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Sicherheitsbedenken Indien soll bald auf Blackberrys zugreifen können

17.08.2010 ·  Immer mehr Länder bedrängen den Blackberry-Hersteller, sie mitlesen zu lassen - und scheinen damit Erfolg zu haben. Auch Indien soll demnächst Zugriff auf die Nachrichten erhalten.

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Blackberry Hersteller Research in Motion (RIM) gerät weiter unter Druck, Regierungen Zugriff auf das Smartphone zu gestatten. Auch Indien will die Nachrichten lesen, die mit dem Smartphone verschickt werden - und RIM soll dem Land inzwischen entgegengekommen sein. Der Hersteller habe den Behörden Zugang zu seinem Kurznachrichten-Dienst zugesichert, sagte ein hochrangiges Regierungsmitglied. Bis zum 1. September werde der Service teilweise, bis Ende des Jahres vollständig geöffnet. Über einen Zugang zu E-Mail-Diensten für Unternehmen solle es in dieser Woche Gespräche geben.

Nicht nur Indien will mitlesen - auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Libanon und Algerien haben Sicherheitsbedenken gegen den freien Datenverkehr im Mobilfunk. Terroristen könnten die Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen, warnen sie. Mit Saudi-Arabien soll RIM schon einen Kompromiss erzielt haben. Der Konzern hat mehr als elf Prozent seiner Marktkapitalisierung eingebüßt, seitdem Saudi-Arabien und die Arabischen Emeritae drohten, den Dienst abzuschalten (siehe auch Blackberry-Messenger in Saudi-Arabien weiter erlaubt).

Es droht das Aus im wachstumsstärksten Telekommunikationsmarkt

Indien hatte RIM eine Frist bis 31. August gesetzt, um Sicherheitsbedenken auszuräumen (siehe Indien droht Google- und Skypenachrichten abzuschalten). Andernfalls drohte die Regierung mit der Abschaltung der Blackberry-Dienste. Auch die Mobilfunkbetreiber wurden angewiesen, bis Ende des Monats eine Überwachung der Blackberry-Dienste zu ermöglichen. Mehrere Unternehmen bestätigten am Dienstag, entsprechende Briefe vom Telekommunikationsministerium erhalten zu haben. Ein Mitarbeiter eines großen Telekomkonzerns sagte, die Regierung wolle eine geeignete Lösung zur Überwachung der Dienste. Die Daten müssten den Strafverfolgungsbehörden in einem lesbaren Format zur Verfügung gestellt werden. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter sagte, das Ministerium werde sicherstellen, dass die Unternehmen den Anweisungen Folge leisteten. Dies sei im Interesse der nationalen Sicherheit.

Sollte bis zum Ablauf der Frist keine Lösung gefunden werden, droht dem kanadischen Smartphone-Hersteller das Aus auf dem weltweit wachstumsstärksten Telekommunikationsmarkt. Rund eine Million von weltweit 41 Millionen Blackberry-Nutzern leben in Indien. Sie könnten ihre Geräte nur noch zum telefonieren und zum Surfen im Internet nutzen, sollte die Regierung die Kurznachrichten- und E-Mail-Dienste tatsächlich abschalten. Einem hochrangigen Regierungsmitglied zufolge sollte es noch am Dienstag ein Treffen von RIM-Technikern und Vertretern des Telekommunikationsministeriums und der Geheimdienste geben.

Zuletzt hatte es in indischen Regierungskreisen geheißen, RIM wolle noch in dieser Woche technische Systeme zur Verfügung stellen, die das Lesen verschlüsselter Daten ermöglichen. Die Verschlüsselung ist Kern des Sicherheitssystems von Blackberry, das RIM bei Geschäftskunden einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Rivalen wie Apple und Nokia verschafft hat. Die Daten werden beim Absenden codiert und sind damit für andere unlesbar. Zugleich läuft der Datenverkehr über eigene RIM-Server in Kanada und Großbritannien und nicht wie bei anderen Anbietern über lokale Rechenzentren.

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