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Neue Playstation Von Vita erhofft sich Sony neuen Schwung

16.12.2011 ·  Mit viel Rummel bringt der Konzern in Tokio seine neue Spielekonsole auf den Markt. Ihre schärfsten Wettbewerber sind die Smartphones.

Von Carsten Germis, Tokio
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© dapd Hoffnungsträger: Präsentation der neuen PlayStation Vita in Tokio

Der japanische Elektronikkonzern Sony hofft auf den Beginn einer Erfolgsgeschichte: An diesem Samstag fällt, frühmorgens um 6.45 Uhr, im quirligen Tokioter Stadtteil Shibuya der Startschuss für die neue tragbare Spielekonsole Vita. Andrew House, der Präsident der Unterhaltungssparte von Sony, erwartet lange Schlangen, bevor dort die ersten Geräte über die Ladentheke gehen. Testläufe in fünf japanischen Städten im November seien sehr positiv gewesen, sagte House am Freitag vor Journalisten.

Analysten rechnen damit, dass in Japan in den ersten Tagen 200.000 bis 300.000 Geräte verkauft werden. In Europa kommt die neue mobile Konsole erst im Februar 2012 in den Handel. Sony hätte das Weihnachtsgeschäft auch in Amerika und Europa gerne mitgenommen, räumte House ein. Wegen des komplexen Produktionsprozesses sei das aber nicht möglich gewesen. Und der heimische Markt ist für Sony als Gradmesser für den möglichen Erfolg neuer Produkte immer noch die Nummer eins.

Spielebranche schwer unter Druck

Die Zahl der Vorbestellungen für die PS Vita bewege sich in dem Rahmen, den Sony erwartet habe, sagte House. Der Konzern, der seit Jahren auf eine Neuentwicklung wartet, die ihn wieder nach vorne bringt, erhofft sich nun, dass die Verkaufszahlen mit Vita wieder steigen. Vita löst die Play Station Portable (PSP) ab, die Sony 2004 auf den Markt gebracht hat. Bislang wurden davon weltweit 73,1 Millionen Exemplare verkauft. Mit Vita will House, wie er sagte, nun „die Welt der Spiele gewaltig ausweiten“. Dazu werden 24 neue Spiele erscheinen; das seien mehr Neuerscheinungen, als Sony je zum Start einer neuen Konsole herausgebracht habe, erklärte der Manager.

„Auf dem japanischen Markt haben wir ein großes Selbstbewusstsein“, sagte House. Auch deswegen finde der mit großem Aufwand vorbereitete Start nun in Shibuya statt. Die Spielebranche insgesamt steht indes schwer unter Druck. Immer mehr Verbraucher nutzen ihre Smartphones oder Tabletcomputer auch, um damit im Internet zu spielen. House sieht in dieser Konkurrenz aber nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance. Mit dem Smartphone lernten die Verbraucher die Welt der Spiele kennen. Wer anspruchsvollere Spiele spielen wolle, greife dann zur Konsole, weil sie mehr Möglichkeiten biete.

Spielekonsolen und Smartphones entwickeln sich aufeinander zu

Anders als der heimische Wettbewerber Nintendo bietet Sony von Vita noch keine 3-D-Version an. Im Wettbewerb mit den festen Konsolen für Zuhause lägen mobile Plattformen unter diesem Gesichtspunkt noch zurück, sagte House. Mit Vita wolle Sony eher dem Bedürfnis der Kunden entgegenkommen, mit anderen Spielern sozial in Kontakt zu treten. Bereits am 17. Dezember soll für die PS Vita der Zugang zu Twitter möglich sein. Andere soziale Netzwerke wie Facebook oder Skype sollen folgen. Spielekonsolen und Smartphones entwickeln sich damit langsam aufeinander zu.

Dass Sony sich dennoch nicht sicher ist, allein mit der Konsole den erhofften Durchbruch zu schaffen, zeigt sich schon an der Ankündigung der 24 neuen Spiele. Sony zieht damit auch die Lehre aus dem enttäuschenden Start der Konsole 3DS von Nintendo. Schon wenige Monate nach dem Verkaufsstart sah sich der Hersteller dazu gezwungen, die Preise deutlich zu senken. Viele Analysten begründeten die hinter den Erwartungen zurückbleibenden Verkaufszahlen damit, dass Nintendo zu wenige neue Spiele für die Konsole auf den Markt gebracht habe.

Sony-Chef Howard Stringer hat Vita als „fünften Bildschirm“ in der Strategie des Konzerns bezeichnet. Die Spielekonsole stehe damit neben Smartphones, Tabletcomputern, Personalcomputern und Fernsehern. Spannend bleibt die Frage, ob Vita über den Start am Wochenende hinaus zu den erhofften neuen Umsatzerfolgen führt und sich als erfolgreiche Antwort auf die Smartphones bewähren kann. Der Konzern will von dem neuen Gerät jedenfalls mehr Exemplare absetzen als vom Vorgänger PSP und von der Playstation 3, von der sich 55,5 Millionen Stück verkauft haben. Dazu soll auch der Preis beitragen. In Japan ist die Vita ab 24.980 Yen oder 246 Euro zu haben.

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Jahrgang 1959, Wirtschaftskorrespondent für Japan mit Sitz in Tokio.

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