In Amerika ist der Trend schon klar erkennbar: Viele soziale Netzwerke können zwar ihre Reichweite weiter ausbauen, aber die durchschnittliche Verweildauer geht mit jedem weiteren Nutzer zurück. Denn viele Menschen, vor allem Jugendliche, sind heute parallel in mehreren Netzwerken angemeldet. Da die Online-Zeit nicht beliebig ausgedehnt werden kann, leidet die Verweildauer in den einzelnen Netzwerken.
In Deutschland ist diese Tendenz auch schon bei einigen, aber nicht bei allen sozialen Netzwerken zu beobachten, wie eine Analyse von Nielsen Online für die F.A.Z. ergeben hat. Relativ klar zeigt das Netzwerk Wer-kennt-wen.de die amerikanische Kombination aus steigender Reichweite, aber tendenziell fallender durchschnittlicher Verweildauer der Nutzer. Noch kann sich das junge Unternehmen den Rückgang leisten, denn mit 168 Minuten Verweildauer im Durchschnitt liegt Wer-kennt-wen.de weit vor SchülerVZ (111 Minuten), StudiVZ (100 Minuten), den Lokalisten (63 Minuten), Xing (40 Minuten) und MySpace (31 Minuten).
MySpace: Reichweite und Verweildauer sinken
Ganz anders sieht es jedoch bei MySpace aus: Reichweite und Verweildauer scheinen ihren Zenit in Deutschland - ebenso wie in Amerika - überschritten zu haben. Zudem liegt die durchschnittliche Verweildauer auf den MySpace-Seiten deutlich unter dem deutschen Durchschnitt, weil MySpace viel weniger für die Kommunikation genutzt wird als die Konkurrenzseiten, haben die Messungen von Nielsen Online ergeben.
In Amerika ist die durchschnittliche Verweildauer auf MySpace im vergangenen Jahr ebenfalls kräftig von 230 auf 180 Minuten im Monat gefallen, haben Messungen des Marktforschungsunternehmen Comscore ergeben. Offenbar unterscheiden sich die Nutzungsgewohnheiten von MySpace in Amerika und Deutschland sehr deutlich.
Auf LinkedIn sind Nutzer nur 7 Minuten im Monat
Das gilt auch für die Geschäftsnetzwerke: Während LinkedIn in Amerika im Durchschnitt nur sieben Minuten je Monat von seinen Mitgliedern genutzt wird, ist die Aktivität auf Xing weit größer: Rund 40 Minuten je Monat sind die deutschen Nutzer im Durchschnitt aktiv, hat Nielsen Online gemessen.
Dabei zeigt sich bei den Lokalisten der gegenteilige Zusammenhang: Die Münchner Online-Gemeinschaft kann zwar ihre Reichweite seit einigen Monaten nicht mehr steigern, wohl aber die Verweildauer. Den Unternehmen kann es egal sein: Beide Entwicklungen garantieren Wachstum und Attraktivität in der Werbebranche.
Nutzer von StudiVZ und SchülerVZ sind treu
Von der Kommunikationsfreude seiner Mitglieder profitieren auch StudiVZ und SchülerVZ. Im Durchschnitt verbringen die rund acht Millionen Mitglieder der beiden Netzwerke mehr als 100 Minuten jeden Monat auf den Seiten. Ein Rückgang der als "Stickiness" bezeichneten Treue der Nutzer ist trotz des schnellen Wachstums bisher nicht zu erkennen.
Gähn...
(ramarama)
- 12.03.2008, 19:49 Uhr
Irgendwann muß jeder sein Brot verdienen.
Engelbert Kühlwetter (wallibelli)
- 13.03.2008, 02:54 Uhr