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Marketing Coca-Cola setzt auf Handy-Werbung

28.09.2003 ·  Gute Quote: Auf die SMS-Kampagne „Fanta Flaschenpost“ antworteten 5,9 Millionen Kunden. Coca-Cola will nun verstärkt das neue Werbemedium nutzen und bereits zum Weihnachtsgeschäft das Budget umschichten.

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Der Getränkehersteller Coca-Cola wird seine Werbemittel in Europa umschichten. In Zukunft soll mehr Geld für die direkte Kommunikation mit den Kunden per Mobilfunk und Internet ausgegeben werden, ohne dabei die klassischen Werbemedien Fernsehen und Zeitungen zu vernachlässigen. "Die Werbelandschaft ändert sich. Wir sehen einen nicht umkehrbaren Trend zu personalisierbaren Medien", sagte Chris Burggraeve, Marketingdirekter in Deutschland, dieser Zeitung.

In der Kampagne "Fanta Flaschenpost", die von 12 Snap konzipiert wurde, hat der Konzern Zahlencodes auf den Innenseiten von mehr als 160 Millionen Getränkeflaschen angebracht. Die Kunden sollten den Code per SMS an die angegebene Rufnummer senden und erhielten dafür ein Logo, einen Klingelton oder eine mobile Grußkarte zum Herunterladen. "Wir sind mit den Ergebnissen unserer mobilen Marketing-Aktion sehr zufrieden. In den sieben Wochen der Kampagne sendeten unsere Kunden 5,9 Millionen Zahlencodes zurück", sagte Burggraeve. Das entspricht einer Antwort-Rate von 3,7 Prozent. Vor allem die kleinen Marken im Coca-Cola-Konzern hätten in dieser Zeit Marktanteile gewonnen. Zu den Kosten wollte Burggraeve keine genauen Angaben machen. "Es war nicht billig, hat sich aber gelohnt", sagte er. Zudem gaben 100 000 Menschen ihr Einverständnis, auch künftig an Werbeaktionen von Coca-Cola teilnehmen zu wollen. Daneben profitierten auch die Betreiber der Mobilfunk-Netze von der Werbeaktion: 1,3 Millionen Euro Zusatzumsatz flossen nach Angaben von Coca-Cola in die Taschen von T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2.

Der direkt meßbare Kundenkontakt per SMS oder Multimedia-Nachricht (MMS) wird nach Einschätzung der Marktforscher in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. "Das mobile Marketing wächst kräftig und wird seinen Höhepunkt in zwei Jahren erreichen", erwartet Michelle de Lussanet vom Marktforschungsunternehmen Forrester Research. Die Direktmarketing-Anwender in Europa wollen ihre Etats bereits in diesem Jahr umschichten: Internet und Mobilfunk (SMS/MMS) liegen in der Gunst der Befragten klar vorne. Dagegen will ein Drittel der Befragten das Fernsehen als Werbemedium weniger stark einsetzen, hat die Marktforscherin herausgefunden. "40 Prozent der Anwender sehen die SMS als effizienter an als Fernsehen, Radio und das Internet", hat de Lussanet herausgefunden. Ein Problem für die Werbeform ist allerdings der sogenannte Spam, also unerwünscht zugesandte SMS.

Die frühen SMS-Kampagnen waren für die werbenden Unternehmen bisher eine günstige Angelegenheit. Die Unternehmen mußten im Durchschnitt nur 8 Cent je Kurznachricht ausgeben, da die Anbieter wegen der Neuheit der Werbemethode nur geringe Preise am Markt durchsetzen konnten. "Der Preis wird aber bald steigen. Die werbetreibenden Unternehmen sind bereit, bis zu 15 Cent je SMS zu zahlen", hat die Marktforscherin ermittelt. Allerdings sind die Antwortraten bereits kräftig gefallen: Antworteten vor 18 Monaten noch 11 Prozent der Mobilfunknutzer auf eine Werbe-SMS, sind es heute nur noch 5,6 Prozent.

Coca-Cola wird die Werbung in den interaktiven Medien bereits im Weihnachtsgeschäft erneut einsetzen. Im November soll die neue Kampagne starten, die Internet und Mobilfunk kombiniert. Werbepartner ist der Handy-Netzbetreiber Vodafone.

Quelle: ht. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2003, Nr. 226 / Seite 19
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