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Software-Hintertür : Wenn dein Handy ungefragt nach China sendet

  • Aktualisiert am

Ob dieses Handy auch alle 72 Stunden Daten an einen chinesischen Server sendet? Bild: dpa

Welche Nachrichten schreibe ich? Wer telefoniert mit mir? Eine jetzt in Amerika entdeckte Software schickt all diese Daten an einen chinesischen Server. Der Hersteller erklärt auch, warum.

          Ein Handy ist heutzutage ein Schnäppchen, zumindest, wenn man sich nicht das allerneuste iPhone zulegen will. Mit ein wenig Pech besitzt man allerdings ein Exemplar, dass möglicherweise alle 72 Stunden sämtliche Daten - wohin man geht, mit wem man schreibt und mit wem man telefoniert - nach China weiterleitet.

          Ein amerikanischer Sicherheitsdienstleister hat eine Software, die genau das veranlasst, in einigen Android-Handys entdeckt, berichtet die New York Times. Die chinesische Firma Shanghai Adups, die die Software geschrieben hat, gibt an, diese laufe auf über 700 Millionen Handys. Nach Angaben von Kryptowire, der Sicherheitsfirma, welche die Software wiederum entdeckt hat, ist die Software vorinstalliert. Der Benutzer des Handy hat demnach keinen blassen Schimmer, dass die Software den Strauß an Daten automatisch an einen chinesischen Server weiterleitet.

          Gegenüber dem amerikanischen Handybauer, BLU Products, bei dem nach eigenen Angaben 120.000 Handys betroffen waren, erklärte Adups, die Software sei programmiert worden, um für einen chinesischen Handyhersteller Daten über das Verhalten der Kunden zu sammeln. Der Hersteller nutze die Daten unter anderem zum Kundenservice. Auf Geräten, die in Amerika verkauft werden, hätte sie gar nicht installiert sein dürfen. Eine Anwältin des Unternehmens erklärte außerdem, man habe keinerlei Verbindungen zur chinesischen Regierung. Adups liefere lediglich die Software, die der jeweilige Kunde bestelle.

          Adups entwickelt für ZTE und Huawei, zwei der größten Handyhersteller der Welt. Beide kommen aus China. Auf welchen Handys die Software fälschlicherweise läuft, ist indes nicht bekannt. Eine entsprechende Liste hat Adups oder der unbekannte Kunde bislang nicht veröffentlicht.

          Anmerkung (17.11.16):

          Huawei hat dementiert, dass Shanghai Adups „auf unserer Lieferantenliste steht. Wir pflegen zu dem Unternehmen keinerlei geschäftliche Beziehungen, egal in welcher Form.“

          Quelle: bfch.

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