http://www.faz.net/-gqe-7bc1d
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 18.07.2013, 07:26 Uhr

Schwacher Geschäftsausblick Deutsche kaufen alle 30 Sekunden Damenschuhe auf Ebay

Die Internet-Handelsplattform Ebay nimmt deutlich mehr ein und auch bei der Konzerntochtergesellschaft PayPal läuft das Geschäft. Für die kommenden Monate macht sich der Firmenchef aber Sorgen.

© dpa Ebay hat mehr als 120 Millionen aktive Nutzer

Die unsichere Wirtschaftslage in manchen Teilen der Welt bereitet der Internethandelsplattform Ebay offenbar Sorgen. „Der gesamtwirtschaftliche Gegenwind in Europa und Korea stellt auch im zweiten Halbjahr eine Herausforderung dar“, sagte Firmenchef John Donahoe während er die Geschäftszahlen für die zurückliegenden drei Monate bekanntmachte. Die waren allerdings nicht schlecht: „Wir hatten ein starkes zweites Quartal.“

Ebay hatte im zweiten Quartal seinen Umsatz um 14 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar (3 Milliarden Euro) steigern können. Dazu trug vor allem die zu dem Unternehmen gehörende Bezahlgesellschaft PayPal bei, die doppelt so schnell wuchs wie der Online-Marktplatz Ebay. Allerdings legten die Kosten noch rasanter zu, so dass der Gewinn letztlich um 8 Prozent auf unterm Strich 640 Millionen Dollar schrumpfte.

Tatsächlich störten sich die Anleger allerdings wesentlich an dem als verhalten wahrgenommen Ausblick auf die kommenden Monate. Der Ebay-Aktienkurs sank im nachbörslichen Handel um mehr als 6 Prozent.

Mehr als 130 Millionen PayPal-Konten

Auf dem Ebay-Marktplatz tummeln sich mittlerweile annähernd 120 Millionen aktive Nutzer, 15 Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Immer wichtiger wird dabei der Einkauf über internetfähige Mobiltelefone oder Tablet-Computer. „Alle 30 Sekunden wird beispielsweise bei Ebay in Deutschland ein Paar Damenschuhe mobil gekauft“, sagte Geschäftsführer Martin Tschopp.

Während in der Anfangszeit von Ebay zumeist Gebrauchtwaren von Privatleuten angeboten wurden, sind es mittlerweile vor allem Neuwaren von Händlern zu festen Preisen. Ebay lebt dabei von Gebühren für getätigte Geschäfte - im Unterschied zum großen Konkurrenten Amazon. Amazon verkauft auch selbst - das Unternehmen berichtet in der kommenden Woche über sein Quartalsgeschäft.

Der Bezahldienst PayPal verzeichnet mittlerweile mehr als 132 Millionen Konten, das sind 19 Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Auch hier sind es Gebühren für Transaktionen, die Ebay das Geld bringen. Drittes Standbein des Konzerns ist der Handelsdienstleister GSI, der beispielsweise Online-Shops für Kunden aufsetzt.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA/FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Journalismus von morgen Zeitung wird zum Buchstabenkino

Patrick Soon-Shiong verdient sein Geld mit Biotechnologie. Nun hat er Los Angeles Times und Chicago Tribune gekauft. Er will experimentieren. So sollen Leser mit einer Kamera ins Blatt sehen. Mehr Von Adrian Lobe

19.06.2016, 20:10 Uhr | Feuilleton
Fernsehtrailer Preacher

Preacher ist seit dem 01. Mai bei Amazon Prime verfügbar. Mehr

15.06.2016, 15:05 Uhr | Feuilleton
Bundeskartellamt Der Markt ist hoch konzentriert

Nach Edeka und Tengelmann nun auch Rewe und Coop? Immer mehr Ketten schließen sich zusammen. Dabei dominieren die vier größten den Markt schon jetzt. Mehr

20.06.2016, 07:51 Uhr | Wirtschaft
Bear Content Badender Bär wird zum Internet-Hit

Ein Schwarzbär badet in einer Wanne. Das Video des amerikanischen Zoos aus Portland hat bereits mehr als 1,3 Millionen Klicks bekommen. Es funktioniert also nicht nur Cat-Content. Mehr

09.06.2016, 12:10 Uhr | Gesellschaft
Luftverkehr Drohne fliegen nur mit Führerschein

Im Luftraum wird es immer enger. Außerdem drohen Gefahren durch überforderte Laien und Terroristen. Der Chef der Flugsicherung fordert eine Pflicht zur Registrierung und einen Führerschein für private Nutzer. Mehr Von Ulrich Friese

20.06.2016, 18:31 Uhr | Wirtschaft
Technik-Aktien
Name Kurs %
NASDAQ 100 -- --
APPLE -- --
ALPHABET INC.CL.A DL-,001 -- --
FACEBOOK INC.A DL-,000006 -- --
ZYNGA INC. DL -,01 -- --
TecDAX ® -- --
UTD.INTERNET -- --
ZALANDO SE -- --
ROCKET INTERNET SE -- --

Das Herz der EU

Von Holger Steltzner

Der EU-Binnenmarkt ist in Misskredit geraten, viele verteufeln ihn als neoliberal oder verunglimpfen ihn als Machtmittel deutscher Hegemonie. Dabei ist gerade er der wirtschaftliche Motor, der Wachstum und Wohlstand bescherte. Mehr 65 132

Grafik des Tages Ist der Mindestlohn schlimm?

Seit anderthalb Jahren gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Immer noch zweifeln viele Firmen, dass er ihre Erträge schmälern wird - besonders in einer Branche. Mehr 0