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Medien Streit bei Bertelsmann über Börsengang

20.05.2006 ·  Familie Mohn will verhindern, daß Teile ihres Medienunternehmens Bertelsmann an die Börse kommen. Vorstandschef Thielen und andere Manager zeigen sich aufgeschlossen: Sie erhoffen sich mehr Unabhängigkeit von der Unternehmerfamilie.

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Beim Medienriesen Bertelsmann gibt es Streit über einen möglichen Börsengang. Während die Eigentümerfamilie Mohn auf jeden Fall verhindern will, daß Teile des Unternehmens an die Börse gebracht werden, zeigen sich der Vorstandsvorsitzende Gunter Thielen und etliche weitere Vorstände solchen Ideen gegenüber als durchaus aufgeschlossen. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung aus unternehmensnahen Kreisen.

Die Kontroverse belaste inzwischen sogar das traditionell als sehr eng geltende Verhältnis zwischen Thielen und Eigentümerin Liz Mohn, berichtet die F.A.S. weiter. Liz Mohn habe Thielen vorgeworfen, die Abwehrschlacht gegen einen Börsengang nicht entschieden genug voran zu treiben.

Management hofft auf mehr Unabhängigkeit

Hintergrund des Streits bei Bertelsmann ist, daß der belgische Investor Albert Frère, der 25,1 Prozent der Bertelsmann-Anteile kontrolliert, ab dem Zeitpunkt der Gesellschafterversammlung am kommenden Montag das Recht hat, seine Anteile an die Börse zu bringen. Die Mohns scheuen die Kontrolle durch den Kapitalmarkt und planen offenbar, Frère in bar abzufinden, dazu einen Kredit aufzunehmen und anschließend Teile des Konzerns zu veräußern, um die Schulden zu tilgen. Frère könnte, so ist zu hören, für seinen Anteil bis zu fünf Milliarden Euro fordern.

Während nach Informationen der F.A.S. der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Vogel die Mohn-Strategie unterstützt, gibt es im Vorstand Befürchtungen, die hohe Verschuldung könnte die Bonitätseinschätzung durch die Rating-Agenturen gefährden. Das Top-Management erhofft sich zudem durch den Börsengang eine größere Unabhängigkeit von der sehr monarchisch regierenden Unternehmerfamilie Mohn.

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