ort und auf jedem Gerät nutzen können", sagte Intel-Vizepräsident Louis Burns. "Sie wollen drahtlos digitale Musikstücke von einem PC auf die Stereoanlage im Wohnzimmer übertragen, sie wollen digitale Bilder auf ihrem großen Fernsehbildschirm betrachten oder Videos auf drahtlosen Taschencomputern anschauen."
Unterhaltungselektronikhersteller wollen kontern
Die klassischen Anbieter von Unterhaltungselektronik versuchen in Las Vegas unterdessen, mit eigenen Initiativen zum digitalen Haushalt zu kontern: Der japanische Konzern Sony hat Prototypen eines portablen Breitband-Fernsehers vorgestellt, mit dem sich sowohl Fernsehsendungen als auch Videos anschauen lassen, mit dem man aber auch E-Mails schreiben oder das Internet nutzen kann.
Das Gerät ist ein ist ein kleiner Flüssigkristallbildschirm im 12-Zoll-Format, der drahtlos über eine Basisstation mit PC, Laptop, Fernsehgerät oder DVD-Rekorder verbunden ist. Sony will dieses Produkt ebenfalls noch im Laufe des Jahres auf den Markt bringen; ein Preis wurde nicht genannt.
Knackpunkt drahtlose Netzwerke
Alle Versuche, den Computer zu einem festen Bestandteil der Unterhaltungselektronik zu machen, werden nach Ansicht von Analysten aber nur dann erfolgreich sein, wenn sich mehr Privatleute zur Installation von drahtlosen Computernetzwerken entscheiden. Nach den Angaben des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton sind in den Vereinigten Staaten zur Zeit weniger als 10 Prozent der Haushalte mit solchen drahtlosen Netzen ausgerüstet.
Und obwohl es auf dem Heimatmarkt von Microsoft inzwischen 40 Anbieter von Computern gibt, die mit dem "Media Center"-Betriebssystem ausgerüstet sind, dürften nach Schätzungen nur rund 1 Prozent aller verkauften PC mit dieser Software ausgestattet sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |