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Medien Deutsche Post prüft Start einer Gratis-Zeitung

02.09.2007 ·  Post-Chef Klaus Zumwinkel wagt sich auf fremdes Terrain: Der Konzern prüft den Einstieg ins Zeitungsgeschäft. Fertige Pläne für eine Gratis-Zeitung hat Zumwinkel schon in der Schublade liegen. Das kostenlose Blatt könnte in kürzester Zeit auf den Markt kommen.

Von Georg Meck
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Post-Chef Klaus Zumwinkel wagt sich auf fremdes Terrain: Der Konzern prüft den Einstieg ins Zeitungsgeschäft. Fertige Pläne für eine Gratis-Zeitung hat Zumwinkel schon der Schublade liegen. Das Projekt ist so weit fort geschritten, dass das kostenlose Blatt in kürzester Zeit auf den Markt kommen könnte.

Die Inhalte der Zeitung sind geklärt, die Vertriebsmacht hat die Deutsche Post sowieso - ihre Briefträger fahren Tag für Tag zu jedem Briefkasten in Deutschland. Selbst eine Millionenauflage könnte daher einigermaßen günstig an den Leser gebracht werden.

Zumwinkel zögert noch

Die Deutsche Post selbst wollte die Pläne auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Der Start einer Gratis-Zeitung ist in Deutschland auch deswegen so heikel, weil jeder, der es bisher auch nur ansatzweise versucht hat, sofort die deutschen Verlage gegen sich aufgebracht hat. Zumwinkel zögere deshalb noch mit dem Start, so heißt es in der Branche, weil er „nicht der Erste sein will, der schießt“.

Der Vorstandsvorsitzende der Post schaut sich momentan gezwungenermaßen nach neuen Geschäftsideen um, da das Ende des Briefmonopols nicht mehr zu verhindern ist und die Analysten zunehmend unruhig werden, wo die Gewinne der Post künftig herkommen sollen. Seit Wochen steht die Post-Aktie deshalb unter Druck, fordern Großaktionäre einen Umbau des Konzerns. Im Moment arbeitet Zumwinkel an der Gegenstrategie, die er Anfang November der Öffentlichkeit präsentieren will.

Gegenseitige Konkurrenz

Derweil formieren sich die künftigen Rivalen im Kerngeschäft, dem Briefdienst. Hinter einem der potentesten künftigen Wettbewerber, der Pin Group, steht ausgerechnet eine Gruppe deutscher Verlage, zuletzt ist der Axel-Springer-Konzern dort groß eingestiegen. Die Neigung der Post, auf die Kunden aus der Verlagsbranche Rücksicht zu nehmen, schwindet daher. Wenn die Verlage der Post beim Briefdienst Konkurrenz machen, so die Über-legung, könnte Zumwinkel sich rächen, indem er eine Gratis-Zeitung in die Briefkästen wirft.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 02.09.2007, Nr. 35 / Seite 46
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Jahrgang 1967, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft.

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