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Mobilfunk Frequenzauktion bringt weniger als erwartet

Der Bieterkampf um neu verteilte Mobilfunkfrequenzen ist beendet. Nach 224 Runden sind insgesamt 4,38 Milliarden Euro geboten worden. Das ist weniger als erwartet. Der Mobilfunkbetreiber E-Plus ging bei den besonders attraktiven Frequenzen leer aus.

© dpa Vergrößern Mobilfunk-Antennen in Köln

Die Auktion zog sich über fast sechs Wochen hin. Bei der legendären UMTS-Auktion vor zehn Jahren durfte sich der Staat über wesentlich mehr Geld freuen: Die Einnahmen beliefen sich nach einer Bieterschlacht damals auf über 50 Milliarden Euro. Mit solchen Summen hatte dieses mal allerdings kaum jemand gerechnet. Fachleute hielten im Vorfeld Einnahmen von höchstens 5 bis 6 Milliarden Euro für realistisch (siehe Vierte Generation: Mobilfunknetze unterm Hammer). Nun sind es noch etwas weniger geworden. Insgesamt zahlen die Mobilfunkbetreiber knapp 4,4 Milliarden Euro für die 41 neuen Frequenzblöcke.

An der Auktion hatten sich alle vier in Deutschland aktiven Handynetzbetreiber beteiligt. Insgesamt wurde ein Paket von 360 Megahertz versteigert - mehr als doppelt so viel wie bei der UMTS-Auktion vor zehn Jahren. Die Frequenzen sollen unter anderem dazu genutzt werden, um Internetverbindungen auf dem Land auszubauen. Außerdem wollen die Mobilfunkanbieter ihre Netze für mobile Datendienste wappnen.

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Den höchsten Preis zahlt nach den Angaben der Bundesnetzagentur Vodafone. Für 1,42 Milliarden Euro bekam die Nummer zwei in Deutschland den Zuschlag für 12 der insgesamt 41 angebotenen Frequenzblöcke. O2, die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns, zahlt 1,38 Milliarden Euro für 11 Blöcke, die Telekom ist mit 1,3 Milliarden Euro und 10 Blöcken dabei. E-Plus ersteigerte 8 Frequenzblöcke für 283,6 Millionen Euro.

E-Plus ist bei den attraktivsten Frequenzen leer ausgegangen

Besonders attraktiv war das 800-MHz-Frequenzband, das im Zuge der Abschaltung des analogen Rundfunks frei geworden ist und die höchste Reichweite hat. Mit vergleichsweise wenig Sendemasten lassen sich deshalb große Gebiete abdecken. Auf diesen Frequenzen dürfte der neue Mobilfunkstandard LTE eingesetzt werden, der Übertragungen mit 100 Megabit pro Sekunde und mehr erlauben soll und so mit Festnetzverbindungen mithalten kann (siehe auch Mobilfunkstandard LTE: Was kann der UMTS-Nachfolger wirklich?). In einer ersten Ausbaustufe dürften Geschwindigkeiten von 1 Megabit pro Sekunde realistisch sein.

Für diese Frequenzblöcke wurden bis zuletzt die höchsten Gebote abgegeben. Letztlich sind aber nur drei Betreiber in diesem Bereich zum Zuge gekommen: Die Telekom, Vodafone und O2 haben sich bei der Auktion Angaben vom Donnerstag zufolge jeweils zwei Blöcke im 800-MHz-Bereich gesichert und damit den Wettbewerber E-Plus ausgestochen. Der kleine Düsseldorfer Anbieter ist hier leer ausgegangen. Zwar hatte E-Plus anfangs heftig mitgeboten, in den letzten Runden aber das Feld räumen müssen.

Die Ergebnisse im Einzelnen finden Sie hier.

Gewinner sind zum Ausbau verpflichtet

Die Nutzung des Frequenzspektrums ist für die Gewinner der Auktion mit harten Auflagen versehen.Die Netzagentur will, dass zunächst die sogenannten weißen Flecken auf dem Land geschlossen werden. Erst wenn Gemeinden und Städte mit höchstens 5.000 Einwohnern schnelle Internetanschlüsse bekommen haben, dürfen die Unternehmen schrittweise die lukrativere Versorgung von größeren Städten angehen.

Die Bundesregierung hat bis Ende des Jahres deutschlandweit Internetanschlüsse mit Übertragungsraten von einem Megabit je Sekunde versprochen. Bis 2014
sollen sogar drei Viertel der Haushalte mit Anschlüssen von 50 Megabit je Sekunde versorgt werden.

Vodafone will seine Zusagen im Rahmen der Breitbandinitiative der Bundesregierung erfüllen und in den kommenden Monaten unterversorgte Gebiete auf dem Land erschließen. Der Chef von Telefónica O2, René Schuster, kündigte bereits zum Ende des Jahres das erste regionale Netzwerk des nächsten Datenfunk-Formats LTE an. Der Deutschland-Chef der Telekom, Niek Jan van Damme, hielt sich mit konkreteren Zusagen zurück.

Das Auktionsverfahren war insgesamt so kompliziert, dass die Behörde im Vorfeld eigens eine „Bieterschulung“ abgehalten hat. Jedes Unternehmen hatte vier bis acht Mitarbeiter daran teilnehmen lassen. Nur sie durften bei der Auktion Gebote abgeben.

Quelle: FAZ.NET

 
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