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Musikindustrie EMI schockt mit Umsatzwarnung

07.02.2005 ·  Für EMI kommt alles noch schlimmer: Umsatzstarke Alben verzögern sich, Erlöse seit Januar sind mäßig, das Geschäftsjahr wird weit schlechter abgeschlossen als ohnehin angenommen. Die Aktie bricht ein.

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Der britische Musikkonzern EMI hat am Montag vor einem überraschend hohen Umsatzrückgang im laufenden Geschäftsjahr gewarnt und die Finanzmärkte damit geschockt.

Die Veröffentlichung umsatzstarker neuer Alben von Top-Bands wie „Coldplay“ und „Gorillaz“ verzögere sich bis in das nächste Geschäftsjahr, das am 1. April beginnt, teilte EMI in London. mit. Zudem seien die Erlöse im Januar eher schwach gewesen, was sich im Februar und März wohl fortsetzen werde. Im gesamten Geschäftsjahr bis 31. März erwartet der weltweit drittgrößte Plattenkonzern nun einen Rückgang der Musik-Umsätze von acht bis neun Prozent. Zuvor war EMI von einem Minus von maximal vier Prozent ausgegangen, was dem Trend am Gesamtmarkt entspricht. EMI-Aktien brachen nach der Warnung am Londoner Markt um mehr als 16 Prozent auf 235 Pence ein.

Unter den Schätzungen

Auch bei den Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr liegt EMI unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Vor Steuern, Abschreibungen und Sonderposten rechnet der Konzern, der auch die erfolgreiche Sängerin Norah Jones unter Vertrag hat, mit 138 Millionen Pfund, während Experten im Schnitt 168 Millionen Pfund erwarten.

Einige Analysten sprachen von einem Schock für die Märkte und betonten, insbesondere die allgemeine Umsatzschwäche von EMI im laufenden Quartal bereite Anlaß zur Sorge. Nach einigen Jahren des Abschwungs hatten sich Manager der Musikindustrie zuletzt vorsichtig optimistisch gezeigt, daß es allmählich auch dank des Erfolgs von Online-Musik-Stores wie iTunes wieder aufwärts geht. EMI-Chef Alain Levy erklärte denn auch, die Umsatzwarnung bedeute nicht, daß der Aufschwung an Fahrt verliere. „Das Musikgeschäft funktioniert halt nicht wie eine exakte Wissenschaft und läuft auch nicht immer parallel zu unseren Berichtsperioden", sagte er. Nummer Eins der Branche ist die Universal Music Group, gefolgt von der jüngst fusionieren Plattenfirma Sony BMG.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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