http://www.faz.net/-gqe-81mbf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 30.03.2015, 06:21 Uhr

Gesperrte Videos im Internet Oettinger gegen schnelles Ende von Geoblocking

Manche Youtube-Videos und Fernsehserien laufen in Deutschland nicht. Soll sich das ändern? Im F.A.Z.-Interview spricht sich Digitalkommissar Günther Oettinger gegen ein schnelles Ende der Einschränkungen aus.

© dpa Günther Oettinger

Der deutsche Kommissar Günther Oettinger will den europäischen Urheberrechtsschutz auf hohem Niveau vereinheitlichen. Dem schnellen Ende jeglicher Schranken für die Übertragung von Filmen, Fernsehsendungen oder Fußballspielen in der EU (Geoblocking) erteilte Oettinger im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z. – Montagsausgabe) aber eine Absage. „Wir dürfen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten“, sagte er. „Ich will daher prüfen, was eine Öffnung etwa für die Filmwirtschaft bedeutet.“ Es könne nicht sein, dass die Kleineren die Verlierer seien und nur die Großen in einem größeren Markt bestünden. „Wir wollen ja unsere kulturelle Vielfalt bewahren“, sagte der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident.

Derzeit verhindert das Geoblocking im Internet häufig, das Filme oder Sportereignisse im Internet angeschaut werden können, wenn der Nutzer aus dem Ausland darauf zurückgreifen will. Oettinger distanziert sich mit seinen Äußerungen von dem in der Europäischen Kommission für die digitale Agenda verantwortlichen Vizepräsidenten Andrus Ansip. Dieser hatte sich Mitte vergangener Woche mit klaren Worten gegen das Geoblocking ausgesprochen. „Ich hasse es“, hatte der Este gesagt. „Ich hasse meinen Wecker morgens um fünf Uhr“, hielt Oettinger dem entgegen.

Mehr zum Thema

F.A.Z. Mehr dazu in der F.A.Z. vom 30.03.2015. Am Vorabend schon in der F.A.Z. -App und als E-Paper.

Ein fester Bestandteil des Urheberrechts ist nach Ansicht Oettingers die Schaffung eines europäischen Leistungsschutzrechtes. Das Leistungsschutzrecht soll verhindern, dass Anbieter von Suchmaschinen wie Google News auf Pressetexte zugreifen, damit wirtschaftliche Gewinne erzielen, die Presseverlage aber nicht beteiligen. „Wenn wir das auf EU-Ebene einführen würden, müsste Google einlenken“, sagte Oettinger angesichts der Erfahrung mit der Einführung eines nationalen Leistungsschutzrechts in Deutschland und Spanien.

Oettinger sprach sich weiter dafür aus die Regulierung der Telekomkonzerne zu lockern. Die EU müsse sie damit in die Lage versetzen, die nötigen Investitionen in den Breitbandausbau zu leisten. Bestimmte Dienste von allgemeinem Interesse sollen Vorfahrt im Internet erhalten. Die Anbieter müssten dazu aber nachweisen, dass sie den Dienst ansonsten nicht anbieten könnten. Ansonsten will er aber am Prinzip der Netzneutralität festhalten.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zukunftsbranchen Europa, aufgekauft

Chinesen und Japaner schnappen sich den deutschen Roboterhersteller Kuka und den britischen Technologiekonzern Arm. Europa hinkt in den Zukunftsbranchen hinterher – und muss schleunigst reagieren. Mehr Von Stephan Finsterbusch und Carsten Knop

23.07.2016, 16:31 Uhr | Wirtschaft
Waffenkauf online BKA will Maßnahmen gegen Kriminalität im Darknet verschärfen

Das BKA hat am Mittwoch in Wiesbaden angekündigt, den verschlüsselten Bereich des Internets ins Visier zu nehmen. Der Chaos Computer Club hält es für realistischer, dass ein Nutzer auf der Suche nach einer Waffe außerhalb des Darknets fündig wird. Mehr

27.07.2016, 18:15 Uhr | Politik
Konkurrenz für Kreditinstitute O2 wird zur Bank

Mit neuen Ideen steigt O2 ins Bankgeschäft ein. Es gibt keine Zinsen – der Telefonkonzern will Kunden auf andere Weise anlocken. Mehr Von Tim Kanning

25.07.2016, 07:34 Uhr | Finanzen
Video-Filmkritik Pets

Nach den Minions kommen nun die Pets. Im neuesten Animationsabenteuer der Illumination Studios geht es um das geheime Leben unserer Haustiere - ohne Tiefgang, aber mit Witz und Action. Mehr

27.07.2016, 17:05 Uhr | Feuilleton
Internet-Unternehmen Verizon schluckt Yahoo

Das Schicksal von Yahoo ist entschieden. Für knapp fünf Milliarden Dollar kauft der amerikanische Telekom-Konzern Verizon den Internet-Pionier. Yahoo-Chefin Marissa Mayer will bleiben. Mehr

25.07.2016, 13:57 Uhr | Wirtschaft
Technik-Aktien
Name Kurs %
NASDAQ 100 -- --
APPLE -- --
ALPHABET INC.CL.A DL-,001 -- --
FACEBOOK INC.A DL-,000006 -- --
ZYNGA INC. DL -,01 -- --
TecDAX ® -- --
UTD.INTERNET -- --
ZALANDO SE -- --
ROCKET INTERNET SE -- --

Leeres Gerede

Von Werner Mussler, Brüssel

Die EU-Kommission sieht von Bußgeldern gegen Spanien und Portugal ab. Dieser Schritt ist unter mehreren denkbaren Optionen die mildeste. Schade. Mehr 1 33