17.12.2007 · Die Kundenzahlen für das Fernsehen auf dem Mobiltelefon werden in den kommenden Jahren deutlich steigen. Das heißt aber noch nicht, dass alle Beteiligten damit ihren Umsatz oder gar ihren Gewinn steigern. Doch das Handy-TV wird für die Kundenbindung benötigt.
Von Johannes WinkelhageAuch wenn die Kundenzahlen für das Fernsehen auf dem Mobiltelefon in den kommenden Jahren deutlich steigen werden, heißt das noch nicht für alle Beteiligten auch mehr Umsatz oder gar Gewinn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das britische Marktforschungsunternehmen Screen Digest jetzt vorgelegt hat. Insgesamt rechnen die Autoren der Studie bis zum Jahr 2011 mit einem deutlichen Zuwachs der Nutzerzahlen auf rund 140 Millionen. Der Umsatz mit dem Handy-TV soll dann umgerechnet bei rund 4,4 Milliarden Euro liegen.
Zumindest kurzfristig werden die Netzbetreiber mit dem mobilen Fernsehangebot kaum oder nur wenig Gewinn machen. Sie müssen diese Dienste aber anbieten, um gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben. Denjenigen, die auf solche Angebote verzichten, sagt Screen Digest einen Verlust ihrer Kundenbasis voraus.
Handy-TV in Asien oft kostenlos
Dabei gehen die Beobachter davon aus, dass der meiste Umsatz mit diesen Diensten im Jahr 2011 in Europa und in Nordamerika gemacht werden wird. Jeweils mehr als 40 Prozent der Einnahmen sollen auf diese Regionen entfallen. Asien soll dann rund 17 Prozent der Einnahmen zum Gesamtumsatz beitragen. Das ist umso erstaunlicher, weil schon heute die weitaus größte Zahl der Kunden des Handy-TV in Asien zu finden ist - wo diese Dienste allerdings in vielen Fällen kostenlos zu empfangen sind. Rund 15 Millionen Nutzer schauen dort auf die Fernsehangebote im Mobiltelefon. Bis zum Jahr 2011 wird damit gerechnet, dass diese Zahl in Asien auf mehr als 70 Millionen Kunden steigt. In Europa hingegen wird bis dahin mit gut 40 Millionen und in Nordamerika mit rund 30 Millionen Zuschauern für das Handy-TV gerechnet.
Dabei sehen die Analysten von Screen Digest das Handy-TV vor allem als Mittel zur Kundenbindung und -gewinnung. "Das Geschäftsmodell für das Bezahlfernsehen auf dem Handy muss sich noch beweisen", sagt Ronan de Renesse, der Autor der Untersuchung. Von einem solchen Beweis ist man in Deutschland nach Einschätzung der Unternehmensberatung Cap Gemini noch weit entfernt. Die Unternehmensberater rechnen dennoch mit rund 3 Millionen Kunden für dieses Produkt im Jahr 2012.
Fußball-EM und Olympische Spiele als Zugpferde
Auch wenn es schon heute mobiles Fernsehen auf der Basis des Standards DMB gibt, wird erst im kommenden Jahr mit einem Durchbruch für die Angebote gerechnet. Dann soll das Unternehmen Mobile 3.0, hinter dem die Verlage Holtzbrinck und Burda stehen, als Plattformanbieter den Sendebetrieb aufnehmen. Die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele in Peking sollen zu den Zugpferden für das neue Medium werden. Bis dahin soll auch T-Systems, die Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, das Sendenetz auf dem DVB-H-Standard, der mehr Programme als DMB erlaubt, fertiggestellt haben.
Handy-TV
Gerd Lehmann (Gerd_L)
- 17.12.2007, 16:15 Uhr
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