http://www.faz.net/-gqe-7yqtm

Digitalkonferenz DLD : Oliver Samwer: Ich sehe tausend Probleme

  • Aktualisiert am

Oliver Samwer macht anderen Gründern Mut. Bild: dpa

Die Kursentwicklung war alles andere als raketenmäßig, als die Internet-Firmen Zalando und Rocket Internet ihren Börsenstart hatten. Inzwischen ist alles anders - und Oliver Samwer präsentiert sich als Vorzeige-Gründer.

          Der Internet-Unternehmer Oliver Samwer hat den Börsengang seiner Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet zum Vorbild für die Internetszene in Deutschland erklärt. „Früher war das Ziel der Gründer immer ein Börsengang in Amerika“, sagte er am Montag auf der Digitalkonferenz DLD in München. „Jetzt sehen Gründer, dass auch ein Börsengang in Deutschland geht. Wir konnten es schließlich auch tun, und wir sind ganz normale Leute.“

          Oliver Samwers Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet ging im Oktober an die Börse - einige Tage nach dem Online-Bekleidungshändler Zalando, den auch Oliver Samwer und seine Brüder mit aufgebaut hatten. Beide Börsengänge liefen schwierig, die Kurse sackten erst mal ab, das Gelächter war laut. Inzwischen haben aber beide Aktien ihre Ausgabepreise deutlich übertroffen.

          Rocket Internet ist allerdings in einem schwach regulierten Handelssegment notiert, dem „Entry Standard“. Samwer verteidigte das. „Wir müssen unsere Zahlen nur alle sechs Monate vorlegen, das ist ein großer Vorteil.“ Inzwischen sage er aber jungen Gründern, sie müssten mehr Wert auf Buchhaltung legen. „Jetzt mögen wir die Wirtschaftsprüfer.“

          Seine Vorgehensweise bei der Gründung neuer Unternehmen verglich er mit dem Volkswagen-Konzern, der Marken wie Audi, Skoda und Seat vereint. „Dort sehen alle Autos anders aus, aber sie entstehen auf der gleichen Plattform.“

          Inzwischen sei Rocket Internet für neue Gründer spannender als Google. „Bei Google werden Sie als neuer Mitarbeiter zuständig für das Marketing der E-Mails an die Anzeigenkunden“, sagte er. „Google ist für Leute, die eine Cafeteria wollen. Bei uns kann man richtig etwas bewegen.“ Er verglich Rocket Internet mit der amerikanischen Milikärakademie: „Rocket, das ist das West Point des Internet.“

          Samwer: Stolz sein, das ist nicht meines

          In Amerika werde die Leistung der Samwer-Brüder viel positiver gesehen als in Deutschland. „In Amerika achtet die Öffentlichkeit viel mehr darauf, was man geleistet hat, und weniger auf die Fehler.“

          Da kann er sich nicht unbedingt ausnehmen. „Stolz sein, das ist nicht meines“, hatte Samwer vorher gesagt. „Ich habe meine Familie und ungefähr sechs Freunde.“ Aber er stehe fast jeden Tag auf und sage: „Ich mag, was ich tue“ - auch wenn er als Deutscher täglich tausend  Probleme sehe, nicht tausend Chancen wie die Amerikaner. Wie viel Zeit er auf seine Arbeit verwendet, sagt er nicht. „Ich schlafe am liebsten im Flugzeug, so verliere ich am wenigsten Zeit.“

          Weitere Themen

          Fußball-WM 2026 in Amerika Video-Seite öffnen

          Gegen Marokko durchgesetzt : Fußball-WM 2026 in Amerika

          Die Weltmeisterschaft in acht Jahren ist vergeben: Die gemeinsame Bewerbung von Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko hat in Moskau den Zuschlag bekommen. Zwei Drittel der Fifa-Mitgliedsverbände hat für die Gemeinschaftsbewerbung gestimmt.

          Topmeldungen

          Falscher Corpsgeist : Im Sog der Dieselbetrüger

          Erst der Ruf, dann der Vorsprung: Die zögerliche Aufarbeitung des Dieselskandals durch VW droht die gesamte deutsche Autoindustrie in den Abgrund zu reißen. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.