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Namensrechte Ali, Elvis und ein Haufen Amateursänger

 ·  Der New Yorker Multimillionär Robert F.X. Sillerman will mit den Namensrechten von berühmten Persönlichkeiten viel Geld verdienen. Bisher war das Geschäft nicht eben dynamisch. Nun will er „Graceland“ umbauen.

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Robert F.X. Sillerman hat keine Angst vor großen Namen. Im Gegenteil: Je prominenter ein Name, um so größer ist das Interesse des New Yorker Multimillionärs und Medienunternehmers. Das gilt vor allem dann, wenn Sillerman meint, daß die kommerzielle Verwertung des Namens als Marke zu wünschen übrigläßt.

Was vor einem Jahr mit dem Kauf der Rechte am Namen von Elvis Presley und den mit ihm verbundenen unternehmerischen Aktivitäten begann, hat nun einen weiteren Höhepunkt gefunden: Die von Sillerman kontrollierte Gesellschaft CKX hat die Rechte am Namen und am Bild von Muhammad Ali gekauft, dem wohl berühmtesten Boxer aller Zeiten. Dazwischen stand die Übernahme der Gesellschaft, die die Fernseh-Show „American Idol“ produziert, die amerikanische Version von „Deutschland sucht den Superstar“.

Das Geschäft mit Ali hält sich in Grenzen

CKX hat nun 50 Millionen Dollar für die Muhammad-Ali-Rechte bezahlt. Dazu wurde eine neue Gesellschaft mit dem Namen G.O.A.T. gegründet, die für „Greatest of all time“ („Der Größte aller Zeiten“) steht. Diese Gesellschaft wird zu 80 Prozent CKX gehören, der 64 Jahre alte Ali wird 20 Prozent halten. Sillerman bekommt nun die Rechte am Namen, am Bild und an bestimmten Warenzeichen des ehemaligen Boxers, außerdem übernimmt die neue Verwertungsgesellschaft bestehende Lizenzvereinbarungen.

Muhammad Ali gibt seinen Namen heute schon für einige wenige Produkte her: Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas vermarktet seit vergangenem Jahr eine Schuh- und Bekleidungskollektion mit dem Namen „Ali by Adidas“. Der weltgrößte Videospielehersteller Electronic Arts setzt Alis Figur in einem Videospiel ein.

Insgesamt hält sich das Geschäft mit Ali, der an der Parkinson-Krankheit leidet und sich heute nur noch selten in der Öffentlichkeit zeigt, aber bisher in Grenzen und bringt nach Angaben von CKX einen jährlichen Umsatz von rund 7 Millionen Dollar ein. Sillerman hält sich bislang bedeckt, welche Pläne genau er für den Einsatz seiner neuen Marke hat. Er sagte lediglich, er habe keine Massenvermarktung vor und wolle das Konterfei Alis nun nicht auf alle möglichen Produkte abdrucken. Denkbar wäre aber zum Beispiel die Einrichtung eines Museums.

Graceland soll ein neues Disneyland werden

Mit den Rechten an Elvis Presley hat Sillerman dagegen weitaus aggressivere Pläne. CKX hat im vergangenen Jahr 85 Prozent an Elvis Presley Enterprises gekauft, die restlichen 15 Prozent behielt Lisa Marie Presley, die einzige Tochter von Elvis. Die Gesellschaft verfügt über alle Namensrechte an Elvis, zu ihr gehört auch Graceland, das berühmte Anwesen des im Jahr 1977 gestorbenen Sängers in der Stadt Memphis, nicht aber die Rechte an der Musik. CKX hat sich die Übernahme rund 100 Millionen Dollar kosten lassen.

Auch das Geschäft mit Elvis war vorher alles andere als dynamisch, in den fünf Jahren vor dem Verkauf von CKX stagnierte der Umsatz jeweils um 40 Millionen Dollar. Manche Projekte floppten völlig, zum Beispiel ein Restaurant in Memphis, das wieder geschlossen werden mußte. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Umsatz bereits auf mehr als 50 Millionen Dollar, vor allem aufgrund höherer Lizenzgebühren und der Veröffentlichung einer Dokumentation.

Sillerman will nun vor allem Graceland völlig umbauen und zu einer riesigen Touristenattraktion machen, die an Disneyland erinnern könnte. So soll das berühmte Heartbreak Hotel, das gegenüber von Graceland steht, abgerissen und mit zwei neuen, viel größeren Hotelkomplexen ersetzt werden.

19 Entertainment ist Sillermans Goldgrube

Daneben sollen ein riesiger Unterhaltungskomplex, ein Freiluft-Amphitheater und ein Kongreßzentrum entstehen. Sillerman will außerdem das Geschäft mit Elvis in Las Vegas ankurbeln. Die Spielerstadt wird wie kaum eine andere mit Elvis Presley identifiziert. Der Sänger ist hier oft aufgetreten, und Las Vegas ist bis heute voll von Elvis-Presley-Imitatoren, die gerne für die vielen dort stattfindenden Hochzeiten engagiert werden.

Die bislang größte Akquisition von Sillerman war aber die britische Gesellschaft 19 Entertainment, für die er 174 Millionen Dollar ausgegeben hat. 19 ist mit seinen Sänger-Talentshows und den damit verbundenen Vermarktungsrechten eine einzige Goldgrube. „American Idol“ ist in den Vereinigten Staaten - im Gegensatz zum deutschen Pendant - von Staffel zu Staffel erfolgreicher geworden. Mittlerweile läuft die Show im fünften Jahr und erzielt dabei ihre bislang höchsten Einschaltquoten.

Der 57 Jahre alte Robert F.X. Sillerman hat sein Vermögen mit dem Aufbau und späteren Verkauf einer Radiokette gemacht, später war er im Konzertveranstaltungsgeschäft. Die Zeitschrift „Forbes“ führt ihn in ihrer Liste der 400 reichsten Amerikaner mit einem Vermögen von 975 Millionen Dollar. CKX ist an der Nasdaq notiert und hat eine Marktkapitalisierung von rund 1,2 Milliarden Dollar, Sillerman hält aber einen Anteil von 47 Prozent. Der Aktienkurs hat sich aber in jüngster Zeit kaum bewegt.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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