27.01.2005 · Jorma Ollila, Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Handy-Herstellers, strahlt wieder Optimismus aus: Marktanteil auf 34 Prozent gesteigert, Handy-Preise stabil gehalten, Aktienkurs erhöht. Nur die Spielesparte macht noch Probleme.
„Nokia ist zurück“. Diese Botschaft wiederholte Jorma Ollila, Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Handy-Herstellers, während der Vorstellung der Jahresergebnisse gleich mehrfach.
Nach den Schwierigkeiten in den ersten Jahreshälfte fielen die Geschäftszahlen, die Ollila verkündete, deutlich besser aus, als die meisten Beobachter und auch Nokia selbst erwartet hatten: Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,1 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Mobiltelefone kletterte um 19 Prozent auf 66,1 Millionen.
„Taktische Preismanöver“
Das bedeutet für Nokia - nach eigener Aussage - 34 Prozent Marktanteil und damit beinahe die Rückkehr zur alten Stärke auf dem Mobilfunkmarkt. Der Gewinn ging im vierten Quartal zwar um 19 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro zurück, doch die Analysten hatten einen weit höheren Rückgang erwartet. Die Folge: Der Aktienkurs stieg direkt nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als 8 Prozent auf 11,90 Euro und zog Technologiewerte in ganz Europa mit nach oben.
Als Gründe für den Umsatzzuwachs nannte Ollila die Rekord-Absatzzahlen in China, Indien, Rußland und Lateinamerika und stabile Preise für die Handys. „Die Handy-Preise sind im vierten Quartal gleich geblieben. Nur im zweiten Quartal gab es einige taktische Preismanöver“, sagte Ollila. Damals hatte Nokia die Preise für einige Modelle gesenkt, um schnell Marktanteile zurück zu gewinnen. Die Preissenkung des Weltmarktführers, die damals andere Hersteller wie Siemens stark unter Druck gesetzt hatte, führte zu einem Rückgang der Gewinnmarge bei Nokia.
„Wir haben viel gelernt“
Der harte Preiswettbewerb hat seine Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, während der Umsatz geringfügig auf 29,3 Milliarden Euro zurückging. Trotz steigender Absatzzahlen sank der Umsatz in der Handy-Sparte um 12 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro, während die Netzwerksparte um 13 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro Umsatz zulegte. „Die Netzwerksparte hat die Absatzprognose im vierten Quartal in allen Regionen übertroffen“, sagte Ollila.
Nicht wie gewünscht entwickelt sich dagegen die Multimediasparte, vor allem der Verkauf der mobilen Spielekonsole N-Gage. „Es gab einige Enttäuschungen. Aber wir haben viel gelernt“, sagte Ollila, der aber den Einstieg in die Spielemarkt als richtige Entscheidung verteidigte. „Mobiles Spielen gehört zu den wichtigsten Anwendungen. Der Markt ist sehr komplex, so daß wir uns fünf bis sechs Jahre Zeit nehmen“, sagte Ollila.
Auch im Ausblick zeigte sich der Nokia-Chef optimistischer als die Konkurrenten Motorola oder Sony-Ericsson. Der Umsatz soll im ersten Quartal zwischen 7 und 7,3 Milliarden Euro liegen. Der Handy-Markt wird nach Einschätzung von Ollila in diesem Jahr um weitere 10 Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr wurden 643 Millionen Mobiltelefone in aller Welt verkauft, mehr als jemals zuvor. Rund 1,7 Milliarden Menschen in aller Welt nutzen inzwischen ein Mobiltelefon.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.386,08 | +0,68% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2530 | −0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | −0,34% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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