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Pläne der Telekom Ein Internet nur für Deutschland

Die Deutsche Telekom arbeitet an einem rein innerdeutschen Internet. Die Idee: Vor dem Hintergrund der NSA-Affäre sollen bestimmte Daten die regionalen Grenzen nicht verlassen.

© dpa Daten aus Glasfaserleitungen abfischen: Das soll der NSA künftig schwerer gemacht werden.

Die Deutsche Telekom versucht nach der NSA-Spionageaffäre aktiv ein innerdeutsches Internet auf die Beine zu stellen. „Es laufen Gespräche mit diversen möglichen Partnern“, bestätigte ein Telekom-Sprecher am Sonntag. Es gehe dabei zum Beispiel um Netzbetreiber, deren Unterstützung für ein solches Projekt notwendig wäre. Zum Stand der Gespräche äußerte sich der Sprecher nicht.

Vor allem nach Bekanntwerden der weitreichenden Internet-Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA kamen immer mehr Gedankenspiele für ein innerdeutsches oder europäisches Internet auf. Die Idee dabei ist, dass der Datenverkehr zwischen Punkten in Deutschland oder Europa nicht die regionalen Grenzen verlassen soll. In Europa wurde zum Beispiel ein „Schengen-Routing“ mit Ländern des freien Grenzverkehrs ins Gespräch gebracht. Dabei bliebe Großbritannien außen vor, wo der Geheimdienst GHCQ gemeinsam mit der NSA in großem Stil Daten aus ganz Europa aus den transatlantischen Glasfaser-Leitungen abfischen soll.

Derzeit können Daten zum Teil über verschiedene Kontinente fließen, wenn diese Umwege sich als schneller und kostengünstiger erweisen als der direkte Übermittlungsweg. Die Schaltzentralen des Internet, die sogenannten Switcher und Router lassen sich so einstellen, dass Daten innerhalb eines bestimmten Netzes bleiben, wenn die Adressaten beide im nationalen Einzugskreis dieses Netzes liegen. „Routingtabellen lassen sich entsprechend einstellen“, hatte der Präsident des deutschen Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, gegenüber dieser Zeitung gesagt. In Amerika werden solche Möglichkeiten offenbar schon genutzt. Wie weit die Umsetzung der Überlegungen der Telekom vorangekommen ist, ist bisher noch unklar. Es müssten viele Probleme geklärt werden, die von rechtlichen Fragen bis zu geschäftlichen Grundlagen reichen.

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Die Telekom hofft einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ auf Unterstützung durch die neue Bundesregierung. Laut Konzernmanagern seien die technischen Vorbereitungen weniger aufwendig als bisher gedacht. Bisher gibt es bereits das Projekt „E-Mail made in Germany“, bei dem die Deutsche Telekom, United Internet (Web.de und GMX) sowie Freenet die Nachrichten in nationalen Grenzen fließen lassen wollen. Zudem geht ein von der Telekom und anderen deutschen Herstellern entwickelter Sicherheitsfilter an den Start, der Unternehmen vor Cyberangriffen schützen soll.

Das Produkt „Clean Pipe“ richte sich an Geschäftskunden und biete einen Schutzschild gegen alle elementaren Bedrohungen aus dem Internet, sagte ein Telekom-Sprecher. Sensible Komponenten vom Internet-Router bis zum Cloud Computing stammten von deutschen Anbietern. Es gehe vor allem um die Abwehr von Wirtschaftsspionage und allgemeiner Internetkriminalität. Die Telekom habe „Clean Pipe“ zusammen mit dem Unternehmen Lancom Systems (Würselen bei Aachen) entwickelt, das auf Hochsicherheit spezialisiert ist und Hochgeschwindigkeitsrouter baut.

Quelle: fib./DPA

 
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Veröffentlicht: 10.11.2013, 14:32 Uhr


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