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Mobilfunk Nokia erwartet 70 Millionen UMTS-Nutzer

14.02.2005 ·  Nokia rechnet im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Zahl der UMTS-Kunden auf 70 Millionen - von heute 16 Millionen.

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Der weltgrößte Handyhersteller rechnet im laufenden Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der UMTS-Kunden in den Mobilfunknetzen. Während international bisher erst rund 16 Millionen Kunden die schnelle Mobilfunktechnik nutzen - 6,5 Millionen davon in Europa -, soll diese Zahl nach Angaben von Simon Beresford-Wylie, General Manager Networks bei dem finnischen Unternehmen, im laufenden Jahr auf rund 70 Millionen Nutzer steigen. "Das Kundenwachstum in den derzeit rund 100 UMTS-Netzen der Welt wird im laufenden Jahr deutlich an Fahrt gewinnen", sagte Beresford-Wylie.

Auch für den Gesamtmarkt sieht Nokia sehr positive Vorzeichen. So geht Beresford-Wylie davon aus, daß sich die internationale Zahl der Handynutzer, die zur Zeit bei rund 1,7 Milliarden liegt, bis zum Jahr 2010 auf 3 Milliarden erhöhen wird. Den größten Anteil an diesem Zuwachs kommt nach seiner Ansicht mit einem Anteil von rund 80 Prozent aus den aufstrebenden Volkswirtschaften wie China oder Indien.

Datenverkehr als Wachstumstreiber

Als weitere Wachstumstreiber der Branche identifiziert Nokia den mobilen Datenverkehr, der bei manchen Netzbetreibern heute schon für mehr als 20 Prozent des Umsatzes steht. Allerdings entfalle dabei der weitaus größte Teil auf die Kurznachrichten (SMS). Bis zum Jahr 2008 soll allein der Datenumsatz der 40 größten Mobilfunkanbieter auf rund 160 Milliarden Euro jährlich anwachsen. Dann sollen weit mehr Dienste genutzt werden als bisher. Der Gesamtumsatz der Branche soll nach Nokia-Schätzungen bis dahin auf etwa 680 Milliarden Euro jährlich steigen. Derzeit setzt die Branche international rund 400 Milliarden Euro um. Davon entfallen nach Angaben von Beresford-Wylie noch immer rund 88 Prozent auf das Geschäft mit der Sprachübermittlung. Dieser Anteil am Umsatz wird bis 2008 seiner Ansicht nach auf weniger als drei Viertel fallen.

Konkurrenz für das Festnetz

Dennoch bleibt die Sprache der Hauptumsatzträger der Mobilfunkgesellschaften. Nokia rechnet sogar damit, daß es dem Mobilfunk gelingen wird, dem Festnetz in großem Maße Konkurrenz zu machen. Während den Angaben zufolge bisher rund 28 Prozent der internationalen Telefonminuten in Mobilfunknetzen ihren Ursprung nehmen, wird dieser Anteil schon in den nächsten Jahren auf rund 50 Prozent steigen, sofern sich die Hoffnungen von Nokia erfüllen.

Neben hohen Erwartungen an die Marktentwicklung präsentierte Nokia in Cannes auch einige neue Mobiltelefone von denen die meisten für die UMTS-Technik geeignet sind. Das Unternehmen geht darüber hinaus stärker auf die Netzbetreiber zu und ermöglicht in weitaus größerem Umfang als bisher die individuelle Gestaltung der Handys für den einzelnen Anbieter. So soll neben einem Zwei-Marken-Auftritt (Co-Branding) auf dem Handy auch die Gestaltung der Benutzeroberfläche auf dem Display oder sogar die Produktnummer vom Netzbetreiber zu beeinflussen sein. Nokia hatte sich lange gegen diese Eingriffe der Mobilfunkanbieter gewehrt und war darüber mit Vodafone sogar in heftigen Streit geraten.

Quelle: F.A.Z., 15.02.2005, Nr. 38 / Seite 15
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