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Medien Schlechtes Wetter und gute Filme kurbeln das Kinogeschäft an

09.07.2004 ·  Die wirtschaftlich gebeutelten deutschen Kino-Ketten schöpfen neue Hoffnung. Zahlreiche zugkräftige Filmstarts und der verregnete Sommer locken wieder mehr Zuschauer vor die Leinwände. Neuester Hoffnungsträger ist „Spiderman“.

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Die wirtschaftlich gebeutelten deutschen Kino-Ketten schöpfen neue Hoffnung. Zahlreiche zugkräftige Filmstarts und der verregnete Sommer locken wieder mehr Zuschauer vor die Leinwände. Neuester Hoffnungsträger ist der am Donnerstag angelaufene zweite Teil der amerikanischen Comic-Verfilmung "Spider-Man".

Im Berliner Filmpalast der Kinokette Cinemaxx am Potsdamer Platz waren bereits gestern mittag alle knapp 900 Plätze für die Abendvorstellung ausverkauft. "Einen solchen Ansturm hatten wir schon länger nicht mehr", sagte ein Cinemaxx-Sprecher. Berlin gilt wegen seiner vielen Filmtheater als besonders hart umkämpfter Markt für die Kinobranche.

Gute Vorgabe aus Amerika

Die Vorgaben aus Nordamerika machen Mut. Dort lief das 200 Millionen Dollar teure Sony-Filmspektakel bereits vor einer Woche an und stellte in den ersten Tagen mit einem Einspielergebnis von 180 Millionen Dollar einen neuen Rekord auf. In Deutschland gab es freilich auch zurückhaltendere Einschätzungen. "Die Resonanz bei unseren Vorabvorführungen am Mittwoch war zwar gut, aber nicht überragend", sagte ein Sprecher des Marktführers Cinestar.

Doch insgesamt sind die Kinobetreiber mit den vergangenen Monaten hochzufrieden. Im ersten Halbjahr verzeichneten sie nach einer Erhebung des Filmverleiher-Verbandes mit 65,7 Millionen Zuschauern ein geschätztes Besucherplus von 2,8 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr. Bis Ende März hatten die Kinos dagegen noch einen Rückgang von 9 Prozent beklagt. Den Filmtheatern brachte der starke Kino-Frühsommer nach einer langen Flaute dringend benötigten Rückenwind.

Im vergangenen Jahr waren ihre Besucherzahlen um fast 10 Prozent eingebrochen - schwache Filme und ein heißer Sommer hielten viele Deutsche vom Kinobesuch ab. Die beiden Marktführer Cinemaxx und Cinestar brachte der Besucherschwund an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Die europäischen Kinos der amerikanischen UCI-Kette, ein weiteres Schwergewicht im deutschen Filmgeschäft, stehen zum Verkauf.

Nächster Kassenschlager schon in Sicht

Bei der börsennotierten Cinemaxx soll nach einer Entschuldung der Münchner Filmunternehmer Herbert Kloiber mit seiner Tele München Gruppe Hauptaktionär werden. Kloiber hat die Cinemaxx-Schulden von der Dresdner Bank übernommen und will diese in Eigenkapital umwandeln. Dem muß allerdings noch die für Oktober angesetzte Hauptversammlung zustimmen.

Einstweilen konzentrieren sich die Hoffnungen der Kinobetreiber auf einen weiterhin verregneten Sommer und noch mehr erfolgreiche neue Filme. Der nächste Kassenschlager könnte in zwei Wochen die Komödie "Traumschiff Surprise", der neue Film von Erfolgsregisseur Michael Herbiger ("Der Schuh des Manitu"), werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2004, Nr. 157 / Seite 17 , theu.
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Von Holger Steltzner

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