Home
http://www.faz.net/-gqm-7ja9u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Pläne der Telekom Ein Internet nur für Deutschland

Die Deutsche Telekom arbeitet an einem rein innerdeutschen Internet. Die Idee: Vor dem Hintergrund der NSA-Affäre sollen bestimmte Daten die regionalen Grenzen nicht verlassen.

© dpa Vergrößern Daten aus Glasfaserleitungen abfischen: Das soll der NSA künftig schwerer gemacht werden.

Die Deutsche Telekom versucht nach der NSA-Spionageaffäre aktiv ein innerdeutsches Internet auf die Beine zu stellen. „Es laufen Gespräche mit diversen möglichen Partnern“, bestätigte ein Telekom-Sprecher am Sonntag. Es gehe dabei zum Beispiel um Netzbetreiber, deren Unterstützung für ein solches Projekt notwendig wäre. Zum Stand der Gespräche äußerte sich der Sprecher nicht.

Vor allem nach Bekanntwerden der weitreichenden Internet-Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA kamen immer mehr Gedankenspiele für ein innerdeutsches oder europäisches Internet auf. Die Idee dabei ist, dass der Datenverkehr zwischen Punkten in Deutschland oder Europa nicht die regionalen Grenzen verlassen soll. In Europa wurde zum Beispiel ein „Schengen-Routing“ mit Ländern des freien Grenzverkehrs ins Gespräch gebracht. Dabei bliebe Großbritannien außen vor, wo der Geheimdienst GHCQ gemeinsam mit der NSA in großem Stil Daten aus ganz Europa aus den transatlantischen Glasfaser-Leitungen abfischen soll.

Derzeit können Daten zum Teil über verschiedene Kontinente fließen, wenn diese Umwege sich als schneller und kostengünstiger erweisen als der direkte Übermittlungsweg. Die Schaltzentralen des Internet, die sogenannten Switcher und Router lassen sich so einstellen, dass Daten innerhalb eines bestimmten Netzes bleiben, wenn die Adressaten beide im nationalen Einzugskreis dieses Netzes liegen. „Routingtabellen lassen sich entsprechend einstellen“, hatte der Präsident des deutschen Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, gegenüber dieser Zeitung gesagt. In Amerika werden solche Möglichkeiten offenbar schon genutzt. Wie weit die Umsetzung der Überlegungen der Telekom vorangekommen ist, ist bisher noch unklar. Es müssten viele Probleme geklärt werden, die von rechtlichen Fragen bis zu geschäftlichen Grundlagen reichen.

Mehr zum Thema

Die Telekom hofft einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ auf Unterstützung durch die neue Bundesregierung. Laut Konzernmanagern seien die technischen Vorbereitungen weniger aufwendig als bisher gedacht. Bisher gibt es bereits das Projekt „E-Mail made in Germany“, bei dem die Deutsche Telekom, United Internet (Web.de und GMX) sowie Freenet die Nachrichten in nationalen Grenzen fließen lassen wollen. Zudem geht ein von der Telekom und anderen deutschen Herstellern entwickelter Sicherheitsfilter an den Start, der Unternehmen vor Cyberangriffen schützen soll.

Das Produkt „Clean Pipe“ richte sich an Geschäftskunden und biete einen Schutzschild gegen alle elementaren Bedrohungen aus dem Internet, sagte ein Telekom-Sprecher. Sensible Komponenten vom Internet-Router bis zum Cloud Computing stammten von deutschen Anbietern. Es gehe vor allem um die Abwehr von Wirtschaftsspionage und allgemeiner Internetkriminalität. Die Telekom habe „Clean Pipe“ zusammen mit dem Unternehmen Lancom Systems (Würselen bei Aachen) entwickelt, das auf Hochsicherheit spezialisiert ist und Hochgeschwindigkeitsrouter baut.

Quelle: fib./DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurter Flughafen Viele Flüge wegen Winterwetters gestrichen

Schnee am Frankfurter Flughafen: Deshalb wurde eine Reihe von Flügen abgesagt. Tausende Passagiere sind betroffen. Viele von ihnen wussten aber seit Freitagabend Bescheid. Mehr

24.01.2015, 14:11 Uhr | Rhein-Main
Geheimdienst NSA soll auch Telekom-Netz kontrollieren

Der amerikanische Geheimdienst NSA und der britische Nachrichtendienst GCHQ verfügen über verdeckte Zugänge in die Netze der Deutschen Telekom und des Kölner Anbieters Netcologne. Das berichtet Der Spiegel unter Berufung auf geheime Dokumente aus dem Archiv des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden. Mehr

15.09.2014, 12:58 Uhr | Politik
F.A.Z.-Exklusiv Dobrindt plant Teststrecke für selbstfahrende Autos

In Deutschland ist auf der A 9 eine Teststrecke für selbstfahrende Autos geplant. Das kündigte Bundesverkehrsminister Dobrindt im Gespräch mit der F.A.Z. an. Auch beim digitalen Netzausbau will er die europäischen Nachbarn abhängen. Mehr

25.01.2015, 22:45 Uhr | Wirtschaft
Hilfsgütertransport in den Nordirak aufgebrochen

Die Organisation "Luftfahrt ohne Grenzen" brachte LKW mit Kindernahrung, Decken und Zelten auf den Weg. Der Verein mahnte, Europa müsse mehr Hilfe leisten. Mehr

05.09.2014, 09:37 Uhr | Politik
Menschenschmuggel nach Europa Ein Geisterschiff wird kommen

Die türkische Hafenstadt Mersin gilt als Zentrum des Menschenschmuggels in Richtung Westeuropa. Wie funktioniert das Geschäft mit der Hoffnung? Eine Spurensuche. Mehr Von Michael Martens

19.01.2015, 20:23 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.11.2013, 14:32 Uhr


Aktienkurse
Name Kurs Änderung
  Nasdaq 100 --  --
  Facebook --  --
  Google --  --
  Apple --  --
  Zynga --  --

Erst mal kommen lassen

Von Patrick Bernau

Griechenland macht sich in halb Europa unbeliebt. Und Angela Merkel wartet ab. Das ist die richtige Strategie: Griechenland darf sich auch mal mit anderen Ländern zerstreiten. Mehr 40 36

Grafik des Tages Geldmaschine Real Madrid

Der umsatzstärkste Fußballclub ist ein spanischer. Viel Geld verdienen auch britische Vereine. Aus Deutschland schafft es in dieser Rangfolge nur einer unter die ersten zehn. Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --