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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Marissa Mayer Neue Yahoo-Chefin kommt von Google

 ·  Eines der bekanntesten Google-Gesichter wird neue Chefin von Yahoo: Marissa Mayer, seit 1999 bei Google und eine der bekanntesten Frauen der Branche, wechselt zum kriselnden Konkurrenten. Über Twitter gab sie zudem bekannt, dass sie im Oktober Mutter werde.

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© AP Demnächst Mutter und Chefin bei Yahoo: Marissa Mayer

Was für eine Paukenschlag: Marissa Mayer, eine der bekanntesten Managerinnen des Internetkonzerns Google, wird neue Vorstandsvorsitzende des angeschlagenen Wettbewerbers Yahoo. Die 37 Jahre alte Mayer wurde am Montag zur neuen Yahoo-Chefin berufen und soll den Job schon am Dienstag antreten. Über Twitter gab sie zudem bekannt, dass sie im Oktober Mutter eines Jungen werde.

Ihre Berufung bei Yahoo kommt völlig überraschend: Yahoo hatte im Mai übergangsweise Ross Levinsohn zum Vorstandschef ernannt, und er galt als aussichtsreicher Kandidat, den Posten permanent zu bekommen.

Bei der Personalentscheidung hat ihre Schwangerschaft offenbar keine Rolle gespielt: „Das war nicht Bestandteil der Erwägungen. Wie jede andere berufstätige Frau muss sie alle Faktoren zwischen Beruf und Familienleben abwägen“, zitiert das Blog AllThingsD eine Person aus dem Umfeld von Mayer. Die Hochzeit mit ihrem Mann Zach Bogue im Jahr 2009 war ein großes Gesellschaftsereignis, das in Amerika von Medien wie dem Glamour Magazine ausführlich aufgegriffen wurde.

Mayer war seit dem Jahr 1999 bei Google, wo sie zu den ersten zwanzig Mitarbeitern gehörte. Sie wurde zu einem der bekanntesten Gesichter des Konzerns und vertrat ihn bei vielen öffentlichen Anlässen. Sie half den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin bei der Verbesserung ihrer Suchmaschinen-Technologie, um Yahoo den Rang abzulaufen. Zuletzt war sie bei Google für lokale Internetdienste zuständig. Mit Page war sie drei Jahre lang liiert. Beide sind jedoch mittlerweile
anderweitig verheiratet.

Page: „Wir werden ihre Talente vermissen“

„Wir werden ihre Talente vermissen“, erklärte Google-CEO Page. Google-Verwaltungsratsvorsitzender Eric Schmidt lobte Mayer als „sehr innovativ und eine echte Perfektionistin, die immer nur das Beste für die Nutzer will“. Yahoo habe eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Mayer sagte, es sei ein bittersüßer Tag für sie. „Google ist wirklich meine Familie. Sie haben mein Leben geprägt.“

Mit ihrem Wechsel zu Yahoo reiht sich Mayer in eine zuletzt wachsende Gruppe weiblicher Vorstandsvorsitzender bei bekannten amerikanischen Technologieunternehmen ein. IBM wird seit Jahresanfang von Virginia Rometty geführt, Hewlett-Packard berief im vergangenen Herbst die frühere Ebay-Chefin Meg Whitman auf den Chefposten.

Yahoo hat ein Jahr der personellen Turbulenzen hinter sich: Im September entließ das Unternehmen abrupt Carol Bartz als Vorstandsvorsitzende. Deren Nachfolger wurde Scott Thompson, der aber über eine Affäre um Falschangaben in seinem Lebenslauf stürzte. Auf Thompson folgte zunächst Levinsohn.

Der wiederholte personelle Neuanfang lenkte Yahoo von seinen Schwierigkeiten im operativen Geschäft ab: Das Unternehmen ist seit Jahren auf Schrumpfkurs und verliert gegenüber Wettbewerbern wie Google und Facebook im Geschäft mit Online-Werbung an Boden.
 

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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