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Lebensmitteleinkauf im Internet Wo bleibt der Apfel?

11.07.2010 ·  Im Internet kann man neuerdings auch Lebensmittel bestellen. Großen Hunger sollte man dabei aber nicht haben, denn man muss unter Umständen lange warten: Wir haben bei vier Anbietern bestellt, eine Lieferung kam vollständig an.

Von Carola Sonnet
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Seit Amazon im Internet auch frische Lebensmittel anbietet, haben Nahrungsbestellungen viel Aufmerksamkeit bekommen. Darum haben wir das Angebot vergangene Woche getestet: Wir wollten wissen, ob man im Internet-Supermarkt auch frische Lebensmittel bekommt, wie groß die Auswahl ist und vor allem: Wie schnell man die Sachen zuhause essen kann. Vier Anbieter haben wir getestet: Amazon, Gourmondo, Edeka und Basic. Doch nach einer Woche ist der Hunger groß, denn nur ein Paket kam vollständig an, und zwar das vom Feinschmecker-Versand Gourmondo. Die von Amazon, Edeka und Basic lassen noch auf sich warten.

Am Donnerstag, dem 1. Juli, wurden alle Bestellungen im Internet aufgegeben. Amazon schien gleich etwas überfordert zu sein und schrieb am Montag, dass es einen wahren Ansturm auf die Produkte gegeben habe – für den sie, warum auch immer, offensichtlich nicht gerüstet waren.

Der nächste Supermarkt wäre näher

Basic meldet sich gar nicht. Eine Woche später kommt auf Nachfrage die Antwort: „Ihr Paket wurde am 07.07. von uns per DHL versandt. Es kommt voraussichtlich heute bei Ihnen an.“ Doch dort war an jenem Mittwoch niemand, denn ich saß im Büro.

Das größte Problem am Einkauf im Internet: Die Sachen müssen nach Hause geliefert werden. Weil aber berufstätige Menschen unter der Woche normalerweise tagsüber selten zuhause sind und die Einkäufe mit dem Paketdienst kommen, klebt dann abends nur ein Zettel an der Klingel: Leider haben wir Sie nicht angetroffen, deswegen kommen wir morgen zwischen 13 und 18 Uhr wieder. Für eine Alternativzustellung – falls man auch am nächsten Tag arbeiten muss – gibt es eine kostenpflichtige Telefonnummer, 49 Cent pro Minute aus dem Festnetz. Nach dem dritten Versuch kommt das Päckchen ins Depot von DPD, 7 Kilometer weiter, wo man es von Montag bis Freitag selbst abholen kann. Da wäre der nächste Supermarkt schon wieder sehr viel näher. Und der ganze Vorteil des Einkaufens für Menschen ohne Auto und viel Zeit wieder hinfällig.

Aber es heißt trotzdem, dass ein weiteres Paket zumindest schon fast bei mir angekommen sei. Es wurde beim Nachbarn abgegeben. Der war aber leider abends nicht zuhause, weder gestern noch vorgestern. Vielleicht ist er schon in den Urlaub gefahren. In welchem von beiden Paketen das frische Brot ist, weiß ich nicht. Wenn mein Nachbar Glück hat, modert jetzt in seinem Flur nur der Salatkopf vor sich hin und nicht die frische Milch.

Zumindest Gourmondo hat sich an die versprochenen zwei Tage Lieferfrist gehalten. Das Paket mit Milch, Knäckebrot, Salami, Salatgewürz, Schokolade und Kaffee war allerdings so groß wie eine Kiste mit sechs Flaschen Wein. Das, was im Supermarkt bequem in eine kleine Tragetasche gepasst hätte (die man beim nächsten Mal wieder nehmen kann), braucht hier sehr viel Platz. Hauptsächlich für die Verpackung, unter anderem eine kleine Kühlkiste mit Plastik-Innenleben, das man nur noch wegwerfen kann. Und auch nicht wirklich gekühlt hat, zumindest ist die Schokolade abends leicht angeschmolzen.

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