21.11.2005 · Das Internet verschiebt die Mediengewohnheiten. Deutsche sind heute sechsmal länger online als 1999. Für Reisen und Musik hat sich das Internet schon als erste Informationsquelle vor allen anderen Medien etabliert.
Das Internet gewinnt in der Mediengunst der Deutschen einen immer größeren Stellenwert. Der Anteil der Deutschen, der täglich im Internet unterwegs ist, hat mit 44 Prozent einen neuen Höchststand erreicht, zeigt die zwölfte Time-Budget-Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Sevenone Media. Vor sechs Jahren betrug dieser Anteil erst 9 Prozent.
Zugleich wird das Netz immer intensiver genutzt: Die inzwischen rund zehn Millionen Menschen, die einen schnellen DSL-Internetanschluß besitzen, sind jeden Tag 116 Minuten online - doppelt so lange wie der Durchschnitt, haben die Forscher herausgefunden. "Das Internet ist der große Gewinner unter den Medien. Die Deutschen sind heute mehr als sechsmal so lange online wie 1999", sagt Daniel Haberfeld, Forschungsdirektor bei Sevenone Media.
Internet subjektiv immer wichtiger
Den rasanten Anstieg zeigen auch die Antworten auf die Frage nach der subjektiven Wichtigkeit eines Mediums: Meinte 1999 nur rund jeder vierte Befragte, das Internet sei für ihn wichtig oder sehr wichtig, ist dieser Anteil inzwischen auf mehr als 60 Prozent gestiegen. Die klassischen Medien Fernsehen, Radio und Zeitungen haben in dieser Bewertung nur noch einen leichten Vorsprung vor dem Netz. Auch das ändert sich, wenn nur junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren befragt werden. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der Jugendlichen ist seit 1999 von 12 auf 69 Minuten am Tag gestiegen. In dieser Gruppe messen bereits 71 Prozent dem Netz eine wichtige Bedeutung. Nur das Fernsehen weist eine höhere Bedeutung in dieser Altersgruppe auf.
Alte Medien nicht verdrängt
Dennoch verdrängt das Netz die alten Medien nicht, meint Haberfeld. "Die Zeit, die die Deutschen im Internet verbringen, ist zusätzliche Medienzeit. Sie geht nicht zu Lasten der Nutzungsdauer der anderen Medien." Vielfach wird das Internet heute parallel zum Radio und zum Fernsehen genutzt. Trotzdem sind erste Änderungen in der Mediennutzung zu erkennen: Der Fernsehkonsum der Nutzer schneller DSL-Internetverbindungen liegt etwa 10 Prozent unter dem Durchschnittswert aller Befragten. Auch die Zeitungen haben eingebüßt: Lasen die Jugendlichen vor sechs Jahren noch 22 Minuten am Tag Zeitung, ist dieser Wert im diesem Jahr auf 18 Minuten gefallen. Der Anteil der Zeitungen an der gesamten Medienzeit liegt aber weiterhin bei rund 4 Prozent, während das Internet inzwischen 12 Prozent auf sich vereint. Die größten Anteile an der Medienzeit weisen weiterhin das Fernsehen und das Radio auf, die jeweils rund ein Drittel auf sich vereinen.
Das Internet hat sich als Erstinformationsquelle für Reisen und Musik vor allen anderen Medien etabliert. Bei Wirtschaftsinformationen ist das Fernsehen für rund 40 Prozent der Bevölkerung die erste Wahl, gefolgt von den Zeitungen (25 Prozent) und dem Internet (12 Prozent). Informationen über Politik suchen drei Fünftel der Menschen zuerst im Fernsehen, gut ein Fünftel greift zur Zeitung, und etwa 6 Prozent suchen im Internet, hat die Untersuchung ergeben. Mit Ausnahme der Verkehrsinformationen und der Dokumentationen weist das Internet seit 1999 stetig steigende Bedeutung als Erstinformationsquelle auf.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
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