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Musikvertrieb Kopierschutz ade!

02.04.2007 ·  Die Plattenfirma Emi will erstmals Musik ohne Kopierschutz im Internet anbieten. Eine große Menge Titel ausEmis Musikkatalog soll künftig über Apples Musikplattform iTunes ohne Verschlüsselung erhältlich sein, teilten Emi und Apple mit.

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Der weltweit drittgrößte Musik-Konzern Emi mit Stars wie Robbie Williams will künftig Titel ohne Kopierschutz über die führende Internetseite iTunes von Apple verkaufen. Später solle auch anderen Verkäufern ein solches Angebot gemacht werden, teilten Emi und Apple am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in London mit.

„Unser Ziel ist es, den Konsumenten das bestmögliche digitale Musik-Erlebnis zu bieten“, sagte Emi-Chef Eric Nicoli. Bislang hätten die DRM-Beschränkungen unter den Musikfans vielfach für Frustration gesorgt. Das neue Format soll Emi zufolge auf allen unterschiedlichen Digital-Techniken von tragbaren digitalen Musikspielern, heimischen Musik-Anlagen und Mobiltelefonen abgespielt werden können, erklärte Firmenchef Eric Nicoli.

Damit reagiere Emi auf die Verärgerung der Musik-Freunde über nicht kombinierbare Technik-Formate. Zudem erhoffe sich Emi durch das übergreifende Angebot einen deutlichen Absatz-Zuwachs für digitale Titel. Apple-Chef Steve Jobs teilte mit, der Verkauf von Titeln ohne Kopierschutz sei ein großer Schritt nach vorn für die Musik-Industrie.

Kein Ersatz für das bisherige Angebot

Mit dem Format ohne Kopierschutz sollen die Musikstücke auch eine deutlich bessere Klang-Qualität bekommen. Apple verkauft die Songs künftig mit einer doppelt so hohen Bitrate wie bisher (256 statt 128 Kilobit pro Sekunde in der MPEG-4-Variante AAC).

Das neue Angebot von Emi soll das bisherige Angebot allerdings nicht ersetzen, sondern ergänzen. Einzelne Songs sollen in der verbesserten Qualität statt wie üblich 99 Cent für 1,29 Dollar angeboten werden. Alben will das Plattenlabel mit höherer Qualität jedoch zum gleichen Preis verkaufen wie kopiergeschützte. Jobs erwartet, dass bis Ende 2006 die Hälfte aller Songs in iTunes ohne Kopierschutz angeboten werden. „Unsere Kunden werden das lieben.“

Jobs fordert schon länger Verzicht auf Kopierschutz

Jobs hatte die Musikindustrie bereits Anfang des Jahres aufgefordert, auf einen Kopierschutz generell zu verzichten. Die gängigen Systeme würden ohnehin nicht verhindern, dass Musik illegal kopiert werde. Mit so genannten DRM-Systemen versucht die Musik-Industrie, Piraterie in großem Stil zu verhindern.

Die verschiedenen DRM-Systeme sorgen allerdings auch dafür, dass die Verbraucher ihre gekauften Songs nicht einfach auf allen Playern nutzen können. Damit, so die Befürchtung der Musikindustrie, wird aber auch das Geschäft mit Online-Musik selbst ausgebremst. Nach Angaben des „Wall Street Journal“ trägt der Online-Markt in den Vereinigten Staaten rund 15 Prozent zum Umsatz bei.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und DPA-AFX
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Von Holger Steltzner

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29.05.2012 12:28 Uhr
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