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Pro-Sieben-Sat.1-Chef de Posch „Der Zuschauer soll entscheiden“

Der Vorstandsvorsitzende des Fernsehkonzerns hat in einem Interview mit der F.A.S. die umstrittene Übertragung der Tour de France sowie die Kürzung von Nachrichtensendungen verteidigt. „Wir wollen 25 bis 30 Prozent Rendite“, sagte er.

© AP Vergrößern „Auch falls es noch mehr Dopingfälle geben sollte, werden wir weiter übertragen”

Der Fernsehkonzern Pro-Sieben-Sat.1 verteidigt die umstrittene Übertragung der Tour de France. „Die Tour ist ein großer Wettbewerb. Ich mag nicht einsehen, warum ein TV-Sender da die Zensur einführt. Der Zuschauer soll entscheiden, ob er die Rennen verfolgen will oder nicht“, sagte der Vorstandsvorsitzende Guillaume de Posch der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

In allen anderen Ländern werde die Tour weiter übertragen, auch von gebührenfinanzierten Sendern wie ARD und ZDF, sagte der Konzernchef. „Auch falls es noch mehr Dopingfälle geben sollte, werden wir weiter übertragen“, kündigte de Posch an. „Es liegt in der Macht des Zuschauers auszuschalten. Wir senden, so lange die Organisatoren die Tour nicht abbrechen. Parallel thematisieren wir das Doping-Problem.“

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„Weitere Kürzungen sind derzeit nicht geplant“

Der Sender sei „sehr optimistisch“ mit den Tour-Berichten, „schnell zweistellige Quoten zu erreichen“, sagte der Vorstandschef von Pro-Sieben-Sat.1. „Die Tour des France ist sympathisch. Das gibt uns zum richtigen Zeitpunkt neuen Schub.“ Wie viel ihn die Übertragungsrechte gekostet haben, wollte er nicht sagen. „Das unter liegt der Geheimhaltung.“

In dem Gespräch mit der F.A.S. verteidigte de Posch auch die Kürzung von Nachrichtensendungen im Programm von Sat.1 und den damit verbundenen Stellenabbau. „Es ging nicht darum, die Nachrichten abzuschaffen. Wir haben zwei Boulevard-Magazine gekürzt. Und das muss einem Management erlaubt sein“, sagte de Posch. „Wir haben stattdessen vor einigen Monaten das Frühstücksfernsehen um eine Stunde verlängert.“ Er sehe „überhaupt keine Ansatzpunkte, dass dies Folgen für unsere Lizenz haben könnte“, führte der Manager in der F.A.S. aus. „ Die haben wir im Jahr 2000 erneut für Sat.1 mit einem Informationsanteil von 19 Prozent bekommen. Nach dem jetzt gefassten Beschluss liegen wir bei 23 Prozent.“

Der Konzernchef widersprach auch dem vielfach geäußerten Verdacht, die Stellen würden auf Anordnung der neuen Eigentümer des Konzerns, der Finanzinvestoren KKR und Permira, gestrichen. „Die Kürzungen haben nichts mit den Gesellschaftern zu tun“, bekräftigte de Posch. „Effizienzprobleme haben alle Sender, wir sind da nicht die Ausnahme. Wir wollen 25 bis 30 Prozent Rendite. Der europäische Durchschnitt ist 26, wir liegen im Moment bei 22.“ Über das Sparprogramm werde im Moment mit dem Betriebsrat verhandelt, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Das war es dann auch, weitere Kürzungen sind derzeit nicht geplant.“

Das vollständige Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden von Pro-Sieben-Sat.1, Guillaume de Posch, lesen Sie am Sonntag, dem 22. Juli 2007 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 
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