Home
http://www.faz.net/-gqm-78zs6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Pläne der Telekom Wer mehr zahlt, surft ohne Tempobremse

Auch nach Inkrafttreten der umstrittenen Tempobremse der Telekom bei hoher Nutzung einer DSL-Flatrate, will der Konzern „echte“ Flatrates anbieten - für 10 bis 20 Euro mehr Geld im Monat. Das gab der Telekom-Vorstandsvorsitzende Obermann bekannt.

© dpa Vergrößern Er verteidigt die Tempobremse im Internet: Telekom-Vorstandsvorsitzender René Obermann.

Wer bei der Telekom auch künftig ohne Tempo-Bremse im Internet surfen möchte, muss langfristig mit Zusatzkosten von 10 bis 20 Euro für die Flatrate rechnen. Das kündigte Konzernchef René Obermann am Mittwoch bei der Vorlage der Zwischenbilanz für das erste Quartal 2013 an. Damit nannte die Telekom erstmals eine Größenordnung für die Mehrausgaben und bestätigte zugleich, dass es „echte Flatrates“ weiterhin geben wird - nur eben für mehr Geld. Obermann sagte, ein genauer Preis sei noch nicht vorhersehbar.

Die Daten-Obergrenzen für Internet-Flatrates im Festnetz, ab denen das Tempo drastisch gedrosselt werden kann, sollen frühestens im Jahr 2016 greifen. Obermann verteidigte den von vielen Seiten kritisierten Plan abermals: Der Internetverkehr werde sich Schätzungen zufolge allein bis 2016 vervierfachen. Ziel der Telekom sei es, dass immer mehr Kunden immer schneller surfen könnten. In den kommenden Jahren werde der Konzern rund sechs Milliarden Euro ins Festnetz investieren. „Wir müssen und wollen die Investitionen zurückverdienen“, erklärte Obermann. Aber: „Wir wollen auch in Zukunft Flatrates anbieten.“ Es könne aber nicht stetig fallende Preise bei immer höherer Leistung und unbegrenztem Datenvolumen geben.

„Marktgerecht und den Preis wert“

„Dass wir nicht nur mit Lob überschüttet werden, war klar. Wir ignorieren die Kritik nicht“, sagte Obermann. Die Angebote würden auch 2016 „marktgerecht und ihren Preis wert sein“. Bis dahin werde die Telekom sich die Markt- und Nutzungsentwicklung genau ansehen.

Deutschlandchef Niek Jan van Damme betonte, dass die geplante Preisdifferenzierung im Sinne aller Kunden sei und sagte: „Jeder, der den Wasserhahn laufen lässt, muss dafür bezahlen.“ Die Daten-Obergrenzen gelten seit dem 2. Mai zunächst für Neukunden.

Fernsehdienst Entertain von Volumenbegrenzung befreit

Kritiker stören sich vor allem daran, dass der Telekom-Fernsehdienst Entertain im Gegensatz zu konkurrierenden Angeboten etwa von Apple oder Amazon von der Volumenbegrenzung befreit werden soll. Die Telekom verweist darauf, dass Entertain ein gesondert bezahltes Medienangebot ist, das als „Managed Service“ betrieben werde. Zugleich könnten schließlich auch die anderen Anbieter ihre Dienste von der Telekom als gesondert bezahlten „Managed Service“ zustellen lassen.

Angesichts dieser Position wurden Vorwürfe eines Verstoßes gegen die Netzneutralität laut - das Prinzip, wonach alle Daten im Netz gleich behandelt werden sollen. Die Bundesnetzagentur forderte von der Telekom bereits Aufklärung über die Pläne. Kritik kam auch aus der Bundesregierung.

Infografik / Deutsche Telekom

Laut den am Mittwoch präsentierten Quartalszahlen ging zu Jahresbeginn der Umsatz des Telekom-Konzerns zurück, unterm Strich verdiente das Unternehmen aber etwas mehr als im Vorjahr.

Das schwache Geschäft im europäischen Ausland und in den Vereinigten Staaten setzte der Telekom zu. Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sank um gut vier Prozent auf 4,29 Milliarden Euro. Dank geringerer Abschreibungen auf die amerikanische Sparte legte der Überschuss hingegen leicht auf 564 Millionen Euro zu.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Medientage in München Die Möglichkeit einer bayerischen Insel

Auf dem Weg zur digitalen Selbstverständlichkeit: In München beginnen die Medientage mit einer Attacke auf Google und andere omnipräsente Netz-Konzerne. Doch niemand greift die Kritik auf - warum nicht? Mehr Von Henning Peitsmeier

23.10.2014, 12:30 Uhr | Feuilleton
Spannung vor Apple-Präsentation

Am Dienstag will der US-Konzern seine neuesten Produkte vorstellen. Experten rechnen mit einem größeren Display für das iPhone 6 und einer Apple-Smartwatch. Mehr

09.09.2014, 16:09 Uhr | Technik-Motor
Dobrindts Vignette So teuer wird die Pkw-Maut

Ab 2016 soll die neue Pkw-Maut erhoben werden. Was kostet sie? Welche Strafen drohen Schwarzfahrern? Und mit welchen Einnahmen rechnet Verkehrsminister Dobrindt? Ein Überblick. Mehr Von Manfred Schäfers

30.10.2014, 12:07 Uhr | Wirtschaft
Plötzlich überall Internet

Jahrzehntelang war Myanmar weitgehend abgeschottet, nun rollt nach den politischen Umwälzungen die nächste Revolution an - durch das mobile Internet. SIM-Karten gibt es in dem südostasiatischen Land für umgerechnet 1,19 Euro, und die Zahl der Online-Nutzer nimmt rasant zu. Mehr

01.10.2014, 11:13 Uhr | Wirtschaft
Das Verbraucherthema Für dieses Jahr aussichtslos

Wer zum Orthopäden oder Hautarzt will und kein Privatpatient ist, muss oft wochenlang auf einen Termin warten. Ein neues Gesetz soll dies ändern. Mehr Von Ingrid Karb

18.10.2014, 11:30 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.05.2013, 17:22 Uhr


Aktienkurse
Name Kurs Änderung
  Nasdaq 100 --  --
  Facebook --  --
  Google --  --
  Apple --  --
  Zynga --  --

Schatten der Lockerung

Von Patrick Welter, Washington

Die amerikanische Notenbank stoppt die Ankäufe von Anleihen. Wie hat dieses umstrittene Instrument gewirkt? Ist das Inflationsrisiko wirklich überschaubar? Mehr

Grafik des Tages Deutschland sticht in See

Das „Traumschiff“ steuert in die Insolvenz: Es erwirtschaftet schlicht zu wenig Geld – obwohl das Interesse an Kreuzfahrten so groß ist wie nie zuvor, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --