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Mobilfunk Billiger telefonieren

16.05.2006 ·  Wer seinen Geldbeutel schont, schaltet im Ausland die Rufumleitung zur Mailbox ein. Allen anderen Handybesitzern droht mit der Rechnung ein Schock. Denn auch die neuen Spezialtarife haben ihre Tücken.

Von Friedhelm Weidelich
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Den Schock kennt jeder Handybesitzer, der aus dem Ausland zurückkehrt: Statt des gewohnten zweistelligen Betrags prangt eine dreistellige Euro-Summe auf der Mobilfunkrechnung. Schuld sind die Netzbetreiber, die sich bei Auslandsreisenden bedienen. Denn sie verlangen Minutenpreise, die bis zu 200mal so hoch sind wie ein Festnetzgespräch. Die EU-Kommission will jetzt für niedrigere Preise sorgen.

Vodafone tat mit seinem „Reiseversprechen“ schon 2005 einen Schritt in diese Richtung: Wer diese Option kostenlos dazubucht, bezahlt pro Verbindung aus dem Ausland nur 75 Cent. In 20 Ländern gilt für den Anruf nach Hause oder ins Urlaubsland der Minutenpreis, den man in Deutschland bezahlt. Für Prepaid-Kunden gelten dieselben Bedingungen. Der Anruf daheim ist fast in jedem Fall deutlich billiger.

Doch noch mehr sparen Vodafone-Kunden, wenn sie im Ausland angerufen werden. Bisher waren in Europa 59 Cent pro Minute fällig. Jedes angenommene Gespräch bis zu einer Stunde kostet nun nur noch einmalig 75 Cent. Erst ab einer Stunde werden 20 Cent pro Minute berechnet.

Beiläufig erwähnte Vertragsänderung

Während Marktführer T-Mobile noch zögert, den Vodafone-Tarif zu kopieren, bittet E-Plus seine Vertragskunden seit Anfang Mai noch kräftiger zur Kasse. Wer der beiläufig erwähnten Vertragsänderung nicht widersprach, bezahlt nun statt 55 Cent pro Minute 69 Cent für ankommende Gespräche.

O2 lockt ab Juli 2006 mit einer "My-Europe"-Option: Nur noch 59 Cent pro Minute wird dann der Anruf nach Hause und ins Urlaubsland kosten. Ab dem Herbst will O2 in 17 Ländern seinen Vertragskunden Preise nah am Inlandsniveau anbieten und für eingehende Gespräche nichts verlangen.

Außer bei Vodafones Reiseversprechen sind angenommene Anrufe je nach Land 59 Cent bis 1,49 Euro teuer - pro Minute. Wer seine Mailbox erst im Ausland einschaltet, bezahlt dreifach: Für das ankommende Gespräch, die Zurückleitung nach Deutschland und das Abhören des Anrufbeantworters. Sparfüchse schalten die Mailbox deshalb in Deutschland aus und das Handy im Urlaub nur ein, wenn sie erreichbar sein wollen. Ein nicht angenommener Anruf kostet dann nichts.

Abgerechnet wird natürlich trotzdem

Wer seine Ruhe haben will, schaltet die Rufumleitung zur Mailbox in Deutschland für alle Gespräche ein und ist dann nur noch per SMS erreichbar, kann aber bei Bedarf selbst anrufen. Eine SMS "Gut angekommen" kostet 25 bis 60 Cent und kann auch an Festnetznummern geschickt werden. Auch wenn man in Italien und Spanien nicht ganz sicher sein kann, daß die Botschaft ankommt und nicht in den Netzen versandet. Abgerechnet wird natürlich trotzdem. Ein buntes Bildchen per MMS aus dem Ausland sollte man sich sparen. Die Kosten sind happig und erreichen in Italien bis zu 5 Euro.

Bei manchen Prepaidkarten muß man sich für das Ausland freischalten lassen. Auch das nette Vodafone-Reiseversprechen gilt nur in wenigen Ländern und nur dann, wenn man sich in das entsprechende Partnernetz einwählt. Was das kostet, findet man auf den Homepages der Mobilfunkfirmen, wenn man lange genug sucht. Sie sind oft in den AGB und PDF-Dokumenten versteckt.

Übrigens: Wenn man von Deutschland aus eine ausländische Nummer anruft, ist man vom Handy aus mit 69 Cent bis 1,99 Euro dabei. Das ist Abzocke pur.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.05.2006, Nr. 19 / Seite 53
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