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Murdoch kauft Dow Jones Triumph eines Meinungsmachers?

01.08.2007 ·  Mit einem verlockenden Angebot, Zähigkeit und Gespür für den richtigen Zeitpunkt hat Rupert Murdoch sich das Wall Street Journal plus Mutterkonzern einverleibt. Der schädliche Triumph eines Meinungsmachers oder einfach eine unternehmerisch sinnvolle Entscheidung? Ein FAZ.NET-Spezial.

Von Roland Lindner
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Rupert Murdoch ist am Ziel. Er hat mit seinem Medienkonzern News Corp. den Kampf um das Verlagshaus Dow Jones und dessen Flaggschiff „Wall Street Journal“ gewonnen. Mit einem verlockenden Angebot, Zähigkeit und einem Gespür für den richtigen Zeitpunkt hat er die Inhaberfamilie Bancroft weichgeklopft.

Das ist schon bemerkenswert, galt das Unternehmen doch lange als schwer einnehmbare Festung. Aber Murdoch hat die offene Flanke in der Familie erkannt, deren Engagement bei Dow Jones sich zuletzt vor allem darauf beschränkte, die Hand für Dividenden aufzuhalten.

Murdoch ist mehr als ein Meinungsmacher

Deshalb muss man den Rückzug der Bancrofts auch nicht betrauern. Ob man sich über den neuen Eigner freuen soll, ist eine andere Frage. Murdoch hat oft einen Hang zu Meinungs- und Sensationsmache bewiesen. Er schreckt nicht davor zurück, seine Medien zu instrumentalisieren, wenn es ihm opportun erscheint. Das ist bedenklich.

Der 5 Milliarden Dollar schwere Deal ist anscheinend beschlossene Sache. Lange hatte sich die Inhaberfamilie gesträubt. Jetzt geht der Medienkonzern inklusive des Flaggschiffs „Wall Street Journal“ doch an Rupert Murdoch.

Doch Murdoch ist mehr Unternehmer als Meinungsmacher. Er weiß, dass für den Erfolg des „Wall Street Journal“ ein ganz anderes Maß an Glaubwürdigkeit gefragt ist als etwa bei seinem britischen Krawallblatt „Sun“. Er wird die Reputation der Marke nicht aufs Spiel setzen. Am Ende könnte Dow Jones von Murdochs Unternehmergeist sogar profitieren. Für die zuletzt ausgeprägte Dividendenmentalität der Bancrofts ist im schwierigen Medienumfeld kein Platz mehr.

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