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Online-Brief Die Telekom forciert die De-Mail

13.07.2010 ·  Bei der Telekom können sich Privatkunden von dieser Woche an für die sichere De-Mail registrieren lassen. Der Konzern will der Post Konkurrenz machen und hofft, möglichst viele Behörden und große Unternehmen dafür zu gewinnen, ihre Briefe nicht mehr auf Papier zu verschicken.

Von Susanne Preuß, Friedrichshafen
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Bei der Telekom können sich Privatkunden von dieser Woche an für die sichere De-Mail registrieren lassen. Diese besondere Form des Mail-Verkehrs könnte künftig Milliarden von Briefen ersetzen, prognostiziert Telekom-Vorstandsmitglied Reinhard Clemens. Von 18 Milliarden Briefen, die jährlich in Deutschland versandt werden, seien 10 Milliarden Briefe für die De-Mail relevant, umriss er vor Journalisten in Friedrichshafen das potentielle Marktvolumen. Ein konkretes Umsatzziel für die Telekom nannte Clemens nicht.

Der Konzern hofft, möglichst viele Behörden und große Unternehmen dafür zu gewinnen, ihre Post nicht mehr auf Papier zu verschicken, sondern per De-Mail, die deutlich billiger sein wird. Um für diese Großkunden attraktiv zu werden, ist es für die Telekom wiederum notwendig, so viele Privatkunden wie möglich zu finden, die sich für die De-Mail registrieren lassen. Die Telekom lockt die Verbraucher mit einem Einführungsangebot, das die kostenlose Registrierung, ein sicheres Postfach und eine noch nicht näher definierte Anzahl kostenloser De-Mails beinhaltet.

De-Mail-Gesetz muss noch verabschiedet werden

Mit dem Start der Registrierung folgt die Telekom jetzt den großen E-Mail-Providern GMX und Web.de, die seit der vergangenen Woche um Kunden buhlen. Tatsächlich wird das Verfahren erst im kommenden Jahr funktionieren. Zuvor muss noch das De-Mail-Gesetz verabschiedet werden, das Details zur Rechtswirksamkeit regeln wird. Grundsätzlich soll die De-Mail Briefe und sogar Einschreiben ersetzen, weil Sender und Empfänger im Gegensatz zur normalen E-Mail eindeutig zu identifizieren sind.

In der Wirtschaft stößt die De-Mail auf positive Resonanz. Wichtig sei unter anderem, dass die Unternehmen künftig ihren so erfolgten Schriftverkehr auch elektronisch archivieren dürften, während bisher beispielsweise das Finanzamt nur ein Papierarchiv akzeptiere, berichtete Christoph Kohorst von der IHK Bodensee-Oberschwaben, die ein Pilotprojekt der Telekom begleitet. Konkret getestet hat der Autozulieferer ZF Friedrichshafen AG die De-Mail für den Versand der Entgeltabrechnungen.

Telekom macht der Post Konkurrenz

Rund 90 Prozent der Mitarbeiter hätten angegeben, sie würden das System weiterempfehlen, berichtete ZF-Projektleiter Martin Frick. Für das Unternehmen mit rund 60 000 Mitarbeitern sehe man durch die De-Mail erhebliches Sparpotential. Die Telekom tritt mit der Einführung der De-Mail in Konkurrenz zur Post. Es werde aber eine Kooperation geben, kündigte T-Systems-Vorstand Reinhard Clemens an. So darf die Post wohl damit rechnen, all jene Briefe ausdrucken und zustellen zu dürfen, deren Empfänger nicht am De-Mail-Verfahren teilnehmen können oder wollen.

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