21.08.2009 · „Sex am Arbeitsplatz fördert die Arbeitsmoral“ oder „Faulheit - Sinn meines Lebens“, lauten Titel bestimmter Gruppen im Online-Netzwerk „Mein VZ“. Sich zu beteiligen kann für die Karriere aber sehr gefährlich werden, besagt jetzt eine Studie. Denn Personaler suchen auch im Internet nach Informationen über Bewerber.
Die Gruppe „Sex am Arbeitsplatz fördert die Arbeitsmoral“ in dem sozialen Netzwerk „MeinVZ“ hat 38 Mitglieder. Viele von ihnen sind mit Foto abgebildet. Immerhin 72 Mitglieder sind der Gruppe „Wenn man delegieren kann, wirkt Faulheit wie Kompetenz“ beigetreten. Nur sieben Mitglieder hat die Gruppe „Faulheit - Sinn meines Lebens“ zu bieten, dafür outet sich hier eine junge Dame mit dem Lieblingszitat: „Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.“
Welcher Arbeitgeber würde nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, würde er solcherlei Einlassungen über Bewerber lesen? Wenig verwunderlich ist es deshalb, dass viele Personaler inzwischen das Internet als Informationsquelle nutzen, um mehr über die Kandidaten herauszufinden, die sich bei ihnen bewerben. Aber wie verbreitet ist das Phänomen in der Praxis? Eine vom Bundesministerium für Verbraucherschutz in Auftrag gegebenen Umfrage des Instituts Dimap unter 500 Unternehmen gibt nun einige Anhaltspunkte: Immerhin 28 Prozent der Unternehmen nutzen demnach das Internet für die Auswahl von Bewerbern. Ein Viertel der Firmen gibt in der Umfrage an, dass Bewerber wegen negativer Informationen aus dem Netz nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurden.
Wer den Google-Test nicht besteht, hat also wenig Chancen. In vielen Fällen graben die Personaler aber nicht nur in den Internet-Suchmaschinen, sondern auch in sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, MeinVZ, Linkedin oder Xing. 20 Prozent der Personaler, die grundsätzlich auf Informationen aus dem Internet zurückgreifen, sind mindestens gelegentlich auch in sozialen Netzwerken unterwegs, so die Studie.
Besonders vorsichtig sein sollten die Anhänger der „Faulheits-Gruppen“. Denn negative Äußerungen über Arbeit oder das Arbeitsumfeld sind Gift für den Bewerbungserfolg: 76 Prozent der Befragten erklären in der Studie, dass solcherlei Einlassungen das Bild, das sie von dem Bewerber haben, verschlechtern.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) warnte die Bürger vor einem allzu freizügigen Umgang mit persönlichen Informationen im Internet. „Die unbekümmerte Preisgabe persönlicher Daten im Netz kann zum Stolperstein für die berufliche Karriere werden“, sagte Aigner anlässlich der Vorstellung der Studie. Die Verbraucher sollten mit ihren Daten besonders sorgfältig umgehen, mahnte die Ministerin.
Allerdings zeigt die Studie auch, dass es für viele Personaler weiterhin triftige Gründe gegen die Bewerberrecherche in der Onlinewelt gibt. Zu aufwändig sei das, erklärten 35 Prozent der Firmen, die keine Informationen aus dem Netz nutzen. 36 Prozent der Nichtnutzer haben Bedenken hinsichtlich der Qualität der erlangten Informationen und sagen, es sei nicht sichergestellt, wo diese herkommen und und wie zuverlässig sie seien. Und weitere 35 Prozent unterlassen eine Online-Recherche, um die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu achten.
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Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
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| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
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