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Medien Sparprogramm in Saban-Sendern

29.10.2003 ·  Die Münchner Fernsehgruppe Pro Sieben Sat.1 verschärft unter den neuen Eigentümern ihren Sparkurs. Sat.1, der wichtigste Umsatzträger des börsennotierten Fernsehkonzerns, plant, 2004 seine Kosten abermals deutlich zu kürzen.

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Die Münchner Fernsehgruppe Pro Sieben Sat.1 verschärft unter den neuen Eigentümern ihren Sparkurs. Sat.1, der wichtigste Umsatzträger des börsennotierten Fernsehkonzerns, plant, 2004 seine Kosten abermals deutlich zu kürzen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen sollen die Programmkosten kommendes Jahr um knapp 60 Millionen Euro und damit noch einmal um fast 10 Prozent gesenkt werden.

Bereits im laufenden Jahr hat Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann die Ausgaben für das Programm - die mit einem Anteil von rund 80 Prozent der mit Abstand größte Kostenblock sind - um 150 Millionen Euro auf 580 Millionen Euro gekürzt. Davon entfiel allerdings ein großer Teil auf den Wegfall der Fernsehübertragung der Fußball-Bundesliga, die seit dieser Saison in der öffentlich-rechtlichen ARD läuft. Auch der Schwesterkanal Pro Sieben fahndet zur Zeit nach weiteren Einsparmöglichkeiten. Eine Sat.1-Sprecherin wollte die Sparvorgabe auf Anfrage nicht bestätigen und sprach lediglich von "deutlichen Kostensenkungen im Programmbereich". Damit wolle sich der Sender für den Fall eines weiterhin schwachen Fernsehwerbemarktes wappnen.

Sat.1 rechnet mit ausgeglichenen Ergebnis

Das in den vergangenen Jahren defizitäre Sat.1 rechnet für 2003 zumindest mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Im vergangenen Jahr hat der Sender dagegen noch 98 Millionen Euro Verlust gemacht und war damit das größte Sorgenkind der Sendergruppe. Der Druck auf Hoffmann ist groß: Im Sommer wäre er auf Betreiben von Urs Rohner, dem Vorstandschef von Pro Sieben Sat.1, beinahe entlassen worden. Rohner steht seinerseits durch den Eigentümerwechsel bei dem Fernsehkonzern unter erheblichem Profitabilitätsdruck. Pro Sieben Sat.1 wird nach einer langwierigen Hängepartie im Zuge der Kirch-Pleite inzwischen von einem Konsortium von Finanzinvestoren um den amerikanischen Medienunternehmer Haim Saban kontrolliert. Die neue Sparrunde bei Sat.1 trägt damit die Handschrift der neuen Mehrheitsgesellschafter. Im ersten Halbjahr hat die Senderkette bei einem Umsatzminus von 6 Prozent auf 467 Millionen Euro einen Vorsteuergewinn von 33,2 (Vorjahreszeitraum 16,8) Millionen Euro ausgewiesen. Pro Sieben Sat.1 wird seine Neunmonatszahlen Mitte November veröffentlichen. Für das saisonbedingt schwache dritte Quartal hat die Sendergruppe bereits einen Verlust angekündigt.

Bei Sat.1 sind die Bruttowerbeeinnahmen nach den Zahlen des Marktforschungsinstituts Nielsen im Zeitraum von Januar bis September 2003 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent gesunken. Bei Pro Sieben schrumpften die Erlöse um 8,6 Prozent. Auf beide Sender zusammen entfallen damit gut 85 Prozent des Konzern-Gesamtumsatzes. Brutto schneiden die Senderflaggschiffe damit schlechter ab als der gesamte Fernsehwerbemarkt, der nach zwei rückläufigen Jahren bis Ende September um 2,2 Prozent zulegte. Allerdings sind in den Bruttozahlen die branchenüblichen Rabatte nicht berücksichtigt.

Die Einsparungen im Programm von Sat.1 sollen vor allem in den Sommermonaten und zuschauerschwachen Tageszeiten wie dem Vormittag erfolgen. So sollen im kommenden Jahr, wenn die abendliche "Harald Schmidt Show" Sommerpause macht, Wiederholungen von Eigenproduktionen statt eingekaufter Lizenzware laufen.

Quelle: theu., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2003, Nr. 251 / Seite 19
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