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Medien Fußball-WM beschert Premiere Verluste

08.08.2006 ·  Der Pay-TV-Sender Premiere hat wegen hoher Kosten für Lizenz und Produktion der Fußball-WM und aufgrund eines steuerlichen Sondereffekts im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben.

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Der Aufwand für die Fußball-WM und Sondereffekte haben den Münchener Bezahlfernsehsender Premiere im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt.

Wegen der Kosten für die Lizenz und Produktion der Fußball-Weltmeisterschaft sei vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen operativ (Ebitda) ein Verlust von 21,8 Millionen Euro angefallen, teilte Premiere am Dienstag mit. Analysten hatten im Schnitt einen Verlust von 20 Millionen Euro erwartet. Im zweiten Quartal des vergangenen Jahres hatte Premiere noch 26,5 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet.

Zahl der Abonnenten sinkt weiter

Netto lag der Verlust wegen der Abschreibung der gesamten Steuervorteile aus Verlustvorträgen bei 138,8 Millionen Euro. Der Umsatz legte um rund vier Prozent auf 269,3 Millionen Euro zu. Nach dem Verlust der exklusiven Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ging die Abonnentenzahl zwischen Anfang April und Ende Juni um 2,3 Prozent auf 3,44 Millionen zurück.

Für das zweite Halbjahr sieht sich Premiere dank der Kooperationen mit der Deutschen Telekom und dem neuen Rechteinhaber Arena gut aufgestellt. Zudem sei das finanzielle Risiko gesunken, weil Premiere nicht mehr die Kosten für die Live-Rechte stemmen müsse.

Auch Rechte für spanische Liga an Arena verkauft

Auch die Rechte an der höchsten spanischen Fußball-Spielklasse, der Primera Division, hat Premiere an Arena verkauft. „Arena hat neben den exklusiven Rechten an den Live-Übertragungen der Primera Division auch die Rechte an der Copa del Rey, dem spanischen Königspokal erworben“, teilte die Tochter des Kabelnetzbetreibers Unity Media am Dienstag mit. Premiere bleiben beim Liga-Fußball jetzt noch die Rechte an den höchsten Spielklassen von England, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Österreich.

Eine neue Jahresprognose gab Premiere-Chef Georg Kofler nicht ab. Es sei zu früh, um aus dem Geschäftsverlauf konkrete Schlußfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Kofler bekräftigte, einen neuen Ausblick bei der Bekanntgabe der Neun-Monats-Zahlen am 7. November zu veröffentlichen.

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Von Holger Steltzner

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