29.03.2011 · Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Mail - Google dringt in die einstige Domäne von Microsoft ein. Nun wird die zweite Stufe gezündet. Bald bringen Samsung und Acer Geräte mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS auf den Markt, sagt Googles Chef für Unternehmensprodukte Matt Glotzbach.
In den IT-Unternehmen scheint es nur noch ein Thema zu geben: Cloud Computing. Pioniere wie Salesforce und Google haben inzwischen starke Konkurrenz bekommen. Gut oder schlecht für Ihr Geschäft?
Dass Microsoft in die Cloud drängt, ist sehr gut für Google. Noch vor zwei Jahren waren viele Softwareunternehmen sehr skeptisch, ob das Cloud Computing eine Zukunft hat. Dazu gehörte auch Microsoft. Jetzt hat sich die Einstellung komplett gedreht. Microsoft folgt und kopiert Google - und das gibt unserem Geschäft viel Glaubwürdigkeit. Je mehr Anbieter im Markt sind, desto geringer sind die Bedenken der Kunden gegenüber dem Cloud Computing.
Hat Google noch einen Wettbewerbsvorteil?
Google war sehr früh dabei, und das verschafft uns heute einen Vorteil. Wir haben kein "Legacy"-Geschäft, das wir verteidigen müssen. Microsoft steckt in einem klassischen Innovatoren-Dilemma: Sie müssen ihre Stammgeschäft behaupten und sich gleichzeitig in das neue Modell bewegen. Wer die Microsoft-Cloud nutzen will, muss trotzdem Office auf dem Desktop installieren. Das ist nicht wirklich Cloud Computing. Da haben wir einen Vorteil: Wir sind in der Cloud geboren. Schon die Google-Suche und GMail sind Cloud-Anwendungen.
Viele Unternehmen schauen sich Cloud-Lösungen an, zögern dann aber doch. Wie schnell läuft der Umstieg?
Google gewinnt mehr als 3000 neue Unternehmenskunden am Tag. Die Zahl wächst weiter.
Nun ist nicht jeder immer online. Viele Nutzer fürchten, ohne Internetverbindung nicht arbeiten zu können.
Wir haben verstanden, dass "offline" eine Schlüsseleigenschaft für die Cloud-Anwendungen ist. Natürlich gibt es immer Situationen, dass Menschen offline sind, zum Beispiel im Flugzeug oder oft in Zügen. Wir haben uns verpflichtet, diese Eigenschaft in unsere Produkte einzubauen. Die Technologie ist jetzt so weit, dass man auch im Browser offline arbeiten kann. Das Ganze funktioniert mit HTML5. Es liegt nun an uns, unsere Applikationen so zu bauen, dass diese Funktionen eingesetzt werden können.
Und dann funktioniert alles?
Die meisten Funktionen - nicht alle - stehen dann auch offline zur Verfügung. Man kann zum Beispiel offline Präsentationen halten.
Google wirbt damit, dass Cloud-Anwendungen eine effiziente Art der Zusammenarbeit in Unternehmen ermöglichen, weil zum Beispiel viele Mitarbeiter gleichzeitig an einem Dokument arbeiten können. Sind solche Ideen nicht zu komplex - wie schon Google Wave?
Die meisten Kunden führen am Anfang Mail und Kalender verbindlich für alle Mitarbeiter ein und stellen die anderen Collaboration-Instrumente zur freien Verfügung. Dann gibt es aber eine sehr gut vorhersehbare Kurve, wie auch die anderen Anwendungen wie Google Docs für die gemeinsame Arbeit an einem Dokument genutzt werden. Viele Nutzer entdecken dann erst während der Arbeit die Funktion, ein Dokument auf Knopfdruck in verschiedene Sprachen zu übersetzen.
Wie wichtig ist der Browser Chrome für Google?
Der Browser ist das Gateway zur Cloud. Mit Google Chrome verfolgen wir das Ziel, den Wettbewerb und den technischen Fortschritt im Browser-Markt anzufachen. Das ist uns gelungen. Der andere Aspekt ist das Betriebssystem Chrome OS. Dabei wird keine Software auf dem Computer installiert. Das bedeutet: Das Unternehmen hat nicht nur geringere Anschaffungskosten, sondern auch niedrigere laufende Kosten. Die gesamte Wartung findet in der Cloud statt. Und die Nutzer lieben es, weil Chrome OS so schnell ist. Der Startvorgang dauert ganze sieben Sekunden.
Bisher gibt es nur Testgeräte mit Chrome OS. Wann beginnt der Verkauf?
Die ersten Chrome-OS-Geräte von Samsung und Acer kommen noch in diesem Frühjahr in die Läden in Europa.
Google entwickelt zwei Betriebssysteme: Android und Chrome OS. Warum?
Gute Frage. Mit der Zeit werden wir eine Konvergenz der Systeme sehen. Aber es ist unklar, welches System gewinnen wird.
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.893,24 | +0,72% |
| FAZ-INDEX | 1.533,42 | +0,58% |
| TecDAX | 781,18 | +0,47% |
| MDAX | 10.468,50 | +0,85% |
| SDAX | 5.072,33 | 0,00% |
| REX | 421,52 | +0,23% |
| Eurostoxx 50 | 2.529,82 | +0,43% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,59 | +0,22% |
| Dow Jones | 12.938,70 | −0,21% |
| Nasdaq 100 | 2.579,78 | −0,40% |
| S&P500 | 1.357,66 | −0,33% |
| Nikkei225 | 9.595,57 | +0,44% |
| EUR/USD | 1,3311 | +0,47% |
| Rohöl Brent Crude | 123,48 $ | +0,68% |
| Gold | 1.752,00 $ | +0,23% |
| Bund Future | 138,66 € | −0,14% |