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Presse „Rundschau“-Übernahme durch SPD-Holding perfekt

04.05.2004 ·  Die Übernahme der „Frankfurter Rundschau“ durch die SPD-Medienholding DDVG ist ausgehandelt. Die DDVG wird neunzig Prozent der Zeitung übernehmen, der Kaufpreis soll bei rund siebzig Millionen Euro liegen.

Von Michael Hanfeld
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Die Übernahme der „Frankfurter Rundschau“ durch die SPD-Medienholding DDVG ist ausgehandelt. Die DDVG wird neunzig Prozent der Zeitung übernehmen, zehn Prozent bleiben bei dem bisherigen Alleingesellschafter der Zeitung, der Karl-Gerold-Stiftung. Der Kaufpreis soll bei rund siebzig Millionen Euro liegen. Dreißig Millionen Euro will die DDVG angeblich neu investieren.

Durch den Verkauf des Redaktionssitzes in der Frankfurter Innenstadt will der Verlag der "Rundschau" zudem vierzig Millionen Euro erlösen. Auf die Mitarbeiter der "Frankfurter Rundschau" kommen mit dem Eintritt der SPD-Medienholding jedoch weitere Einschnitte zu. So soll die Zahl der Festangestellten auf 850 sinken, in einem zweiten Schritt sei ein Stellenabbau auf 750 Stellen möglich, sagte der Geschäftsführer der "Frankfurter Rundschau", Günter Kamissek, im Gespräch mit dieser Zeitung. Der erste Schritt des Personalabbaus müsse zum 1. Juli bereits vollzogen werden. Mit Stand vom 1. Juli des letzten Jahres hatte die "Rundschau" 1250 Mitarbeiter, im Jahr 2000 waren es noch 1600 gewesen.

„Ein Jahr lang gekämpft“

In den Gesellschaftervertrag mit der DDVG würden jedoch die Ziele, denen sich die Zeitung verpflichtet fühle, hineingeschrieben, so daß ein weiterer, künftiger Gesellschafter, an den die DDVG, wie sie zuvor bereits bekundet hatte, ihre Anteile weitergeben will, daran gebunden wäre. Demzufolge muß die "Frankfurter Rundschau" auch nach der Übernahme durch die SPD-Holding als "unabhängige, überregionale und sozialliberal ausgerichtete" Zeitung fortgeführt werden. "Dafür habe ich ein Jahr lang gekämpft", sagte der "Rundschau"-Geschäftsführer Kamissek, der erst im letzten Jahr vom Verlag des "Kölner Stadt-Anzeigers" nach Frankfurt gewechselt war. Er zeigte sich besonders befriedigt darüber, daß er einen Partner gefunden habe, "der an die Zukunft der Zeitung glaubt".

Die Schatzmeisterin der SPD, Inge Wettig-Danielmeier, hatte zuvor angekündigt, man wolle die "Rundschau" bereits 2005 wieder in die Gewinnzone bringen. "Wir haben sehr intensiv daran gerechnet und gehen davon aus, daß die ,FR' schon von 2005 an wieder in die schwarzen Zahlen kommt", sagte sie. Der Chefredakteur der "Rundschau", Wolfgang Storz, hatte, als sich die Einigung mit der DDVG abzeichnete, im Gespräch mit der F.A.Z. bekundet, daß er den Einstieg der SPD-Medienholding begrüße; zwar hätten einige in der Redaktion "auch Bauchschmerzen", doch sei eine politische Beeinflussung des Blattes nicht zu befürchten.

Die hessische Landesregierung, die der "Frankfurter Rundschau" zwischenzeitlich eine Landesbürgschaft über zehn Millionen Euro gewährte, hatte die Übernahme der Zeitung begrüßt, weil dadurch Arbeitsplätze gesichert würden, zugleich aber den Einstieg der SPD-Medienholding kritisch gesehen. Der FDP-Medienpolitiker Hans-Joachim Otto bezeichnete den Kurs der Chefredaktion des Blattes als "besorgniserregend". Kritik hatte es auch seitens der Investmentgesellschaften gegeben, die sich an der "Rundschau" beteiligen wollten, jedoch dann vor acht Wochen plötzlich aus dem Rennen waren. Zunächst war mit einem Einstieg der Investmentgesellschaft 3i oder der Gewerkschaftsholding BGAG gerechnet worden, statt dieser kam dann die DDVG zum Zuge, die sich bis dato im Hintergrund gehalten hatte.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Mai 2004
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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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