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Medien Spekulation über weitere Disney-Interessenten

12.02.2004 ·  Viacom, Time Warner, Microsoft: Pläne für eine feindliche Übernahme von Disney lassen Spekulationen über weitere Interessenten an dem Medienriesen ins Kraut schießen.

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Das überraschende Kaufangebot des größten amerikanischen Kabelnetzbetreibers Comcast Corporation für den traditionsreichen Medien- und Unterhaltungsriesen Walt Disney Company hat an der Wall Street Spekulationen über potentielle andere Interessenten aufkommen lassen. Die Disney-Aktien sind zwar seit vergangenem Jahr kräftig gestiegen, doch liegen sie momentan nicht höher als vor sechs Jahren.

Das „Wall Street Journal“ nannte in seiner Onlineausgabe am Donnerstag die InteractiveCorp, Viacom, Time Warner und selbst Microsoft als potentielle Interessenten. Der australische Medienmogul Rupert Murdoch mit seinem internationalen Medienkonzern News Corp. hat allerdings bereits dankend abgewunken.

Immer wieder Time Warner

Time Warner wird auch von der “New York Post“ ins Spiel gebracht. Nach deren Informationen erwägt das Unternehmen ein Gegengebot für Walt Disney. Laut informierten Kreisen habe Time Warner am Mittwochnachmittag (Ortszeit) eine Telefonkonferenz mit Investmentbankern angesetzt gehabt, bei der die Möglichkeit einer solchen Offerte diskutiert werden sollte, heißt es in dem am Donnerstag erschienenen Bericht. Laut dem Zeitungsbericht soll überdies Steve Jobs von den Pixar Animation Studios Gespräche mit weiteren Unternehmen, darunter Kabelbetreiber, gesucht haben, um eine Gruppe zusammenzubringen, die als „Weißer Ritter“ für den Disney-Konzern auftreten könnte.

Nach Darstellung des „Wall Street Journal“ wäre ein gemeinsames Angebot von John Malone mit seinem Medienkonzern Liberty Media und von Barry Diller mit seiner InterActiveCorp denkbar. Diller stehe Disney-Chef Michael Eisner nahe und könnte als „Weißer Ritter“ zu Hilfe eilen. Beide Investoren hätten die Masse und das Geld, um Disney kaufen zu können. Die Firmen nahmen zu den Spekulationen keine Stellung.

Microsoft-Angebot wäre ein Schock

Eine potentielle Offerte von Microsoft wäre nach Darstellung der Zeitung ein Schock. Microsoft hat mehr als 50 Milliarden Dollar in der Kasse und ist an Unterhaltung interessiert. Viacom dürfte als Besitzer der großen amerikanischen Fernsehfirma CBS Probleme mit den Wettbewerbshütern bekommen, da Disney das konkurrierende TV-Unternehmen ABC kontrolliert. Viacom sei nur an ESPN interessiert und will nach Darstellung der Zeitung kein Angebot machen.

Time Warner hatte lange mit Bilanzproblemen und hohen Schulden zu kämpfen und ist nach der schlecht gelaufenen Hochzeit mit dem Onlineriesen AOL ein gebranntes Kind. Viele große europäische Medienkonzerne sind ebenfalls in schwerem Fahrwasser und dürften deshalb kaum in Frage kommen.

Comcast hatte im Zuge eines Aktientauschs rund 54 Milliarden Dollar geboten, plus die Übernahme von Disney-Schulden in Höhe von 11,9 Milliarden Dollar. Das macht zusammen knapp 66 Milliarden Dollar (52 Milliarden Euro). Die Offerte ist nach derzeitigen Aktienkursen aber nur noch rund 49 Milliarden Dollar wert. Die Comcast-Aktien sind inzwischen um knapp acht Prozent auf 31,23 Dollar gefallen, während die Disney-Aktien um fast 15 Prozent auf 27,60 Dollar in die Höhe geschossen sind. Viele Analysten an der Wall Street gehen davon aus, daß Comcast sein Angebot erhöhen muß, falls das von der Familie Roberts kontrollierte Unternehmen mit seinen 21 Millionen Kabelfernseh- und fünf Millionen Breitbandkunden zum Zuge kommen will.

Disney will das Angebot von Comcast genau prüfen. Dies versprach das Mutterhaus von Mickey Mouse und Besitzer mehrerer Film- und TV- Produktionsstudios, Freizeitparks, der Fernsehfirma ABC und zahlreicher Kabelfernsehkanäle, darunter der extrem lukrative Sportkanal ESPN.

Quelle: @tor, mit Material von dpa und vwd
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