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Mobilfunk Handygespräche im Ausland werden billiger

15.03.2007 ·  Pünktlich zur Urlaubszeit will die EU-Kommission eine Obergrenze für Roaming-Gebühren einführen. Gespräche über die europäischen Grenzen hinweg kosten dann nur noch die Hälfte. Die deutschen Mobilfunkanbieter sehen dadurch den Wettbewerb gefährdet.

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Handygespräche im Ausland werden ab Juli deutlich billiger. Nach Angaben der EU-Kommission zeichnet sich eine Obergrenze von 50 Cent pro Minute.

Bis Juni solle eine endgültige Entscheidung gefällt werden, sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding am Donnerstag nach einem Treffen der Minister während der Computermesse CeBIT. „Wir brauchen die Tarife“, sagte Reding.

Einer Deckelung der Preise müssen noch das Europäische Parlament sowie die Minister der Mitgliedstaaten formal zustimmen.

Maximaler Verbraucherschutztarif

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte, ein Roaming-Tarif sei vor allem zum Verbraucherschutz nötig.“Wir können das nicht dem Markt überlassen.“ Bei der Frage nach der Höhe habe es noch“unterschiedliche Nuancen“ gegeben.

Verbraucher müssen derzeit nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei einem Handytelefonat im Ausland zwischen ein und drei Euro pro Minute berappen.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Juli das Ziel ausgegeben, die Tarife bis zu diesem Sommer um 70 Prozent zu senken. Dies sei nun pünktlich zu den Sommerferien zu erwarten, sagte der Reding-Sprecher weiter.

Er widersprach damit Angaben aus dem Bundeswirtschaftministerium, wonach die neuen Preisvorschriften wegen der nötigen Zustimmung des Europaparlaments voraussichtlich erst nach der Sommerpause in Kraft treten. Im Gespräch ist ein maximaler „Verbraucherschutztarif“.

50 Cent-Limit

Nach ersten Angaben wird die Obergrenze für Auslandsgespräche zwischen 44 und 50 Cent pro Minute liegen. Wer im Ausland angerufen wird, müsste maximal 15 bis 25 Cent zahlen.

Das EU-Parlament hatte etwas höhere Tarife vorgeschlagen. Diskussionen gibt es auch darüber, ob die Regulierung auf Datendienste ausgeweitet werden soll. Dafür setzten sich EU-Parlamentarier ein, sagte Telekommunikationskommissarin Reding.

Die Unternehmen kritisierten die geplante Preisregulierung. „Die Tendenz zeigt ganz klar, dass die Preise für Telefonate im Ausland sinken“, sagte ein T-Mobile-Sprecher. Die Preise seien in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden, zuletzt im Januar.

Kritik von Mobilfunkanbieter

Der Deutschlandchef von Vodafone, Friedrich Joussen, sieht den Wettbewerb durch die Regulierung gefährdet. Die Idee der EU-Kommission bringe aus seiner Sicht den Wettbewerb zum erliegen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Von der derzeitigen Regelung profitieren vor allem die Mobilfunkanbieter in den Urlaubsländern Italien und Spanien. Vodafone D2 wie auch die Telekom geben die hohen Gebühren nur zum Teil an ihre Kunden weiter. Bei T-Mobile macht dies nach Angaben des Unternehmens jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag aus.

Die Bundesregierung will die Pläne bis zum Ende ihres EU-Vorsitzes im Juni unter Dach und Fach bringen. Für die Telefonate sieht der jüngste Entwurf einen Verbraucherschutztarif vor, den jeder Kunde wählen kann. Für neue Roaming-Kunden soll er automatisch gelten.

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