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Vor fünf Jahren gegründet : Server-Start-up Protonet ist insolvent

Die beiden Protonet-Gründer Ali Jelveh (links) und Christopher Blum mit ihrer Protonet-Box. Bild: dpa

Protonet hatte einst eine Rekordfinanzierung erhalten. Jetzt ist die Firma insolvent. Das unterstreicht: Eine gute Idee macht noch lange kein gutes Geschäft.

          Protonet ist für lange Zeit das Vorzeige-Start-up in Deutschland gewesen, doch jetzt hat es Insolvenz angemeldet. „Weil die Betriebs GmbH bereits seit Anfang 2016 nicht erfolgreich wirtschaftet, ist es uns ab sofort leider nicht mehr möglich, unseren Betrieb weiter zu tragen“, heißt es in einer Mitteilung an Investoren des Unternehmens.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Protonet brauchte dringend weitere Investoren, ein Risikokapitalgeber sperrte sich aber vor einer abermaligen Finanzierungsrunde. „In unserem letzten Finanzierungsgespräch mit unseren Geldgebern haben wir leider keine positive Rückmeldung erhalten“, heißt es in der Mitteilung. Das bedeutet das Aus für das Start-up.

          Vor fünf Jahren wurde das Hamburger Unternehmen mit dem Ziel gegründet, sichere und unkompliziert zu betreibende Server für Kunden herzustellen. Im Wirbel um die globale Überwachung durch Geheimdienste, die durch den Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt wurde, nutze Protonet die Marke „Made in Germany“ um eine sichere Alternative zur Datenspeicherung anzubieten.

          Über das sogenannte Crowdfunding, also eine Schwarmfinanzierung im Internet, sammelte das Start-up binnen sechs Tagen über drei Millionen Euro ein – zu dieser Zeit ein Rekord, Protonet wurde das bestfinanzierte Crowdfunding-Unternehmen Deutschlands.

          Schwarze Zahlen fehlten bis zuletzt

          Doch im Grunde ging es von dort an stetig bergab: Dass eine gute Idee nicht gleich zum Geldsegen führt und die erfolgreiche Entwicklung der Technik häufig vollmundigen Versprechen hinterherhängt, spürte auch Protonet. Ein erstes Warnsignal für die Schwarm-Investoren war im April 2014 der Einstieg des sogenannten Accelerators Y Combinator bei Protonet.

          Denn anders als die Privatpersonen beteiligte sich der Investor aus dem Silicon Valley zu einer viel geringeren Bewertung, sieben Prozent des Unternehmens waren dort schon für 120.000 Dollar zu haben. In der Folge gab es Streit darum, ob Protonet die anderen Investoren auszahlen müsste.

          Was dem Unternehmen bis zuletzt fehlte, waren schwarze Zahlen. Das ist nicht ungewöhnlich für Start-ups, doch die Umstrukturierungen von Protonet halfen dem Unternehmen nicht. Zwischenzeitlich verkleinerten die Hamburger die Belegschaft in Deutschland deutlich und lagerten das Geschäft in eine neu gegründete Muttergesellschaft in den Vereinigten Staaten aus.

          Eigene Ideale verraten?

          Für viele Unterstützer des Projektes, denen die Idee von „Made in Germany“ besonders wichtig war, verriet Protonet damit seine eigenen Ideale. Gleichzeitig verspricht Protonet, dass die gespeicherten Daten seiner Kunden sicher gespeichert seien. Gleichwohl empfiehlt das Start-up, den Dienst zu wechseln, weil der Service der Server in Kürze eingestellt würde.

          Protonet ist nicht das einzige gescheiterte Unternehmen, das sich durch Crowdfunding Starthilfe verschafft hat, aber eines der prominentesten durch die Rekordfinanzierung. Es überhaupt zu diesem Punkt zu schaffen, ist alles andere als selbstverständlich: Nur etwas mehr als die Hälfte aller Projekte etwa auf der Plattform Startnext werden überhaupt finanziert.

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