Home
http://www.faz.net/-gqm-74sc0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Medien Murdoch stellt digitale Zeitung „The Daily“ wieder ein

Das Ende der ersten Tablet-Zeitung „The Daily“ zeigt erneut, wie schwer es ist, mit digitalen Medien Geld zu verdienen. Selbst dem milliardenschweren Medienzar Rupert Murdoch, der große Pläne für das Projekt hatte, ging nach 22 Monaten die Puste aus.

© dpa Vergrößern Rupert Murdoch

The Daily“ sollte die Zeitung der Zukunft werden: Rein digital, extra produziert für Tablet-Computer wie das iPad. Doch das teure Experiment schlug fehl. Die „Daily“ erreichte nie die nötigen Abonnenten-Zahlen oder genug Werbeeinnahmen, um ihre Kosten zu decken. Jetzt zieht Medien-Mogul Rupert Murdoch mit der letzten Ausgabe am 15. Dezember den Stecker. Zeitungsmann Murdoch hielt immerhin fast zwei Jahre durch.

Schon bei der großen Vorstellung im Februar 2011 wurde klar, dass es hier um viel Geld geht. Murdoch hatte rund 30 Millionen Dollar in den Aufbau des Prestigeprojekts investiert. Er legte Wert darauf, dass die „Daily“ eine komplett eigene Redaktion bekam und nicht nur ein Digital-Ableger anderer Blätter des Verlagshauses war. Die laufenden Kosten lagen nach Angaben zum Start bei rund einer halben Million Dollar pro Woche. Dabei buhlte die „Daily“ mit Kampfpreisen um Leser: Ein Wochen-Abo kostete 99 Cent und ein Jahres-Abo knapp 40 Dollar. Nach Angaben von Sommer gab es aber nur 100.000 zahlende Abonnenten.

Mehr zum Thema

„Seit dem Start war „The Daily“ ein mutiges digitales Experiment“, erklärte Murdoch zum Abschied. Es sei aber nicht gelungen, ausreichend Leser zu gewinnen, um sie auf Dauer zu betreiben. Die Probleme waren schon länger unübersehbar. Bereits im August gab es eine Sparrunde, bei der 50 der zuvor 170 Arbeitsplätze wegfielen. Außerdem konnte man sich die Zeitung ab da nicht mehr um waagerechten Format ansehen. So sollte der technische und redaktionelle Aufwand für das alternative Layout gesenkt werden.

Nicht unumstritten war von Anfang an das Konzept der „Daily“: Sie war als eine klassische Zeitung denn als eine sich ständig verändernde Website angelegt. Die mehrere Dutzend Seiten starken Ausgaben werden jeden Morgen auf das Tablet geladen und nur spärlich aktualisiert. Dafür sollten Multimedia-Inhalte wie Videos, große Bilder oder interaktive Grafiken die Vorteile gegenüber einer gedruckten Zeitung betonen. Zunächst gab es die „Daily“ nur für das iPad, im Januar 2012 kam eine Version für einige Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android hinzu.

„Neue Zeiten brauchen neuen Journalismus“, hatte Murdoch plakativ bei „Daily“-Vorstellung erklärt. Der 81-Jährige, der sein Medienimperium als Zeitungsverleger und Eigentümer von TV-Stationen geschmiedet hatte, bleibt damit weiter glücklos im digitalen Geschäft. Schon der Kauf des inzwischen wieder abgestoßenen Online-Netzwerks MySpace für mehr als 500 Millionen Dollar brachte ihm hohe Verluste ein.

Von der Erfahrung mit „The Daily“ sollen nun die anderen Titel des Verlags profitieren, hieß es. Ihr Herausgeber Greg Clayman soll künftig die weltweite Digital-Strategie beaufsichtigen und der erste „Daily“-Chefredakteur Jesse Angelo wird Herausgeber der „New York Post“. Dem New Yorker Boulevard-Blatt sollen auch die Infrastruktur und zumindest ein Teil der Mitarbeiter zugeschlagen werden.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Apples iPads und iMac Hauchdünn und hochauflösend

Apple stellt die superschlanken iPad Air 2 und iPad Mini 3 vor, und der neue iMac mit Retina-Display debütiert als Display-Pixelmeister. Gewagt ist das alles nicht, aber konsequent. Mehr Von Michael Spehr, Berlin

16.10.2014, 21:04 Uhr | Technik-Motor
Generation Griffel

Nur kein Stift: Das ist die Maxime von Apple seit der Vorstellung des iPad. Jetzt gibt es den Pencil. Mit dem lässt es sich auf dem Tablet PC vortrefflich zeichnen. Amelie Persson stellt ihn im Video vor. Mehr

12.09.2014, 15:50 Uhr | Technik-Motor
Online-Videothek Netflix enttäuscht - der Aktienkurs stürzt ab

Die amerikanische Online-Videothek Netflix könnte das Fernsehen, wie wir es kennen, revolutionieren. Nun bekommt sie weniger neue Kunden als gedacht - die Reaktion der Börse folgt prompt. Mehr

16.10.2014, 07:40 Uhr | Wirtschaft
Keynote Apple stellt neues iPad vor

Neu war bei der sogenannten Keynote das Ipad Air 2, das vor allem dünner ist als sein Vorgänger. Nur noch 6,1 Millimeter dick ist das Tablet, das auch über ein verbessertes Display mit weniger Spiegelungen verfügen soll. Mehr

17.10.2014, 12:10 Uhr | Wirtschaft
Vor der Apple Keynote Das sind die Alternativen zum iPad

An diesem Donnerstag wird Apple sehr wahrscheinlich die nächsten Versionen seiner iPads vorstellen. Das Tablet wird wieder eines der besten sein, doch die Konkurrenz hat ebenbürtige Alternativen. Mehr Von Marco Dettweiler

15.10.2014, 10:00 Uhr | Technik-Motor
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.12.2012, 16:02 Uhr


Aktienkurse
Name Kurs Änderung
  Nasdaq 100 --  --
  Facebook --  --
  Google --  --
  Apple --  --
  Zynga --  --

Indonesiens unerfahrener Hoffnungsträger

Von Christoph Hein, Singapur

Gerade wurde Indonesiens neuer Präsident Joko Widodo eingeschworen. Die Erwartungen an ihn sind riesig. Aber ist er seinem Amt gewachsen? Mehr

Grafik des Tages Wie wichtig ist die Raumfahrt für Deutschland?

Dass die Raumfahrernation Amerika viel in die Erforschung des Weltraums investiert, ist keine Überraschung. Aber selbst in Italien, Japan und Frankreich hat die Raumfahrt einen höheren Stellenwert als hierzulande. Mehr 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --