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Microsoft Computer ächzen unter Windows Vista

04.01.2007 ·  Lange musste die Computerbranche auf das neueste Betriebssystem warten. Ende Januar wird Windows Vista auch für private Kunden erhältlich sein. Viele Rechner werden mit den Hardware-Anforderungen Schwierigkeiten bekommen.

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Lange musste die Computer- und Halbleiterbranche auf das neueste Betriebssystem von Microsoft warten. Ende Januar wird Windows Vista endlich auch für private Rechner erhältlich sein. Doch Computerhersteller wie Acer, Fujitsu Siemens (FSC) und Dell blicken dem Marktstart teilweise mit Skepsis entgegen.

Viele Rechner in Büros und Privathaushalten dürften den Anforderungen, die Vista an die Hardware stellt, nicht gewachsen sein. Wie schnell und zahlreich die Nutzer aber auf Vista - und damit wahrscheinlich auch auf neue Computer - umsteigen, sehen die PC-Hersteller unterschiedlich. Die Marktforscher von IDC rechnen damit, dass rund ein Fünftel aller PCs im ersten Jahr auf das neue System umgestellt werden.

Halbleiterindustrie erlebt Aufschwung durch Vista

Während Acer-Deutschland-Chef Oliver Ahrens durchaus eine Belebung der Nachfrage nach Rechnern und eine Unterbrechung des harten Preiskampfs erwartet, gab sich FSC-Chef Bernd Bischoff zuletzt weniger optimistisch. Vor allem institutionelle Käufer, die auf einen Schlag große Mengen bestellen, halten sich nach seiner Einschätzung zurück. "Bei den Kommerzkunden wird das länger dauern, die handeln in anderen Zyklen", sagte er. Gewünscht hätten sich die Computerhersteller, dass Vista schon im Weihnachtsgeschäft für Privatkunden zu haben gewesen wäre. So mussten sie mit umständlichen Gutscheinen für ein 40 Euro teures Upgrade für die PCs im Februar werben.

Allerdings bangten die Produzenten von Rechnern und Chips zuvor monatelang, ob der Softwareriese Microsoft überhaupt in diesem Winter mit seinem neuen Betriebssystem auf den Markt in Europa kommen wird. Erst verzögerte sich die Fertigstellung der Software, dann stritt das Unternehmen wie schon so oft mit den Kartellwächtern der EU-Kommission. Schließlich präsentierte Microsoft Ende November die Version für Geschäftskunden.

Notlösung mit USB-Speicherstick

Da Vista relativ hohe Ansprüche an die Computer stellt, hat es zumindest einem großen Teil der Halbleiterindustrie einen unerwarteten Aufschwung beschert. Hersteller von Arbeitsspeichern, darunter die Infineon-Tochter Qimonda, verzeichneten in den vergangenen Monaten eine Sonderkonjunktur durch Vista.

Um ruckelfrei zu laufen und alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können, fordert das Betriebssystem mindestens ein Gigabyte DRAM - rund doppelt so viel, wie die meisten Geräte auf dem Markt haben. Die Nachfrage nach Speicherchips führte sogar zu einem Engpass auf dem Markt für DRAM-Chips, wie es ihn im Sommer für Prozessoren gegeben hatte. Der internationale Speicherchipmarkt wuchs den Marktforschern von Gartner zufolge 2006 um 22 Prozent auf 61 Milliarden Dollar. Doch der Boom ist nur ein Strohfeuer.

Um Vista auch für bestehende Rechner mit einem schwächeren Kurzzeitgedächtnis verkaufen zu können, bietet Microsoft eine Notlösung an. Mit einem USB-Speicherstick mit mindestens 512 Megabyte lässt sich der interne Arbeitsspeicher aufrüsten. Stöpselt der Benutzer den Stick an sein System an, fragt ihn Vista, wie er ihn nutzen will. Über die Funktion "Ready Boost" lässt sich so die Geschwindigkeit des Betriebssystems erhöhen.

Ob Vista tatsächlich aber so viel sicherer gegen Attacken von außen ist, wie Microsoft hofft, ist fraglich. Medienberichten zufolge haben Experten nur vier Wochen nach der Einführung eine erste größere Lücke entdeckt. Demnach können normale Nutzer in Firmennetzwerken Zugriffssperren im System umgehen und sich zum Administrator aufschwingen. Mit den damit verbundenen weitreichenden Änderungsbefugnissen könnten Hacker vor Ort Daten abrufen oder ganze Systeme lahmlegen.

Quelle: F.A.Z., 04.01.2007, Nr. 3 / Seite 13
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