27.04.2006 · Die Axel Springer AG hat 2005 das beste Ergebnis in der Firmengeschichte erzielt. Jetzt forciert der Konzern seine neue Strategie: Springer will weiter im Ausland und im Internet wachsen - mit neuen Geschäftsmodellen.
Der Axel-Springer-Verlag („Bild“, „Die Welt“) will weiter im Ausland und im Internet wachsen. „Wir internationalisieren und digitalisieren“, sagte Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Medienhauses in Berlin. Die neu gegründeten Titel sollen dabei weiter in die Gewinnzone geführt und die Printmarken im Internet ausgebaut werden. Die Strategie werde „mit Angriffslust und Augenmaß“ umgesetzt, sagte Döpfner.
Springer hat 2005 das beste Ergebnis in der Firmengeschichte erzielt. Der Medienkonzern sei „der profitabelste und der kreativste Großverlag“ in Deutschland, sagte Döpfner. Der Jahresüberschuß stieg um 56 Prozent oder 83 Millionen auf ein Rekordhoch von 231 Millionen Euro. Die Rendite lag bei 14,1 Prozent. Gleichzeitig stieg der Erlös des Anzeigenaufkommens um 4,3 Prozent. Döpfner gab zugleich eine erfreuliche Entwicklung des Unternehmens am Aktienmarkt mit einem Kursgewinn von 26 Prozent bekannt. Im kommenden Jahr erwartet der Konzern erneut insgesamt ein Umsatz-Plus. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen eine Dividende von 1,70 Euro vor. Dies seien 50 Cent oder 42 Prozent mehr als die konstante Dividende der Vorjahre.
Mit neuen Geschäftsmodellen
Mit neuen Geschäftsmodellen will Springer in der digitalen Welt unter anderem bei E-Commerce und Spielen Geld verdienen. Zu den Prioritäten für 2006 gehörten Neugründungen, vornehmlich im Ausland, Akquisitionen aus Prestigegründen werde es aber nicht geben, sagte Döpfner. Springer brauche keinen Ersatz für die gescheiterte Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben Sat.1. Einen wirtschaftlichen Schaden gab es für das Unternehmen laut Döpfner nicht. „Wir nehmen es sportlich und schauen nach vorne“, sagte er.
Der Medienkonzern will in diesem Jahr auch im Online-Bereich die Marktführerschaft übernehmen. Alle Zeitungen und Zeitschriften sollen mit einem Online-Auftritt im Internet präsent sein. „Welt-online“ solle zudem die führende nachrichten- und serviceorientierte Webseite in Deutschland werden, sagte Döpfner. Redaktionell seien mit Gründung eines Newsrooms dafür die Voraussetzungen geschaffen worden. Außerdem will das Medienhaus mit neuen Geschäftsmodellen in der digitalen Welt Geld verdienen, die bisher einem Printverlag nicht erschlossen waren.
In den vergangenen Jahren expandierte die Axel Springer AG mit neuen Produkten auf dem osteuropäischen Markt. So habe sich „Fakt“ als Polens größte Tageszeitung etabliert und schreibe schon im zweiten Jahr nach Gründung Gewinn. In diesem und im kommenden Jahr soll die Internationalisierung von Zeitungen und Zeitschriften des Verlages weiter fortgesetzt werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.386,12 | +0,68% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 106,83 $ | −0,40% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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