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Medien Thomas Holtrop geht in Gruner + Jahr-Aufsichtsrat

04.02.2005 ·  Nur wenige Monate nach seinem Ausscheiden bei T-Online taucht Thomas Holtrop wieder auf - als Aufsichtsratsmitglied des Hamburger Verlages Gruner + Jahr.

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Thomas Holtrop (50 Jahre) wird neues Mitglied des Aufsichtsrates des Hamburger Verlages Gruner + Jahr. Holtrop folgt auf John Vinocur, der Ende 2004 nach langer Tätigkeit aus dem Aufsichtsrat von Gruner + Jahr ausgeschieden ist. Holtrop war in den Jahren 2001 bis 2004 Vorstandsvorsitzender der Telekom-Tochtergesellschaft T-Online. Nachdem er aber nicht auf die neu geschaffene Position des Telekom-Vorstands für Festnetz und Breitband-Internet berufen wurde, verließ er den T-Online-Chefposten.

Tausendsassa Holtrop

Holtrop hat eine bunte Vergangenheit: Nach dem Psychologiestudium war er zunächst im Tourismusgeschäft für den Club Med und die Robinson Hotels tätig. Danach war er ein Jahr lang Geschäftsführer der Werbeagentur Springer & Jacoby, bevor er in London, New York und Frankfurt für den Finanzdienstleister American Express arbeitete. 1995 folgte der Wechsel auf den Posten des Generalbevollmächtigten der Deutschen Bank 24 und schließlich in den Vorstand der Bank. Ende 2000 wechselte er abermals das Genre und heuerte bei der Telekom an. Im Internet-Geschäft - als Vorstandsvorsitzender des größten europäischen Zugangsdienstes T-Online - verfolgte er zunächst große Visionen: Ein Medienhaus wollte er aus T-Online machen, das den klassischen Medien auf Augenhöhe gegenübertreten konnte. Im Jahr 2003 folgte dann der Stimmungswandel: T-Online sollte kein Medienhaus mehr sein, sondern ein Zugangsdienst und eine Vertriebsplattform im Internet. Parallel zum Scheitern der Medienpläne stiegen die Spannungen zwischen Holtrop und den anderen Telekom-Vorstandsmitgliedern. Holtrop wollte mehr Eigenständigkeit von der Muttergesellschaft, die wiederum die kleine Tochtergesellschaft eng an sich binden wollte. Als Holtrop im vergangenen Jahr schließlich nicht die Zuständigkeit für das Breitband-Geschäft bei der Telekom bekam, verließ er den Konzern über Nacht - und gerüchteweise mit 7 Millionen Euro Abfindung.

In den Startlöchern

Zur Zeit darf Holtrop - wohl wegen einer Wettbewerbsklausel - noch nicht wieder in der Telekommunikationsbranche arbeiten. Es ist aber zu erwarten, daß er in der zweiten Jahreshälfte wieder einen Managerposten antritt. Bis dahin wird sich der Marathon-Läufer noch mit seinem neuen Hobby beschäftigen: der Pferdezucht. (ht.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2005, Nr. 30 / Seite 21
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